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Düdelingen ist europäische Sportstadt
Schöffe Loris Spina und Bürgermeister Dan Biancalana bei der Awards Ceremony in Brüssel: Die Freude über die Auszeichnung ist unverkennbar.

Düdelingen ist europäische Sportstadt

Foto: Anne Heintz
Schöffe Loris Spina und Bürgermeister Dan Biancalana bei der Awards Ceremony in Brüssel: Die Freude über die Auszeichnung ist unverkennbar.
Lokales 4 Min. 05.12.2018

Düdelingen ist europäische Sportstadt

Anne Julie HEINTZ
Anne Julie HEINTZ
Düdelingen ist European Town of Sport 2019. Am Dienstag wurde die Südgemeinde in Brüssel mit dem Titel gekürt.

Dienstagabend kurz nach halb neun. Es ist soweit. Nach den Städten Gignac aus Frankreich und Elgoibar aus Spanien darf sich endlich auch Düdelingen freuen. Bürgermeister Dan Biancalana und Sportschöffe Loris Spina halten die Fahne für die frisch ausgezeichnete Sportstadt Düdelingen im Europaparlament in Brüssel in die Höhe. Ihre Gesichtsausdrücke sprechen Bände. Ihre Bemühungen rund um das Düdelinger Sportangebot haben Früchte getragen. Der Titel ist aber nicht nur eine Anerkennung für die geleistete Arbeit. „Es ist viel mehr noch ein Ansporn, in Zukunft weiter an unserer Sportlandschaft zu feilen“, sagt Biancalana.

Denn ob im Handball, Fußball, Basketball oder darüber hinaus – in vielen Sportarten geben die Düdelinger Sportvereine in den oberen Liegen den Ton an. Sie wollen stets ein Wörtchen mitreden, wenn es um die Verteilung der Meisterschaftstitel geht. Einmal mehr deutlich machte dies vor kurzem der F91 Düdelingen, als er in die Gruppenphase der Europa League einzog.

Sport jedem zugänglich machen

Europäische Sportstadt wird man aber nicht allein wegen starken sportlichen Leistungen auf Gemeindeebene. Dazu gehört weit mehr. Nicht nur wettkampforientierter Leistungssport wird von der Delegation aus Brüssel bei der Bid-Book-Analyse der Kandidaten für den Titel gutgeheißen. Sie legt vor allem Wert auf ein Sportangebot, das für die Allgemeinheit zugänglich und attraktiv ist. Es soll einen sozialen, integrativen Charakter haben.

„Die Delegation achtet darauf, ob die Gemeinde in eine breitbandige Sportlandschaft investiert, ob die passenden Infrastrukturen vorhanden sind, ob diese für jedermann zugänglich sind, ob ein vielseitiges Sportangebot für die Allgemeinheit herrscht – zum Beispiel Sports pour tous –, welche Sportvereine die Gemeinde zählt und welche Projekte sowie Events angestrebt werden. Zusammengetragen wird dies in einem umfangreichen „Bid-Book“, erklärt der Koordinator des Projekts, Sven Loscheider. Er ist zudem Mitarbeiter des Service des Sports. Dieser wurde vor drei Jahren gegründet.

Einmal mehr hervorstechen sollen kommendes Jahr, in dem die Südgemeinde den Titel der Europäischen Sportstadt trägt, die von der Gemeinde organisierten Sportevents. „Das sind die Nuit des sports, der Summer, Spill a Spaass, der Schulsporttag und überhaupt alles, was auf sportlicher Ebene in Zusammenarbeit mit den Schulen und Kindern passiert. Aber auch unsere Sportaktivitäten für Erwachsene, wie zum Beispiel Gesond Diddeleng, für Jugendliche, hier als Beispiel das Projet ensemble sowie das Outdoor-Seniorenfitness sollen dabei ins Gewicht fallen. Mit der Initiative De Wibbel bieten wir zudem sportliche Aktivitäten für adipöse und übergewichtige Kinder an. Alle diese Aktivitäten gilt es kommendes Jahr gezielter in den Mittelpunkt zu stellen“, unterstreicht Sportschöffe Loris Spina.

Reich an Infrastrukturen

Über zu wenig Sportinfrastrukturen kann die Gemeinde Düdelingen nicht klagen. Das Kernstück der öffentlichen Anlagen ist das Sportzentrum René Hartmann. Dessen Räumlichkeiten können multifunktionell genutzt werden. Es umfasst unter anderem mehrere Hallen, eine Leichtathletikpiste, ein Dojo, ein Hallenbad, ein Eisbad, eine Kletterwand und ein Fitnessraum. In den verschiedenen Vierteln von Düdelingen finden sich zudem sogenannte Mini-Stadien wieder. Sie liegen jeweils in der Nähe von Grundschulen. Aber auch Fußballfelder, ein Skatepark und ein Boulodrome haben in der Gemeinde ihren festen Platz.

„Sport hat einen hohen Stellenwert in unserer Gemeinde. Er soll sowohl im pädagogischen, sozialen und nachhaltigen Sinne dienen. Er soll aber kein Alleinstellungsmerkmal haben, sondern einer von vielen wichtigen Grundpfeilern sein und mit den anderen vernetzt funktionieren können“, so der Bürgermeister. Laut ihm soll der Sport in seiner Gemeinde nicht nur gelebt, sondern auch erlebt werden können. Eine große Solidarität herrsche unter verschiedenen Vereinen, die sich gegenseitig bei Wettkämpfen unterstützen.

„Diesen Zusammenhalt gilt es auch in Zukunft zu fördern. Der Titel Europäische Sportstadt 2019 haben wir nämlich alle gemeinsam, als Stadt bekommen. Er geht also auch an unsere Vereine zurück. Sie sind immerhin die Düdelinger Botschafter für den Sport“, betont Biancalana. 60 Vereine zählt die Südgemeinde. Drei Events dienen jährlich der Ehrung ihrer Sportler und Mitwirkenden: Die Sportlerehrung, die Ovation des champions und der Prix du bénévolat. Letztere umfasst Vertreter aus sämtlichen Vereinen der Gemeinde.

Teil eines europäischen Netzwerks

In Bezug auf den Titel der Europäischen Sportstadt 2019 hat die Gemeinde eine Person für die Sportförderung in der Gemeinde eingestellt. Dabei handelt es sich um den ehemaligen Trainer der luxemburgischen Fußballnationalmannschaft und einstigen Sportdirektor der Fußballschule des F91, Guy Hellers. Auch wartet man gespannt auf den Austausch von Best Practices innerhalb des Netzwerks der europäischen Sportstädte. „Da kann man sich bestimmt noch an so manch Interessantem inspirieren“, so Spina und Biancalana einstimmig.

http://www.aceseurope.eu


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