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E risege Beemchen
Lokales 08.12.2022
Weihnachtsgazettchen

E risege Beemchen

Wer den Weihnachtsbaum schon vor Heiligabend aufstellt, spart sich einiges an Weihnachtsstress.
Weihnachtsgazettchen

E risege Beemchen

Wer den Weihnachtsbaum schon vor Heiligabend aufstellt, spart sich einiges an Weihnachtsstress.
Foto: Pexels
Lokales 08.12.2022
Weihnachtsgazettchen

E risege Beemchen

Frank WEYRICH
Frank WEYRICH
Von absurd bis witzig: In der täglichen Glosse „Gazettchen“ erzählen „Wort“-Autoren von ihren Erlebnissen rund um Weihnachten. Heute geht es um sprachliche Finessen.

In einem benachbarten Dorf haben Bekannte vor einigen Jahren eine alte Mühle als Wohnhaus renoviert. Der ehemalige Schober wurde dabei zu einem Wohnzimmer umgestaltet, das entsprechend der ursprünglichen Architektur mit einer außergewöhnlich hohen Decke imponiert. 

Jedes Jahr zur Adventszeit stellen sie dann dort stilecht einen ebenso hohen Weihnachtsbaum auf. Durch die großen Fenster sieht man den geschmückten Baum bereits von Weitem. So sind wir vor einigen Tagen wieder am Haus vorbeigefahren und, siehe da, der große Weihnachtsbaum stand wie gehabt an seinem Platz. Sein Anblick entlockte mir daraufhin die Bemerkung: „Se hunn erem hire risege Beemchen.“

Meine Bemerkung ließ sie schmunzeln.

Neben mir saß, wie Ephraim Kishon zu sagen pflegte, die allerbeste aller Ehefrauen, und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Anfangs hatte ich gedacht, es wäre vor Freude über den Anblick, aber nein, es hatte eher grammatikalisch-morphologische Gründe. Für ihre deutschen Ohren war mein Ausdruck vom „risege Beemchen“ auch nach all den Jahren ein Schmunzeln wert. Obschon sie sehr wohl mit den landesüblichen Ausdrücken vertraut ist, war es dieses Mal die unerwartete Wortkombination, die ihr das Grinsen hervorlockte. „Eure Luxemburger Redewendungen sind immer wieder für eine Überraschung gut“, befand sie.


Gazettchen, die tägliche Kolumne des Luxemburger Wort
In der täglichen Glosse „Gazettchen“ erzählen „Wort“-Autoren von ihren Erlebnissen des Alltags.

„Entweder ein Baum ist klein und dann ist es ein Bäumchen oder aber er ist groß und dann ist er riesig. Beides zugleich klingt dann schon etwas seltsam.“ Offensichtlich muss man schon mit der Luxemburger Sprache aufgewachsen sein, damit einem dieser Widerspruch nicht auffällt. An Weihnachten stellt man nun einmal ein „Beemchen“ auf, unabhängig von dessen tatsächlicher Größe. Umgekehrt kann ich mir mit dem besten Willen nicht vorstellen, einen „Chrëschtbam“ im Wohnzimmer stehen zu haben. 

Hier finden Sie die gesammelten Gazettchen-Kolumnen. 

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