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Drei Lebensgeschichten aus Luxemburg: „Auch wir waren Flüchtlinge“
Lokales 2 Min. 26.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Drei Lebensgeschichten aus Luxemburg: „Auch wir waren Flüchtlinge“

Theo Jacoby flüchtete im Jahr 1940 für einige Wochen nach Frankreich.

Drei Lebensgeschichten aus Luxemburg: „Auch wir waren Flüchtlinge“

Theo Jacoby flüchtete im Jahr 1940 für einige Wochen nach Frankreich.
Foto: Steve Remesch
Lokales 2 Min. 26.10.2015 Aus unserem online-Archiv

Drei Lebensgeschichten aus Luxemburg: „Auch wir waren Flüchtlinge“

Carlos Pereira und Mustafa Bijelic kamen vor Jahren als Flüchtlinge nach Luxemburg und sind heute fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Theo Jacoby musste das Großherzogtum einst als Flüchtling verlassen. Ein Land, drei Lebensgeschichten.

(str) - Bürgerkrieg in Syrien und im Irak, Folter in Eritrea, Armut am Balkan: Tausende Menschen suchen dieser Tage in Europa nach einem sicheren Hafen. Auch in Luxemburg. Selten zuvor wurde die Flüchtlingsfrage derart in der Öffentlichkeit debattiert.

Dabei hat es sie schon immer gegeben, Vertriebene, Emigranten oder auch Gastarbeiter. Sie haben ihr Glück im Großherzogtum gesucht und viele haben es auch gefunden. Einige haben das Land später wieder verlassen. Andere sind heute fester Bestandteil unserer Gesellschaft.

Ein Land, drei Lebensgeschichten:

47.000 Menschen aus dem Süden des Landes mussten im Mai 1940 ihre Heimat verlassen. Der damals 15-jährige Theo Jacoby aus Esch/Alzette war einer von ihnen. Er floh mit seiner Familie nach Frankreich. Zu Fuß und mit der Bahn gelangte er nach Beaumont-sur-Vingeanne, ein Dorf im Burgund.


47 000 Menschen aus dem Süden des Landes mussten im Mai 1940 ihre Heimat verlassen. Der damals 15-jährige Theo Jacoby aus Esch/Alzette war einer von ihnen.
Im Zweiten Weltkrieg: Theo Jacoby, Kriegsflüchtling aus Esch/Alzette
47 000 Menschen aus dem Süden des Landes mussten im Mai 1940 ihre Heimat verlassen. Der damals 15-jährige Theo Jacoby aus Esch/Alzette war einer von ihnen.

Sechs Wochen später - als das Sperrgebiet im Süden Luxemburgs aufgehoben war - ging es wieder zurück nach Luxemburg. Im Video erinnert er sich unter anderem an die Freundlichkeit, mit der er von den Franzosen aufgenommen wurde.

Der Vater von Gewerkschafter Carlos Pereira flüchtete 1967 vor Armut und Diktatur in Portugal und gelangte nach Luxemburg. Zwei Jahre später ließ er seine Frau und den vierjährigen Sohn Carlos per Schleuser ins Großherzogtum holen.


Portugal verlassen: Carlos Pereira, per Schleuser nach Luxemburg
Die Familie von Gewerkschafter Carlos Pereira flüchtete 1969 in einer Nacht- und Nebelaktion vor Armut und Diktatur in Portugal.

Pereira fordert im Video-Interview mehr Verständnis für Flüchtlinge, die heute ins Land kommen.

Carlos Pereira unterhielt mit seiner Mutter selten über die Flucht aus Portugal. Sie habe ungern darüber gesprochen, erzählt er.
Carlos Pereira unterhielt mit seiner Mutter selten über die Flucht aus Portugal. Sie habe ungern darüber gesprochen, erzählt er.
Foto: Steve Remesch

Tuzla, die Heimatstadt des bosnischen Fernsehreporters Mustafa Bijelic, lag 1995 eigentlich in einer UN-Schutzzone. Doch dann explodierte eine Artilleriegranate inmitten einer Menschenmenge und tötete 71 Menschen. Wenig später erhielt Mijelic die Möglichkeit, beruflich nach Straßburg zu reisen. Als er in das Flugzeug dorthin stieg, wusste er, dass er nicht zurückkehren würde.


Heute Luxemburger: Mustafa Bijelic auf der Flucht vor dem Balkankrieg
Tuzla, die Heimatstadt des bosnischen Fernsehreporters Mustafa Bijelic lag 1995 eigentlich in einer UN-Schutzzone. Doch dann explodierte eine Artilleriegranate inmitten einer Menschenmenge und tötete 71 Menschen.

Aufgrund von persönlichen Kontakten kam er ins Großherzogtum, seine Familie reiste nach. Sie erhielten viel Unterstützung von Bekannten. "In Luxemburg habe ich mich von Anfang an sehr wohl gefühlt“, sagt Mustafa Bijelic.

Mustafa Bijelic besitzt heute die luxemburgische Staatsangehörigkeit.
Mustafa Bijelic besitzt heute die luxemburgische Staatsangehörigkeit.
Foto: Steve Remesch



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