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Drohnenflüge bedrohen AKW-Sicherheit: Greenpeace: Sicherheitsrisiko durch Drohnen
Lokales 2 Min. 26.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Drohnenflüge bedrohen AKW-Sicherheit: Greenpeace: Sicherheitsrisiko durch Drohnen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schlägt Alarm: „Die ungeklärten Drohnenflüge sind eine 
ernsthafte Bedrohung für unsere Sicherheit.“

Drohnenflüge bedrohen AKW-Sicherheit: Greenpeace: Sicherheitsrisiko durch Drohnen

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace schlägt Alarm: „Die ungeklärten Drohnenflüge sind eine 
ernsthafte Bedrohung für unsere Sicherheit.“
Foto: Shutterstock
Lokales 2 Min. 26.11.2014 Aus unserem online-Archiv

Drohnenflüge bedrohen AKW-Sicherheit: Greenpeace: Sicherheitsrisiko durch Drohnen

In den vergangenen Wochen haben Drohnen mehrfach französische Atomkraftwerke überflogen und damit die Aufmerksamkeit der Behörden und Öffentlichkeit erregt. Greenpeace sieht darin ein Sicherheitsproblem.

(AH) - In den vergangenen Wochen haben Drohnen mehrfach französische Atomkraftwerke überflogen und damit die Aufmerksamkeit der Behörden und Öffentlichkeit erregt. 32 Flüge über 19 Standorten wurden seit Mitte September gesichtet. Bis dato ist ungeklärt, wer für die Flüge verantwortlich ist. Die Umweltorganisation Greenpeace warnt vor Sicherheitsmängeln an den alten französischen Atomanlagen und spielt beunruhigende Szenarien durch.

„Die aktuell ungeklärten Drohnenflüge über die französischen Nuklearanlagen sind eine Gefährdung der Sicherheit in Frankreich, Deutschland, Luxemburg und angrenzenden europäischen Ländern. Die Atomanlagen sind absolut unzureichend gegen Angriffe gesichert. Zudem ist es offensichtlich, dass die französischen Sicherheitsbehörden (ANS) diese Flüge weder aufklären noch verhindern können. Dieses Unvermögen ist äußerst besorgniserregend“, erklärt Roger Spautz von Greenpeace Luxemburg.

Für eine Greenpeace-Studie im Zusammenhang mit den rezenten Vorkommnissen hat die Diplom-Physikerin Oda Becker die Anfälligkeit der veralteten AKWs in Cattenom, Fessenheim und Gravelines untersucht. Die Kurzstudie umfasst folgende drei Szenarien: einen potenziellen Angriff von Betriebsangehörigen der Atomanlagen, per Hubschrauber oder mit Drohnen. In den Fallbeispielen wird davon ausgegangen, dass eine kriminell motivierte Gruppe hinter den Drohnenüberflügen der vergangenen Wochen in Frankreich stecken könnte.

Sie untersucht in ihrer Risikoanalyse gezielt, ob Angriffsszenarien unter Beteiligung von Drohnen denkbar sind und einen schweren Unfall mit hoher radioaktiver Freisetzung hervorrufen könnten. Das Ergebnis: Würden mehrere mit Sprengstoff beladene Drohnen auf ein Atomkraftwerk aufprallen, wäre die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass radioaktive Stoffe freigesetzt werden. In solch einem Fall bliebe nur sehr wenig Zeit, um die Menschen in Sicherheit zu bringen.

„Zivile Drohnen sind auf dem Markt frei erhältlich. Sie können je nach Größe bis zu acht Kilogramm Sprengstoff transportieren und zur Unterstützung eines Sprengstoffanschlags eingesetzt werden. Sie sind ein nicht zu unterschätzendes Sicherheitsrisiko für die französischen Atomkraftwerke“, unterstreicht Roger Spautz.

Französische AKWs 
sind "verwundbar"

Im Jahr 1990 flogen Mitglieder von Greenpeace Luxemburg mit einem Heißluftballon fünf Minuten lang über das Atomkraftwerk in Cattenom. Dies ist ebenso verboten wie die Drohnenüberflüge. Es scheint sich aber niemand daran gestört zu haben, denn der Flug konnte ohne Weiteres vollendet werden. „Das ist jetzt 24 Jahre her. Es scheint sich also noch nicht viel bezüglich der Sicherheitsmaßnahmen geändert zu haben, denn der Luftraum über Cattenom sowie das Atomkraftwerk selbst sind heute noch genau so verwundbar wie damals“, schildert Roger Spautz.

Greenpeace Luxemburg fordert die luxemburgischen Behörden dazu auf, sich auf EU-Ebene für 
eine sofortige Untersuchung der Drohnenvorfälle und die Abschaltung der grenznahen Nuklearanlagen einzusetzen.


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