Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Düdelingen: Staat will Baulücken schließen
Lokales 2 Min. 24.07.2017

Düdelingen: Staat will Baulücken schließen

16 Sozialwohnungen sollen nach Erschliessung der Baulücke in Büringen entstehen.

Düdelingen: Staat will Baulücken schließen

16 Sozialwohnungen sollen nach Erschliessung der Baulücke in Büringen entstehen.
Grafik: Steinmetzdemeyer
Lokales 2 Min. 24.07.2017

Düdelingen: Staat will Baulücken schließen

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Um den Wohnungsbau voranzutreiben will das Wohnungsbauministerium Baulücken auf Staatsgelände erschließen. Ein erstes Projekt steht in Düdelingen an.

(na) - Noch sind dem Büringer Viertel in Düdelingen die Spuren seiner landwirtschaftlichen Vergangenheit nicht abhanden gekommen. Unter ihnen eine verlassene Scheune, Baujahr 1850, an der Ecke der Rue des Près und der Rue de Hellange.

Sie steht auf einem Areal von 40 Ar, das zu einem großen Teil aus Wiese besteht. Für das Wohnungsministerium eine klare Sache: Hier befindet sich eine Baulücke.

„Mit dem guten Beispiel voranzugehen“

„Es gibt viel Land das innerhalb des Bauperimeters brachliegt und auf dem relativ schnell gebaut werden könnte“, erklärte gestern Wohnungsbauminister Marc Hansen vor versammelter Presse. Rund 1 000 Hektar wurden landesweit erfasst. Der Haken: 92 Prozent dieser Gelände sind in Privateigentum.

Um „mit dem guten Beispiel voranzugehen“, hat sich die Regierung vorgenommen, die Baulücken, die in staatlichem Besitz sind, zu schließen.

Erstes Projekt in Büringen

Die alte Scheune (in der Bildmitte) soll umgebaut werden. Dafür könnte der Platz davor neu angelegt werden. Die Wohnungen 
sollen perpendikular zur Scheune entstehen.
Die alte Scheune (in der Bildmitte) soll umgebaut werden. Dafür könnte der Platz davor neu angelegt werden. Die Wohnungen 
sollen perpendikular zur Scheune entstehen.
Grafik: Steinmetzdemeyer

Ein erstes Projekt soll auf besagtem Gelände in Büringen umgesetzt werden. Ein Architekturwettbewerb wurde organisiert. Denn Ziel sei es, Erfahrungen des Umbaus des „Bierenger Haff“ auch später auf andere Projekte anwenden zu können, so Hansen noch.

Durchgesetzt hat sich das Architektenbüro Steinmetzdemeyer. „Unser Ziel war es, den Ortskern wieder hervorzustreichen“, so Architekt Nico Steinmetz. Deshalb soll neben den Wohnungen, die dort geplant sind, auch die alte Scheune erhalten bleiben, was an sich keine Vorgabe des Wettbewerbes war.

Scheune als gemeinsamer Raum

Geht es nach den Architekten, könnten dort Räumlichkeiten entstehen, die nicht nur den neuen Bewohnern, sondern auch den Vierteleinwohnern zu Nutze kommen könnten. Wie eine Fahrradwerkstatt, ein gemeinsamer Spielraum für Kinder oder eine Küche mit Serviermöglichkeit Richtung Platz vor der Scheune.

„Für Leben braucht es 
öffentlichen Raum“

„Um Leben zu ermöglichen braucht es öffentlichen Raum“, so Steinmetz. Deshalb sehen die Pläne auch eine Erneuerung des Platzes vor der Scheune vor. Vorstellbar sei, dass zum Beispiel die „Bierenger Kiermes“ dort abgehalten werden könnte, so Nico Steinmetz weiter.

Angedacht wird ebenfalls, in der Scheune Räume zu errichten, die sich die neuen Einwohner samt Ausstattung teilen würden, wie eine Werkstatt oder eine Wäschekammer. Die 16 Sozialwohnungen (Bauträger wird der Fonds de Logement sein) sind zum Teil hinter der Scheune, entlang der Rue des Près geplant.

Die Wohnungen sollen in vorgefertigter Holzbauweise errichtet werden.
Die Wohnungen sollen in vorgefertigter Holzbauweise errichtet werden.
Grafik: Steinmetzdemeyer

Sie sollen in vorgefertigter Bauweise im Holzbau errichtet werden. Dies erlaube es, schnell zu bauen. Außerdem wurden sie so gezeichnet, dass sie flexible Lösungen anbieten, um sich der Familiensituation der zukünftigen Nutzer anpassen zu können.

Baugenehmigung im Herbst?

Das Projekt soll nun im Düdelinger Rathaus vorgestellt werden. Bürgermeister Dan Biancalana erklärte, dass der lokale Interessenverein bereits den Erhalt der Scheune thematisiert habe. Minister Marc Hansen erhofft sich, dass eine Baugenehmigung im Herbst eingereicht werden könnte.

Das Projekt (ohne den Vorplatz) soll einen Kostenpunkt von 3,8 Millionen Euro haben. Doch der „Bierenger Haff“ soll nur das erste Projekt einer langen Liste sein. Weitere Lücken sollen in den kommenden Jahren auch in Petingen (Route de Longwy) und Differdingen (Rue des Celtes) geschlossen werden.