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Dippach-Gare: Trauerspiel „Contournement“

Dippach-Gare: Trauerspiel „Contournement“

Lokales 2 Min. 04.01.2013

Dippach-Gare: Trauerspiel „Contournement“

Von 2004 bis 2012, also volle acht Jahre, hat die Großbaustelle zum Ausbau der Zugstrecke Petingen- Luxemburg beansprucht. Jetzt ist der Ausbau fertig, und ich muss schon sagen: Hier wurde gute Arbeit von Seiten der CFL geleistet.

Von 2004 bis 2012, also volle acht Jahre, hat die Großbaustelle zum Ausbau der Zugstrecke Petingen- Luxemburg beansprucht. Jetzt ist der Ausbau fertig, und ich muss schon sagen: Hier wurde gute Arbeit von Seiten der CFL geleistet.

Laut eigenen Aussagen hatte auch die Straßenbauverwaltung schon 2004 mit den Vorbereitungen zum Bau des „Contournement Dippach-Gare“ begonnen. Geschehen ist bisher, zumindest für das Auge, noch nichts. Warum eigentlich?

Lediglich die Unterführung der Eisenbahnstrecke wurde während des Ausbaus der Zugstrecke realisiert. Der zeitgleiche Ausbau ist nicht gelungen, da (Zitat der Straßenbauverwaltung), „nicht mit allen Grundstücksbesitzern Einigungen erzielt werden konnten“. Das ist doch wohl ein Ding. Acht Jahre verstrichen und noch immer kein Resultat!

Aber es kommt noch dicker: Erneutes Zitat: „Im Zweifelsfall wird auch eine Enteignung der Eigentümer in Erwägung gezogen“. Also zu diesem Schritt durchgerungen hat man sich bisher noch immer nicht.

Bei so viel Immobilismus wundert sich niemand mehr, dass die Nordstraße nach 20 Jahren, Planung einbegriffen, noch immer nicht fertig ist.

Das traurigste aller Straßenbaukapitel ist und bleibt aber die Bypass-Geschichte auf der A 13 bei Hellingen. Nach Fertigstellung fast aller anderen Bauarbeiten auf der A 13 hat man schlussendlich auch beim letzten Grundbesitzer die Enteignungsprozedur eingeleitet. Das war nun aber wirklich keine Sekunde zu früh!

Tausende von A 13-Benutzern sehnen tagtäglich das Ende dieses Trauerspiels herbei. Und das schon seit Jahren.

Genau dieselbe Geiselnahme tausender Autofahrer durch einen einzelnen oder mehrere Grundbesitzer besteht jetzt auch in Dippach-Gare.

Ja natürlich: Die Enteignungsprozedur ist eine langwierige Angelegenheit und ist durch Gesetz genau festgelegt. Und an die Gesetze wird sich strikt gehalten! Deshalb wäre es jetzt aber allerhöchste „Eisenbahn“, dass der Gesetzgeber sich dieses Gesetz vorknüpft und die entsprechenden Anpassungen vornimmt.

Hätte man das aktuelle Luxemburger Enteignungsgesetz integral so in Frankreich angewandt, dann wäre der erste TGV wohl frühestens im Jahre 2050 gestartet.

Aber nochmals zurück zum „Contournement Dippach-Gare“: Im Jahre 2004 war die Trasse der Umgehungsstraße so gut wie festgelegt. Soll mir doch bitte einer erklären, warum nicht sofort die Enteignungsprozedur eingeleitet wurde! Dass man die Grundstücke erwerben will, und schlussendlich ja auch bekommen wird, steht ja wohl außer Frage. Und wenn die Prozedur einmal angelaufen ist, kann man immer noch, da wo die Verhandlungen mit den Grundbesitzern zu Einigungen führen, diese wieder abbrechen. Zeitgewinn: gerne acht bis zehn Jahre.

Aber wie bei Hellingen und Dippach-Gare gesehen: Es geht auch anders!

Jos Meyer,

jomenie@pt.lu

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