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Düdelingen schafft Ordnung im sozialen Bereich
Lokales 2 Min. 10.06.2020

Düdelingen schafft Ordnung im sozialen Bereich

Die Sozialdienste der Gemeinde sollen besser koordiniert werden. Eine Person soll zunächst Ordnung schaffen.

Düdelingen schafft Ordnung im sozialen Bereich

Die Sozialdienste der Gemeinde sollen besser koordiniert werden. Eine Person soll zunächst Ordnung schaffen.
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 10.06.2020

Düdelingen schafft Ordnung im sozialen Bereich

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Die Gemeinde will ein Pilotprojekt starten, um Ordnung in die Vielzahl der Angebote zu bringen. So soll effizienter geholfen werden.

Die Gemeinde Düdelingen hat ein Haar in der Suppe gefunden. Dies ausgerechnet bei ihren Sozialdiensten. Diese seien zwar jeder für sich erfolgreich und alle leisteten eine gute Arbeit, jedoch fehlt es an der Vernetzung der unterschiedlichen Dienstleister. Dies teilte Bürgermeister Dan Biancalana (LSAP) am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Rathaus mit. 

Was dem Schöffenrat unter anderem zu bedenken gab, ist der Fall eines Jugendlichen, der auf der Straße lebte. Die Jugendarbeiter wollten ihm helfen, doch anfangs wusste niemand so recht, an wen sich wenden, erklärt Josiane Di Bartolomeo-Ries (LSAP). Um solche Vorkommnisse in Zukunft auszuschließen, will die Gemeinde nun ein Pilotprojekt starten.

Zunächst interne Arbeit 

Der Düdelinger Bürgermeister, Dan Biancalana, präsentierte am Mittwochmorgen das neue Projekt.
Der Düdelinger Bürgermeister, Dan Biancalana, präsentierte am Mittwochmorgen das neue Projekt.
Foto: Anouk Antony

Dazu soll demnächst ein neuer Posten geschaffen werden. Die Aufgabe dieser Person wird sein, sich einen Überblick über die bestehenden Strukturen im Kinder- und Jugendbereich und deren Angebot zu verschaffen. Und davon gibt es eine ganze Menge in der Stadt: vom Jugendhaus über das Projekt Outreach für Jugendliche, dem Sozialamt und der Jugend- und Drogenhilfe. „Viele Familien und Jugendliche durchlaufen mehrere Anlaufstellen, bevor ihnen geholfen wird“, betont Josiane Di Bartolomeo-Ries. „Und nicht an allen Stellen sind die Mitarbeiter für die aufgetretenen Probleme geschult.“ 

Ordnung in das Angebot zu bringen, soll in der ersten Phase die Arbeit des künftigen Beraters sein. Aber auch auf nationalem Niveau könnte die Person Klarheit schaffen. So wäre denkbar, dass sie mit den Ministerien über angebotene Projekte verhandelt und in Zusammenarbeit Konzepte für die Gemeinde ausarbeiten. 


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Die Zielgruppe für die Beratungsstelle werden später Kinder, Jugendliche sowie junge Erwachsene und ihre Familien sein. Von null bis 24 Jahre. Diese entspricht 26 Prozent der Düdelinger Bevölkerung, die momentan bei rund 21.400 Personen liegt. Wie viele davon nun soziale Unterstützung brauchen, kann nicht ad hoc gesagt werden. Jedoch berichtet Tess Malano, die als Erzieherin das Projekt Outreach Jugendliche betreut, dass etwa 30 Jugendliche pro Jahr Hilfe brauchen. Und auch die Verantwortliche des Jugendhauses, Mara Lisarelli, berichtet, dass fast täglich einer der 50 Jugendlichen die das Jugendhaus besuchen, an die Betreuer mit Problemen herantritt.

Anlaufstelle für Anwohner 

Schöffin Josiane Di Bartolomeo-Ries erläuterte die Notwendigkeit für ein solches Angebot.
Schöffin Josiane Di Bartolomeo-Ries erläuterte die Notwendigkeit für ein solches Angebot.
Lex Kleren

Eine Stelle, wie die Gemeinde Düdelingen sie nun schaffen möchte, gebe es in Luxemburg in der Form noch nicht. Inspiriert haben sich die Verantwortlichen in der Schweiz. Dort existieren ähnliche Ideen eines Kinder- und Jugendbeauftragten. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit allen Gemeindediensten im sozialen Bereich ausgearbeitet, aber auch mit nationalen Trägern, wie dem Roten Kreuz, das Jugendwohnungen in der Gemeinde anbietet. Des Weiteren wurde mit der Universität Luxemburg und dem Ministerium für Bildung, Kinder und Jugend zusammengearbeitet. 

Zwei Jahre soll die erste Phase des Pilotprojekts nun laufen. In einer zweiten Phase können sich dann auch die Anwohner der Gemeinde an die Stelle wenden und im besten Fall direkt dorthin weitergeleitet werden, wo ihnen geholfen werden kann. 

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