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Luxemburg lebt seit Februar auf Ökopump
Lokales 3 Min. 29.07.2021
Earth Overshoot Day

Luxemburg lebt seit Februar auf Ökopump

Earth Overshoot Day

Luxemburg lebt seit Februar auf Ökopump

Foto: Jaymantri / Pexels
Lokales 3 Min. 29.07.2021
Earth Overshoot Day

Luxemburg lebt seit Februar auf Ökopump

Die Hochwasserkatastrophe zeigt es: Wie die Menschheit mit der Natur umgeht, hat konkrete Auswirkungen. Trotzdem ist Luxemburg erneut Spitzenreiter am Erdüberlastungstag.

(KNA/SC) - Der Corona-Effekt ist endgültig aufgebraucht: Die Pandemie hat der Erde nur eine kurze Verschnaufpause gewährt. Im Jahr 2021 ist der symbolische Erdüberlastungstag, an dem die Menschheit das Kontingent an biologischen Ressourcen für 2021 aufgebraucht hat, wieder auf den 29. Juli vorgerückt - und liegt damit nach Berechnungen des Global Footprint Network so früh wie 2019. Im Jahr 2020 hatte sich der „Welterschöpfungstag“ wegen des globalen Lockdowns um fast drei Wochen nach hinten verschoben, auf den 22. August.

Weltweit ist die Menschheit zum ersten Mal in den frühen 1970er Jahren in den ökologischen Overshoot geglitten. Der Raubbau ist dabei sehr ungleichmäßig verteilt: Bei einer Lebensweise wie in China bräuchte die Weltbevölkerung 2,2 Erden; die USA verbrauchen 5 Erden. Würden alle Länder so haushalten wie Luxemburg, wären die Ressourcen von rund acht Erden nötig, um den Lebensstil der Weltbevölkerung für ein Jahr zu erhalten. Zum Vergleich: Für Deutschland wären es „lediglich“ drei Erden.


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Luxemburg hatte bereits am 15. Februar 2021 so viele Ressourcen verbraucht, wie dem Großherzogtum rechnerisch für das ganze Jahr zur Verfügung stehen. Nur in Katar wurde dieser Stichtag 2021 noch früher erreicht: Am 9. Februar. Luxemburg liegt damit in der Weltrangliste auf Platz zwei. Seit Jahren schon teilen sich Katar und Luxemburg die ersten beiden Plätze.

Luxemburgs „Earth Overshoot Day“ fiel im vergangenen Jahr so früh, dass das Land vom Corona-Effekt nicht wirklich profitieren konnte: 2020 war der Erdüberlastungstag am 16. Februar erreicht. 2019 fiel er auf den 19. Februar.

Unaufhaltsamer Raubbau am Planeten

Ab Donnerstag lebt die Menschheit also ökologisch wieder auf Pump. "Wir erleben nun den befürchteten Rebound-Effekt, das sprunghafte Wiederansteigen der Emissionen nach dem Höhepunkt der Pandemie", sagte Steffen Vogel von Germanwatch. „Dass der Ressourcenverbrauch trotz Anhaltens der Pandemie schon dieses Jahr wieder das Niveau von 2019 erreicht, zeigt: Wir brauchen dringender denn je ein Umsteuern in der Klima- und Ressourcenpolitik.“


Verbrauchen, bis es kracht
Der sogenannte "Earth Overshoot Day" fällt dieses Jahr auf den 29. Juli - so früh wie noch nie zuvor. Vor allem Luxemburg steht schlecht da.

Gegenwärtig verbraucht die Menschheit 74 Prozent mehr, als die Ökosysteme des Planeten regenerieren können - oder "1,75 Erden". Laut der Studie stieg der weltweite CO2-Ausstoß wieder um 6,6 Prozent im Vergleich zum letzten Jahr. Auch schrumpfte die globale Biokapazität der Wälder um zirka 0,5 Prozent: Das sei größtenteils auf den Anstieg der Abholzung im Amazonasgebiet zurückzuführen, heißt es beim Global Footprint Network. Allein in Brasilien seien 2020 rund 1,1 Millionen Hektar Wald verloren gegangen. „Schätzungen für 2021 deuten auf einen Anstieg der Abholzung um bis zu 43 Prozent im Vergleich zum Vorjahr hin.“

Dabei ist die Entwicklung in einzelnen Sektoren sehr unterschiedlich: 2021 ist der CO2-Fußabdruck des Transportwesens immer noch geringer als vor der Pandemie. Die CO2-Emissionen des inländischen Flug- und Straßenverkehrs werden laut Studie um 5 Prozent unter dem Niveau von 2019 bleiben, während der internationale Flugverkehr voraussichtlich 33 Prozent darunterliegen wird.

Dagegen werden die energiebezogenen CO2-Emissionen voraussichtlich um fast 5 Prozent steigen, da die wirtschaftliche Erholung die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen ankurbelt. Insbesondere der Kohleverbrauch wird laut Global Footprint Network 2021 vermutlich sprunghaft ansteigen und schätzungsweise 40 Prozent des gesamten CO2-Fußabdrucks ausmachen.


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Germanwatch fordert Verhaltensänderungen von allen Bürgern. Jeder einzelne könne Nachhaltigkeit in Mobilität, Ernährung, Energie, Finanzen oder Ressourcennutzung zum neuen Standard machen. „Das geht am Arbeitsplatz, in der Schule oder Uni, im Verein oder in der Kommune.“ Allerdings reiche das nicht aus: „Um die notwendigen Veränderungen schnell genug zu erreichen, brauchen wir andere Rahmenbedingungen. Nachhaltiges und sozial verantwortliches Verhalten muss einfacher, naheliegender und preiswerter werden“, sagte die Bildungsreferentin Marie Heitfeld.

Um die ständige Überdehnung der Grenzen des Planeten zu stoppen, seien vor allem politische Maßnahmen, insbesondere eine engere internationale Kooperation, notwendig. Überdies gehe es darum, mit zentralen Schwellenländern Klimapartnerschaften zum zügigeren Umstieg Richtung Klimaneutralität auf- und auszubauen.


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