Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Durchbruch bei der Adoption
Der Gesetzentwurf sah ursprünglich die „adoption plénière“ nur für heterosexuelle Paaren vor.

Durchbruch bei der Adoption

Foto: Shutterstock
Der Gesetzentwurf sah ursprünglich die „adoption plénière“ nur für heterosexuelle Paaren vor.
Lokales 2 Min. 19.06.2013

Durchbruch bei der Adoption

Geht es nach dem Willen der Justizkommission, soll die Volladoption auch für gleichgeschlechtliche Paare möglich sein. Der Gesetzentwurf sah ursprünglich die „adoption plénière“ nur für heterosexuelle Paaren vor.

(DS) - Geht es nach dem Willen der Justizkommission, soll die Volladoption auch für gleichgeschlechtliche Paare möglich sein. Der Gesetzentwurf sah ursprünglich zwar die Ehe für homosexuelle und lesbische Paare vor, die „adoption plénière“ sollte aber den heterosexuellen Paaren vorbehalten werden. Gleichgeschlechtliche Paare hätten also nur ein Recht auf die einfache Adoption gehabt. Nun hat die CSV in dem Punkt eingelenkt.

Staatsrat hatte Widerspruch eingelegt

 „Die Volladoption soll für alle Paare möglich sein, wenn die die internationale Rechtsprechung dies zulässt“, betonte CSV-Fraktionschef Gilles Roth nach der Sitzung des Justizausschusses. Roth weist allerdings darauf hin, dass die Entscheidung des Ausschusses noch intern in der CSV diskutiert werden muss. Die Öffnung der Volladoption für alle Paare geht nämlich über das hinaus, was im Regierungsprogramm von 2009 festgehalten worden war.

Nach der Sitzung sprach Gilles Roth mit DNR-Redakteur Max Lemmer:

Der Anlass für die Kehrtwende hatte der Staatsrat geliefert, der in seinem Gutachten Widerspruch gegen den ursprünglichen Text eingelegt hatte. Die Hohe Körperschaft hatte ihre Entscheidung mit der rezenten internationalen Jurisprudenz begründet.

Der Vorsitzende des Ausschusses, Alex Bodry (LSAP), betonte allerdings, dass das Adoptionsgesetzgebung an sich vorerst nicht geändert werden soll. Eine Novellierung des Gesetzes wird erst in der nächsten Legislaturperiode möglich sein. Es wird also auch weiterhin zwischen der „adoption simple“ und der „adoption plénière“ unterschieden.

Opposition zeigt sich zufrieden

Zufriedenheit bei der Opposition DP und die Grünen zeigten sich nach dem Durchbruch zufrieden. „Justizministerin Octavie Modert hatte bereits vor einigen Tagen angedeutet, dass es zu einem Durchbruch kommen könnte. Ich bin froh, dass es endlich weitergeht“, so DP-Parteipräsident Xavier Bettel.

Auch Félix Braz von Déi Gréng zeigt sich erleichtert, dass es möglich war, in dem Ausschuss einen Konsens zu erzielen. “Damit geht eine langjährige Forderung der Grünen in Erfüllung“, so der Abgeordnete.

Ministerin: Wollten eine „einfache Lösung“

Justizministerin Octavie Modert verwies darauf, dass man eine „einfache Lösung“ gesucht habe, die sich in der Praxis behaupten kann. “Wir wollten kein ‚Misch-System‘“, so die Ministerin.Zur Zeit bestehen nur noch mit vier Ländern Abkommen für die Adoption, darunter Korea und Indien. 2012 gab es 22 Adoptionen aus diesen Ländern, pro Jahr werden zwei bis drei Kinder von einheimischen Eltern zur Adoption freigegeben.