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Drogenprozess "Chez Nadia": Wirtin muss ins Gefängnis
Lokales 23.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Drogenprozess "Chez Nadia": Wirtin muss ins Gefängnis

Am 16. Oktober 2018 schlugen Spezialeinheiten und Drogenfahnder in der Rue de la Gare in Esch/Alzette zu.

Drogenprozess "Chez Nadia": Wirtin muss ins Gefängnis

Am 16. Oktober 2018 schlugen Spezialeinheiten und Drogenfahnder in der Rue de la Gare in Esch/Alzette zu.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 23.01.2020 Aus unserem online-Archiv

Drogenprozess "Chez Nadia": Wirtin muss ins Gefängnis

Ihre Gaststätte war der Hotspot für den Drogenhandel in Esch/Alzette schlechthin. Am Donnerstag hat das Gericht dem Spuk nun ein Ende bereitet.

(str) - Über Jahre hinweg wurde in der Gaststätte „Chez Nadia“ in der Escher Rue de la Gare wohl mehr Kokain als Kaffee verkauft. Das hatten Kriminalermittler im Prozess Ende Dezember eindrucksvoll dargelegt. Zudem wurden der Wirtin jährliche Einkünfte in Höhe von mehr als 200 000 Euro nachgewiesen, deren Herkunft nicht eindeutig geklärt werden konnte.

Vier Jahre Haft, drei auf Bewährung

Am Donnerstag hat die 16. Strafkammer des hauptstädtischen Bezirksgerichts nun die Gaststättenbetreiberin Nadia K. in erster Instanz zu einer Gefängnisstrafe von vier Jahren und zu einer Geldbuße in Höhe von 10 000 Euro verurteilt. Da Nadia K. nicht vorbestraft ist, haben die Richter ihr einen großzügigen Strafaufschub von drei Jahren gewährt.


Café mit Drogenausschank: Haft für Wirtin gefordert
Fünf Jahre Haft, eine Geldbuße, eine Schließung der Gaststätte und ein lebenslanger Entzug der Schanklizenz hat die Staatsanwaltschaft zum Abschluss des Drogenprozesses um das Café Chez Nadia in Esch gefordert.

Zudem ordneten die Richter die endgültige Schließung der Kneipe an. Der Wirtin wurde ein zehnjähriges Berufsverbot als Gaststättenbetreiberin auferlegt.

Sie hatte sich im Prozess bis zuletzt uneinsichtig gezeigt und stets wiederholt nichts von dem Drogenhandel gewusst zu haben. Darüber hinaus haben weitere Kontrollen der Polizei belegt, dass der Drogenhandel in und um ihre Gaststätte trotz Anklage fast unverändert weiterging.

Auch Haftstrafen für 14 Dealer

Während einer dreiwöchigen Observierung vor einer Großrazzia am 16. Oktober 2016 hatte die Kriminalpolizei per Fotobeweis mehr als 100 Drogenverkäufe im Umfeld der Gaststätte dokumentiert.


Drogenrazzia in Esch/Alzette.
Koks statt Kaffee: Prozess nach Großrazzia in Esch
130 Polizisten waren an der Razzia am 16. Oktober 2018 in Esch/Alzette und den Vorbereitungen beteiligt. Im Visier: 21 Drogenhändler. 15 wird nun der Prozess gemacht. Nur neun erschienen zum Auftakt.

Bei 14 Dealern reichte die Beweislage letztendlich für eine Prozessführung aus.

Dabei handelt es sich vorrangig um zwei ganz unterschiedliche Tätergruppen: einerseits mehrere Luxemburger kapverdischer Herkunft, die vorrangig Marihuana verkauft hatten und andererseits Männer aus Nigeria, die in Frankreich unter prekären Umständen lebten und teilweise aus Metz und Nancy zum Drogenverkauf nach Esch/Alzette anreisten.

Sie wurden gestern zu Gefängnisstrafen zwischen zwölf und 36 Monaten verurteilt – bei fünf von ihnen wurde der Vollzug der Haftstrafe zur Hälfte zur Bewährung ausgesetzt.

Alle Verurteilten können binnen 40 Tagen Berufung gegen das Urteil einlegen.


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