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Dürre und Brandgefahr: Kein Feuerwerk in Ettelbrück, Diekirch und Düdelingen
Viel Wasser trinken bleibt auch in den kommenden Tagen angesagt.

Dürre und Brandgefahr: Kein Feuerwerk in Ettelbrück, Diekirch und Düdelingen

REUTERS
Viel Wasser trinken bleibt auch in den kommenden Tagen angesagt.
Lokales 3 Min. 22.06.2017

Dürre und Brandgefahr: Kein Feuerwerk in Ettelbrück, Diekirch und Düdelingen

Michel THIEL
Michel THIEL
In einigen Gemeinden gibt es Hitzefrei, am Vorabend des Nationalfeiertags drohen Gewitter. Wegen der Brandgefahr infolge von Hitze und Dürre haben Ettelbrück, Diekirch und Junglinster ihr Feuerwerk abgesagt.

(mth/TJ/rar) - Aufgrund der vorherrschend Dürre wurde in Diekirch das für 23.30 Uhr geplante Feuerwerk abgesagt. Gleiches gilt für Ettelbrück, wo das Feuerwerk für 23.15 Uhr geplant war, sowie für Junglinster. Die Gefahr, dass durch herabregnende Feuerwerksreste ein Brand entfacht werde, sei zu groß, hieß es von offizieller Seite. Auch in Düdelingen fiel am späten Nachmittag die Entscheidung, das Feuerwerk abzusagen.

Météolux hält die "Alerte Orange" für den Vortag des Nationalfeiertags aufrecht. Nach wie vor gelten die Ratschläge in puncto Gesundheit und Brandvorsorge.  

Von Seiten des Wassersyndikats SEBES ergeht der Aufruf, sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen. Wohl ist der Stausee noch gut gefüllt, allerdings war der tägliche Verbrauch während der vergangenen Tage mehr als 30 Prozent höher als normal. Mit einer Abkühlung ist frühestens Anfang kommender Woche zu rechnen.

Bruthitze über Europa: Eine Karte zeigt, wie sich die Hitzewelle vor allem über Westeuropa hält.
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Grafik: ECMWF

Der Ozon-Grenzwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft wurde sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch im Großherzogtum überschritten, sodass ab sofort eine  Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 90 Km/h auf den Autobahnen gilt. 

Auch in der benachbarten französischen Region Grand Est, die Lothringen und das Elsass beinhaltet, wurde der Ozon-Alarm ausgelöst.

Mit 33,9 Grad Celsius am Londoner Flughafen Heathrow erlebten die Briten am Mittwoch nicht nur den bisher heißesten Tag des Jahres, sondern auch die höchste Temperatur in einem Juni seit 1976.

Hitzefrei in vielen Gemeinden

Immer mehr Kommunen haben  Hitzefrei in den Schulen verordnet: Garnich, Wahl  und Weiler-la-Tour am Mittwoch, am Dienstag bereits Mertert, Wasserbillig, Rümelingen, Dalheim, Kayl und Roeser. Weitere Gemeinden dürften folgen, die Eltern werden in jedem Fall informiert.

Beim Notruf gab es allerdings Entwarnung. Zwar habe es einige Einsätze gegeben, allerdings sei die Aktivität der Rettungsdienste im Vergleich zum Normalfall nicht außergewöhnlich hoch.

Die zuständigen Verwaltungen haben am Mittwochnachmittag zudem eine Warnung vor Waldbränden herausgegeben. Die ausgedehnte Dürreperiode und die hohen Temperaturen bringe eine stark erhöhte Brandgefahr mit sich. Es wird dringend zur Vorsicht beim Grillen und Feuer machen geraten.

Trotzdem kam es am Donnerstagnachmittag zu Bränden in Vianden und Hesperingen.

Die Feuerwehr sorgt vor: Unterhalb des Pont Adolphe wurden am Donnerstagabend Bäume und Büsche bewässert.
Die Feuerwehr sorgt vor: Unterhalb des Pont Adolphe wurden am Donnerstagabend Bäume und Büsche bewässert.
Foto: Michel Thiel

Zudem wird davor gewarnt, Autos auf Wald- und Feldwegen abzustellen - ein heißer Auspuff reiche derzeit aus, um ein Feuer zu entfachen. Wer eine Rauchentwicklung beobachte, solle unverzüglich die Sicherheitskräfte unter der Notrufnummer 112 informieren.

Die Regierung erinnerte zudem an die vorherrschende Wasserknappheit aufgrund der Dürre. Der Pegel vieler Flüsse und Bäche habe bereits ein kritisches  Niveau erreicht, wodurch die aquatische Flora und Fauna stark gefährdet seien. Die Dürre verstärke  eventuelle Probleme der Wasserverschmutzung, da Schadstoffe nicht mehr ausreichend verdünnt würden. Es wird zudem daran erinnert, dass während der Dürreperioden die Entnahme von Oberflächenwasser trotz Genehmigung untersagt ist.

Die Gemeinde Mersch hat am Donnerstag wegen Wasserknappheit "Alerte Orange" ausgerufen. Wer demnach Wasser nutzt, um sein Auto zu waschen, seinen Pool zu befüllen oder den Garten zu bewässern, riskiert eine Geldstrafe.

Gewitter am Vorabend des Nationalfeiertags?

Aufgrund der hohen Temperaturen und der hohen Luftfeuchtigkeit baut sich ein zunehmendes Gewitter-Risiko für Donnerstag auf. Die Feierlichkeiten am Vorabend des luxemburgischen Nationalfeiertags könnten also durchaus ins Wasser fallen. Meteolux warnt für den Donnerstagabend vor lokalen Gewittern mit Windböen von bis zu 50 Km/h.

Für den Donnerstagnachmittag ist in ganz West- und Mitteleuropa mit starken Gewittern zu rechnen.
Für den Donnerstagnachmittag ist in ganz West- und Mitteleuropa mit starken Gewittern zu rechnen.
Grafik: www.wetterdata.de

In benachbarten Regionen Deutschlands könnte es sogar noch dicker kommen, wie Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Wetterportal wetter.net erklärt: "Die erwarteten Gewitter entladen sich morgen ab den Nachmittagsstunden von West nach Ost und das zum Teil recht kräftig mit Starkregen, Sturmböen und Hagel. Lokal ist sogar mit der Bildung von Tornados zu rechnen. Danach wird es dann wieder etwas kühler.“

Hitzewelle und Dürre: kein Ende in Sicht

Laut den neuesten Berechnungen der Meteorologen könnte das extreme Sommerwetter in den kommenden Wochen weiter anhalten. Der von den Landwirten sehnlichst erhoffte Regen dagegen dürfte weiterhin ausbleiben. 

Die aktuellen Vorhersagen zeigen für die kommenden 14 Tage erneut Spitzenwerte bis 36 oder 37 Grad. Es könnte demnach nach den Gewittern auf die aktuelle direkt die nächste Hitzewelle folgen.



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