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Düdelingen: Recyclingpark STEP gibt sich neue Regeln
Lokales 3 Min. 12.10.2020

Düdelingen: Recyclingpark STEP gibt sich neue Regeln

Solche Plastikgegenstände, die bisher im Sperrmüll landeten, werden von nun an im STEP-Recycling-Park in Düdelingen gesondert gesammelt und später recycelt.

Düdelingen: Recyclingpark STEP gibt sich neue Regeln

Solche Plastikgegenstände, die bisher im Sperrmüll landeten, werden von nun an im STEP-Recycling-Park in Düdelingen gesondert gesammelt und später recycelt.
Foto: Chris Karaba
Lokales 3 Min. 12.10.2020

Düdelingen: Recyclingpark STEP gibt sich neue Regeln

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
In den Recyclinghöfen des STEPs in Düdelingen und Tetingen wird zu viel Sperrmüll abgeliefert. Um dagegen vorzugehen, wird erstmals das Recycling von teilfesten Plastikstoffen eingeführt.

Sperrmüll und Bauschutt werden dort abgeliefert, wo es am einfachsten und am billigsten ist. Das schienen bisher die beiden Recyclinghöfe des Gemeindesyndikats STEP zu sein, dem die fünf Gemeinden Bettemburg, Düdelingen, Kayl, Roeser und Rümelingen angehören. So erklären sich zumindest die Verantwortlichen, dass 2019 im Durchschnitt 35,4 Kilogramm Sperrmüll pro Einwohner abgeliefert wurden, während der nationale Durchschnitt bei 19,3 Kilogramm lag. 

Kommunikationspanne

Dem will das Syndikat entgegenwirken. Dies mit einem neuen Reglement, das am 4. März angenommen wurde. Also kurz vor dem Lockdown. Dadurch sei die Kommunikation um die neuen Bestimmungen „etwas turbulenter ausgefallen“ als gedacht, erklärte der Düdelinger Schöffe und STEP-Präsident René Manderscheid (LSAP). Er sprach sogar ein „mea culpa“ aus. 

Die neuen Bestimmungen wurden nicht kommuniziert, sodass Besucher die Neuigkeiten erst bei der Materialabgabe entdeckten. Was zu manchem Beschwerdetelefonat in den Gemeindeverwaltungen geführt habe. „Aber jetzt sind wir wieder auf Kurs“, versicherte Manderscheid. So soll in den kommenden Tagen ein Informationsschreiben an alle Einwohner in den fünf Gemeinden verteilt werden. 

Neue Recyclinglinie

Die größte Neuerung betrifft wie gesagt die Abgabe von Sperrmüll. Es wird kein Sperrmüll mehr angenommen, das in die schwarze Tonne gepasst hätte oder recycelbar ist. 

Stolz zeigte sich in diesem Zusammenhang der Betriebsverantwortliche Michel Zangerlé, eine neue Recyclinglinie vorstellen zu können. Ab Dienstag werden im Recyclingpark in Düdelingen teilfeste Plastikstoffe („matières plastiques semi-rigides en PE et PP“) gesondert abgenommen. Das sind unter anderem Gartenmöbel, Kinderspielzeug für außen, Plastikeimer oder Essensbehälter.

Solche Plastikgegenstände werden von nun an im Düdelinger Recyclingpark eingesammelt, um recycelt zu werden.
Solche Plastikgegenstände werden von nun an im Düdelinger Recyclingpark eingesammelt, um recycelt zu werden.
Foto: Chris Karaba

Es sei möglich, bis zu 95 Prozent dieser Materialien wiederzuverwerten, so Michel Zangerlé. Damit nehme das STEP, zumindest was diese Materialen anbelangt, eine Vorreiterrolle ein. Zuvor sei es in der Sidoranlage in Leudelingen verbrannt worden. Im Tetinger Recyclingpark wird diese Recyclinglinie erst in den kommenden Wochen im Angebot sein. 

Zudem achten die STEP-Mitarbeiter viel genauer darauf, was für den Sperrmüllcontainer gebracht wird. Den Fall gegeben, werden Besucher aufgefordert, Materialien, die nicht in den Sperrmüll gehören, in anderen Containern zu entsorgen. 

Zugangskarte sperren

Das stößt nicht immer auf Begeisterung. Dass es mal lauter zugeht, komme immer wieder vor. „Es ist mit der Pandemie nicht besser geworden“, drückt es ein Mitarbeiter auf. Manche Besucher würden ein aggressives Verhalten an den Tag legen und einige wenige sogar fast handgreiflich werden. 

Wichtig sei, den Besuchern klarzumachen, dass ein Recyclinghof, keine Müllhalde, sondern eben zur Wiederverwertung von Materialien gedacht sei, hatte zuvor René Manderscheid erklärt. Für die, die das nicht verstehen wollen, gebe man sich die Möglichkeit, die Zugangskarte zu den Recyclingparks eine Zeit lang zu sperren. „Dann können sich diese Leute zu Hause beruhigen“, so Manderscheid. 

René Manderscheid (Bildmitte), erklärte, dass Nutzern, die sich daneben benehmen, die Zugangskarte zeitweise abgeschaltet werden kann.
René Manderscheid (Bildmitte), erklärte, dass Nutzern, die sich daneben benehmen, die Zugangskarte zeitweise abgeschaltet werden kann.
Foto: Chris Karaba

Bauschuttmengen reduzieren 


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Reduzieren will das STEP neben dem Sperrmüll aber auch die abgelieferten Mengen an Bauschutt. Denn auch in diesem Bereich wurde in Düdelingen und Tetingen das Doppelte des nationalen Durchschnitts abgeliefert. Zurückzuführen sei dies auf Schwarzarbeiter, die ganze Häuser renovierten und die abgebauten Materialien als Privatperson im STEP abgegeben hätten, wurde erklärt. Deshalb wird im neuen Reglement ein Maximum von sechs Kubikmetern pro Jahr festgelegt. 

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