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Direkte Zugverbindungen : "Von wegen Wahlkampf"
Direkte Zugverbindungen Düdelingen - Luxemburg - Photo : Pierre Matgé

Direkte Zugverbindungen : "Von wegen Wahlkampf"

Pierre Matgé
Direkte Zugverbindungen Düdelingen - Luxemburg - Photo : Pierre Matgé
Lokales 2 Min. 01.06.2017

Direkte Zugverbindungen : "Von wegen Wahlkampf"

Luc EWEN
Luc EWEN
Die Bürgermeister von Düdelingen, Kayl und Rümelingen reagieren auf die Streichung einiger direkten Zugverbindungen und auf die Aussagen von Minister Bausch.

(L.E.) - Vorhandene Bahninfrastrukturen sollten auch genutzt werden, finden die Bürgermeister der drei Gemeinden, die während einer Übergangsphase von vier Jahren weniger direkte Zugverbindungen zur Hauptstadt haben sollen als bisher.

„Von Wahlkampf kann keine Rede sein“ und „der jahrzehntelange Abbau an der Kayltalstrecke ist schuld an deren geringen Nutzung“, hallte es am Donnerstag aus dem Düdelinger Stadthaus zurück an die Adresse von Minister François Bausch. Der hatte im LW  zur Reduzierung der direkten Zugverbindungen vom Kayltal und von Düdelingen Richtung Hauptstadt gesagt, von Abbau könne keine Rede sein und die Pressekonferenz der Gemeinden Düdelingen, Kayl und Rümelingen als „reinen Gemeindewahlkampf“ bezeichnet.

Eben diese Pressekonferenz fand wie angekündigt statt und die Bürgermeister Dan Biancalana (Düdelingen), John Lorent (Kayl) und Henri Haine (Rümelingen) stellten ihre Sicht der Dinge klar. In den drei Gemeinderäten seien parteiübergreifend Resolutionen gestimmt worden, die die Regierung auffordern, ihre Entscheidung zu überdenken. Man hätte zu jedem anderen Zeitpunkt gleich reagiert, so das Credo. Wahlkampf sei das also nicht.

Von dürren Ästen und geschlossenen Schaltern

Was die Kayltalstrecke betrifft, so könne er sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Einwohner des Tals nun die Kosten der Fehler der vergangenen Jahre tragen müssten, meinte John Lorent. Durch diese Fehler sei das Nadelöhr zwischen Bettemburg und der Hauptstadt entstanden, das nun beseitigt werden müsse. Es könne aus landesplanerischer Sicht nicht sein, dass eine Region wachsen solle, dann aber die vorhandenen Schienen nicht genutzt würden.

Was das Umsteigen in Noertzingen angeht, so nannte Lorent diesen Halt „een dieren Aascht“. Besser wäre es die Fahrgäste, wenn überhaupt, in Schifflingen umsteigen zu lassen. Dieser Bahnhof sei ansprechender und an das TICE-Netz angebunden. Auch erinnerte er an die Forderung nach einer direkten Zugverbindung nach Belval und brachte zudem eine weitere zum Bahnhof Pfaffental ins Spiel.

Henri Haine entzürnte sich über Bauschs Aussage, es gäbe keinen Abbau. Der Abbau habe jahrelang permanent stattgefunden. „2010 hing auf einmal ohne Vorwarnung ein Zettel am Rümelinger Bahnhofsschalter mit der Aufschrift ,zeitweilig geschlossen‘. Seither ist er zu.“ Dass angeblich nur 90 Fahrgäste betroffen seien, sei dadurch zu erklären, dass die CFL seit Jahren die Strecke vernachlässige.

Haine meinte, dass seit jeher, wenn es irgendwo im Land Krankmeldungen gäbe, Bahnpersonal von der Kayltallinie abgezogen werde, um zu ersetzen. So käme es immer wieder zu Ausfällen.

Was die Düdelinger Strecke betrifft, so forderte Dan Biancalana mindestens zwei morgendliche Direktverbindungen. Er erinnerte daran, dass der Bahnhof in Volmerange (F) integral vom Luxemburger Staat bezahlt worden war. Die von Minister Bausch im LW ins Spiel gebrachten Busse stünden im Endeffekt auch im morgendlichen Stau und seien somit keine Lösung.

Einig waren sich die Gemeindeväter vor allem darin, dass man sich keinem Dialog verschließe und diesen auch weiter suche. Es könne aber nicht sein, dass vorhandene Bahninfrastrukturen unzureichend genutzt würden.

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