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Drogenhandel im "Hells Angels"-Milieu: Zehn Jahre Haft für Hauptangeklagten
Lokales 21.12.2017 Aus unserem online-Archiv

Drogenhandel im "Hells Angels"-Milieu: Zehn Jahre Haft für Hauptangeklagten

Die Berufungsfrist beträgt 40 Tage.

Drogenhandel im "Hells Angels"-Milieu: Zehn Jahre Haft für Hauptangeklagten

Die Berufungsfrist beträgt 40 Tage.
Foto: Pierre Matgé
Lokales 21.12.2017 Aus unserem online-Archiv

Drogenhandel im "Hells Angels"-Milieu: Zehn Jahre Haft für Hauptangeklagten

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Durch den Verkauf von Drogen soll Boban B. knapp 1,36 Millionen Euro eingenommen haben. Nun muss er für zehn Jahre in Haft und eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro zahlen.

(SH) - Durch den Verkauf von Drogen soll Boban B. knapp 1,36 Millionen Euro eingenommen haben. Nun muss er für zehn Jahre in Haft. Diese Entscheidung gaben die Richter aus erster Instanz am Donnerstag bekannt. Zudem wurde er zu einer Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro sowie zu einem fünfjährigen Fahrverbot verurteilt.

Boban B. wurde im Prozess gegen zehn Personen, darunter mehrere Männer aus dem Umfeld der „Hells Angels“, neben dem Handel mit Drogen diverse Betrugsdelikte im Zusammenhang mit Autoverkäufen und dem Konkurs einer Metzgerei vorgeworfen. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft hatte während der Verhandlung eine 20-jährige Haftstrafe gefordert. Auch weil für sie der erschwerende Tatbestand der kriminellen Vereinigung gegeben war. Sie hatte von einer „mafiösen Struktur“ gesprochen, in der die legalen Aktivitäten, wie der Autoverkauf, dazu gedient hätten, das Geld der illegalen Aktivitäten, sprich dem Drogenhandel, zu waschen. Gegen Boban B. hatte auch sein Verhalten während der Ermittlungen gesprochen. Er hatte nicht nur die Polizeiarbeit behindert, sondern auch nach seiner Verhaftung aus dem Gefängnis noch Druck auf einige andere Angeklagte ausgeübt.

Drei Freisprüche

Gegen Kevin K., rechte Hand von Boban B. und laut Staatsanwaltschaft „verantwortlich für den Marihuanahandel“, wurde eine sechsjährige Haftstrafe, davon zwei Jahre auf Bewährung, sowie eine Geldstrafe in Höhe von 5.000 Euro gesprochen. Frank V., mutmaßlicher Cannabisproduzent und -zulieferer der Bande, muss sechs Jahre ins Gefängnis und 7.500 Euro zahlen. Die drei angeklagten Marihuanadealer David G., Patrick P. und Paulo F. wurden unterdessen zu vierjährigen Haftstrafen – teilweise mit Strafaufschub - sowie zu Geldstrafen von 2.500 Euro verurteilt, Laura S., damalige Freundin von Boban B., zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung und einer Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro. Sie soll zwar nicht aktiv am Drogenhandel teilgenommen haben, gilt dennoch als Komplizin.

Feti P., Luca S. und Geert D., die sich wegen Kokainhandels vor Gericht verantworten mussten, wurden freigesprochen.

Alle Parteien haben 40 Tage Zeit, um gegen das Urteil aus erster Instanz Berufung einzulegen.

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