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Durchschnittlicher Ertrag: Kein außergewöhnliches Jahr für die Winzer
Die Traubenlese ist fast abgeschlossen. Der Ertrag von 2015 liegt im Jahresdurchschnitt der vergangenen fünf Jahre.

Durchschnittlicher Ertrag: Kein außergewöhnliches Jahr für die Winzer

Foto: Pierre Matgé
Die Traubenlese ist fast abgeschlossen. Der Ertrag von 2015 liegt im Jahresdurchschnitt der vergangenen fünf Jahre.
Lokales 3 Min. 30.10.2015

Durchschnittlicher Ertrag: Kein außergewöhnliches Jahr für die Winzer

Mit einem Volumen von 112.500 Hektolitern Wein liegt der Ertrag der luxemburgischen Winzer im Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Aber wird es auch vom Geschmack her ein guter Jahrgang?

(asc) - Die Traubenlese 2015 begann wie vorhergesagt am 21. September. Mittlerweile wurden fast alle Trauben in den Kellereien abgeliefert, gepresst und in den Inoxfässern eingelagert, wo sie nun von Kellermeistern zu Qualitätsweinen verarbeitet werden. Die Traubenernte neigt sich also dem Ende zu. Zeit demnach, eine Bilanz des Jahrgangs 2015 zu ziehen.

Die Trauben in den luxemburgischen Weinbergen waren 2015 größtenteils gesund. Und dies trotz des milden Winters, der geringen Niederschlagsmengen und der hohen Temperaturen im Sommer. Die Dürre im Frühling und im Sommer bereitete besonders den Winzern im Raum Wasserbillig-Grevenmacher Sorgen, da es in dieser Gegend am wenigsten regnete.

Wegen dieser lang anhaltenden Trockenheit und den ungewöhnlich hohen Temperaturen erinnert das Weinjahr 2015 stark an das Jahr 2003. Besonders vier- bis fünfjährige Reben litten unter dem Wassermangel; rund 150 der 1 300 Hektar Weinberge waren an der Mosel von der Trockenheit betroffen. Die hohen Temperaturen und die zahlreichen Sonnenstunden führten allerdings zu einem Reifevorsprung bei den Trauben.

Höhere Mostgewichte bei Hauptrebsorten

Seit der letzten Septemberwoche waren die Winzer und ihre Erntehelfer nun in den Weinbergsparzellen unterwegs, um die Trauben zu ernten. Mittlerweile liegen dem Weinbauinstitut von den Hauptrebsorten erste provisorische Resultate vor. Diese Laboranalysen zeigen, dass die beiden Weinjahrgänge 2014 und 2015, die nach den Qualitätskriterien der „Appellation d'origine protégée“ produziert wurden, sehr ähnlich sind.

2015 sind die Mostgewichte bei folgenden Traubensorten höher als 2014: Elbling (71° Oechsle* im Jahr 2015/67° Oechsle im Jahr 2014), Riesling (84° Oechsle/81° Oechsle), Gewürztraminer (94° Oechsle/86° Oechsle) und Pinot noir (86° Oechsle/83° Oechsle). Bei den Auxerrois- und Pinot-Noir-Blanc-Trauben werden 45 bis 50 Prozent der geernteten Mengen für die Herstellung von Crémant verwendet. Doch auch andere Traubensorten wie Chardonnay, Pinot noir, Riesling und Pinot gris werden in kleineren Proportionen für die Crémantproduktion benutzt.

Mitte November wird Weinkontrolleur Änder Mehlen vom staatlichen Weinbauinstitut aus Remich in einigen Kellereien erste Proben der 2015er-Weine entnehmen und prüfen. „Bei der Analyse dieser Proben erhalten wir den ersten Eindruck der Qualität des Weinjahrgangs 2015“, sagt Mehlen dem „Luxemburger Wort“ auf Nachfrage hin.

Trauben für Spätlese, Strohwein und Eiswein werden später gelesen

Geringe Traubenmengen werden erst später gelesen. Mit ihnen werden die Nischenprodukte Spätlese, Strohwein und Eiswein hergestellt. Winzer, die diese Nischenprodukte herstellen möchten, müssen dies im Voraus bei der staatlichen Weinkontrolle melden. Für die Spätlese sind nur die Riesling-, Auxerrois-, Pinot-blanc-, Pinot-gris- und Gewürztraminer-Trauben zugelassen. Rieslingtrauben müssen Mindest-Mostgewichte von 95° Oechsle aufweisen, die übrigen Sorten 105° Oechsle. Für den „Vin de paille“ (Strohwein) sind nur die Sorten Auxerrois, Pinot blanc, Pinot gris und Gewürztraminer erlaubt, sie müssen Mindest-Mostgewichte von 130° Oechsle aufweisen. Die Trauben für den Eiswein müssen eine Nacht bei mindestens minus 7 Grad Celsius gefrieren. Nur die Riesling-, Pinot-blanc- und Pinot-gris-Trauben sind zugelassen. Die Trauben müssen Mostgewichte von 120° Oechsle aufweisen.

Was sind Oechsle und Mostgewichte?

Oechsle ist eine Maßeinheit für das Mostgewicht des Traubenmostes. Das Mostgewicht ist ein Maß für den Anteil der gelösten Stoffe (mehrheitlich des Zuckers) im Traubenmost (Traubensaft) und ein wichtiges Qualitätskriterium des Weins.

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