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Drogenhändler im Visier
Lokales 13.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Berufungsprozess gegen nigerianische Bande

Drogenhändler im Visier

Die Polizei hatte am 27. Oktober 2015 in Wasserbillig zugeschlagen.
Berufungsprozess gegen nigerianische Bande

Drogenhändler im Visier

Die Polizei hatte am 27. Oktober 2015 in Wasserbillig zugeschlagen.
Foto: Chris Karaba
Lokales 13.11.2017 Aus unserem online-Archiv
Berufungsprozess gegen nigerianische Bande

Drogenhändler im Visier

Sophie HERMES
Sophie HERMES
Mit dem Strafantrag geht der Berufungsprozess um das nigerianische Drogennetzwerk aus Wasserbillig in die entscheidende Phase. Der Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft ließ kaum Zweifel aufkommen, in welche Richtung sein Antrag gehen wird.

(SH) - „Joseph E. hat das Ganze organisiert und geplant. Darüber brauchen wir gar nicht zu reden.“ Der Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft ließ am Montag gleich zu Beginn durchblicken, in welche Richtung sein Strafantrag gehen wird.

Doch nicht nur auf den mutmaßlichen Kopf der Drogenbande aus dem Haus „G33“ in Wasserbillig hatte er es abgesehen. „Bekky T. hat lange mitgemacht“, führte der Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft weiter aus. Deshalb könne sie in keinem Fall als Opfer betrachtet werden, sie sei vielmehr als Täterin oder zumindest als Mittäterin zu sehen.

Miete, Transfers, Telefonkontakte

Anschließend ging er im Detail auf die Vorwürfe gegen die einzelnen Dealer ein. Dabei verdeutlichte er zum einen, welch hohe Summen die Händler für die Unterkunft im Haus auf Nummer 33 der Grand-Rue in Wasserbillig bezahlt hatten. Fast alle hätten zugegeben, dass zumindest ein Teil des Geldes aus dem Drogenverkauf stammte. Zum anderen führte er auf, wie viel Geld – teilweise mehrere Tausend Euro – nach der Polizeiaktion im Oktober 2015 in Wasserbillig bei den einzelnen Personen gefunden worden waren, wie viele Transaktionen ins Ausland ihnen nachgewiesen werden konnten und wie viele Telefonkontakte die einzelnen Männer zu dem belgischen Zulieferer hatten. Wie er bemerkte, seien die Summen und Zahlen aus erster Instanz  zurückzubehalten.

Der Vertreter der Generalstaatsanwaltschaft wird seinen Strafantrag am Mittwoch fortsetzen. Dann wird er sich mit den Vorwürfen gegen Joseph E., Bekky T. und Victor N. befassen.

In erster Instanz war Joseph E. als Anführer der Bande zu einer Haftstrafe von 15 Jahren sowie zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro verurteilt worden. Das gleiche Strafmaß hatten die Richter im März dieses Jahres gegen Victor N., der die Bande mit Kokain belieferte, verhängt. Bekky T., Geliebte von Joseph E. und Betreiberin des Drogenhauses, war zu einer Haftstrafe von neun Jahren und einer Geldstrafe in Höhe von 2.500 Euro verurteilt worden, die 18 Straßenhändler jeweils zu sechs Jahren und 1.000 Euro.

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