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"Dummheit auf beiden Seiten"
Lokales 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

"Dummheit auf beiden Seiten"

Lokales 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

"Dummheit auf beiden Seiten"

Am zweiten Verhandlungstag im Prozess um den Mord an Elvis K. im April vergangenen Jahres, sagte am Dienstag unter anderem der Bruder des Opfers aus. Er war ebenfalls in jene Auseinandersetzung verwickelt, die mit dem Tod des 18-jährigen Montenegriners geendet hatte.

(gs) - Am zweiten Verhandlungstag im Prozess um den Mord an Elvis K. im April vergangenen Jahres, sagte am Dienstag unter anderem der Bruder des Opfers aus. Er war ebenfalls in jene Auseinandersetzung verwickelt, die mit dem Tod des 18-jährigen Montenegriners geendet hatte.

Die Erläuterungen des jüngeren Bruders sowie die Aussagen der anderen Zeugen bestätigten den Verlauf der Ereignisse an jenem 18. April 2008, so wie sie bereits am Montag von Seiten der Polizei dargestellt worden waren.

Warnung vor Falschaussagen

Mancher der Zeugen vom Dienstag – überwiegend Bekannte des Opfers – schmückten ihre Aussagen mit Details aus, die zuvor in keiner Aussage gegenüber der Polizei erwähnt worden waren. Mehr als einmal musste deshalb der vorsitzende Richter Prosper Klein vor den Folgen eines Meineids warnen.

Am Ende bot sich dem Gericht ein Bild der Ereignisse des 18. April 2008, das Richter Klein mit der Bemerkung „Dummheit auf beiden Seiten“ kommentierte.

Besonders dem Bruder des Opfers, der mit seinem per Telefon geführten Streitgespräch – das sich aus einem simplen Missverständnis entwickelt hatte – den fatalen Stein ins Rollen gebracht hatte, redete Prosper Klein ins Gewissen und fragte ihn nach seinen Beweggründen. Eine befriedigende Antwort blieb der Zeuge schuldig.

„Ich weiß es nicht“

Auch den Angeklagten befragte Richter Klein nochmal und wollte unter anderem wissen, wieso dieser sich über Telefon von Unbekannten dermaßen provozieren ließ, um sich dann zum Bahnhof zu begeben und es mit einer offensichtlichen Überzahl an Gegnern aufzunehmen.

„Ich weiß es nicht“, war alles, was der Beschuldigte dazu sagte. Auch auf die Frage, wieso er das Messer nicht erst zur Abschreckung seiner Gegner nutzte, anstatt ohne Vorwarnung mitten ins Herz des Opfers zu stechen, wusste der Angeklagte keine schlüssige Antwort zu geben.