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Dippach-Gare: Die Sache mit der Genehmigung
Lokales 3 Min. 12.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Dippach-Gare: Die Sache mit der Genehmigung

Voraussichtlich 2024 soll die Wartezeit am Bahnübergang von Dippach-Gare ein Ende haben.

Dippach-Gare: Die Sache mit der Genehmigung

Voraussichtlich 2024 soll die Wartezeit am Bahnübergang von Dippach-Gare ein Ende haben.
Foto: Guy Jallay
Lokales 3 Min. 12.03.2020 Aus unserem online-Archiv

Dippach-Gare: Die Sache mit der Genehmigung

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Der Verzug beim Bau der Umgehungsstraße von Dippach-Gare sorgt auch im Parlament für Diskussion. Die CSV spricht von einem "Paradebeispiel staatlicher Schlamperei". Die Regierung relativiert den Rückstand.

Eigentlich hätte der Bau der Umgehungsstraße am Bahnübergang in Dippach-Gare dieses Jahr beginnen sollen. Daraus wird aber nichts. Wie das "Luxemburger Wort" Anfang Februar berichtete, sind noch zusätzliche Umweltprüfungen notwendig.

Die CSV-Fraktion im Parlament hat deshalb die beiden Minister von Déi Gréng, François Bausch (Mobilität) und Carole Diesbourg (Umwelt), am Donnerstag in einer Sitzung der beiden zuständigen parlamentarischen Ausschüssen bestellt. 

"Staatliche Schlamperei"

Nach der Sitzung gefragt, ob er Antworten auf seine Fragen erhalten habe, sagte der Abgeordnete der CSV-Opposition Gilles Roth: "Ja, leider". Er sprach von einem "Paradebeispiel staatlicher Schlamperei".

Damit gemeint war, dass in der Straßenbauverwaltung verpasst wurde, die Verlängerung einer Genehmigung beim Umweltministerium rechtzeitig anzufragen.

So sieht die Trasse der künftigen Umgehungsstraße aus. Sie wird etwa 2,5 Kilometer lang sein.
So sieht die Trasse der künftigen Umgehungsstraße aus. Sie wird etwa 2,5 Kilometer lang sein.
Grafik: Straßenbauverwaltung

Genehmigung zu spät verlängert

Wie der Angeordnete und Dippacher Schöffe Max Hahn (DP) erklärte, war 2010 eine Genehmigung unter Auflagen für das Straßenbauprojekt in Dippach-Gare vom Umweltministerium erteilt worden. 

Weil das Projekt aber wegen der langen Enteignungsprozedur nicht vorankam, wurde diese Genehmigung im Zweijahresrhythmus, stets auf Anfrage des Mobilitätsministeriums, erneuert. Bis zuletzt im März 2016.

Im März 2018 wurde aber verpasst, sie erneut anzufragen. Die Anfrage sollte erst im August erfolgen. Da konnte das Umweltministerium keine Verlängerung mehr für etwas erteilen, das nicht mehr genehmigt war. Und zudem war in der Zwischenzeit das neue Naturschutzgesetz gestimmt worden.

Zusätzliche Auflagen

Geschlossen ist die Bahnschranke im Durchschnitt 24 Minuten pro Stunde. Das Maximum liegt bei 37 Minuten pro Stunde.
Geschlossen ist die Bahnschranke im Durchschnitt 24 Minuten pro Stunde. Das Maximum liegt bei 37 Minuten pro Stunde.
Foto: Guy Jallay

Also musste eine neue Anfrage gestellt werden. Weil das Projekt, und vor allem die Gesetzeslage, sich seitdem geändert hatten, waren die Anforderungen nun nicht mehr die gleichen. Zusätzlich kommt die Ausweisung einer Natura-2000-Zone im Jahr 2016, der einen Teil des Bauprojektes betrifft.

So müssen nun mehrere Studien, darunter eine Biotopenwertbilanzierung, eine Fledermaus-kundliche Impaktstudie oder noch eine Bestandserfassung von Vogelarten erfolgen. Zudem wird auch die Luftqualität überprüft werden.  

Etwa ein Jahr Verzug

Bis Herbst werden diese zusätzlichen Studien vorliegen, relativierte Mobilitätsminister François Bausch. Demnach handle es sich um einen Verzug von nicht gerade einem Jahr. Er machte darauf aufmerksam, dass das Projekt bereits von 2005 an schleppt. Auch wenn diese keine Entschuldigung sei, stelle diese neueste Entwicklung, im Vergleich, nur einen kleinen Rückschlag dar.


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Anfang 2020 sollten die Arbeiten für die Umgehungsstraße beginnen. Nun wird eine weitere Studie gefordert und der Baubeginn rückt in weite Ferne.

Ähnlich argumentierte Ministerin Carole Dieschbourg. "Das größte Problem stellte die Enteignung dar", sagte sie. Deshalb müsse das Projekt nun juristisch hieb- und stichfest sein. 

Auf die Kommunikation zwischen Umwelt- und Mobilitätsministerium angesprochen, sagte sie, dass Kommunikation sicherlich stets verbessert werden könne. Aber seit 2014 wurde eine Koordinierung zwischen den beiden Ministerien eingeführt. 

Die Zugbrücke für die Umgehungsstraße steht schon länger.
Die Zugbrücke für die Umgehungsstraße steht schon länger.
Foto: Guy Jallay

Wie geht es weiter?

Voraussichtlich sollen diese Studien, wie gesagt, bis Ende des Sommers abgeschlossen werden. Nach den Sommerferien beginnt die öffentliche Anhörungsphase. Dann ist unter anderem eine Informationsversammlung für Bürger vorgesehen. 

Anfang 2021 soll dann die Ausschreibungsprozedur beginnen. Mit dem Beginn der Arbeiten vor Ort wird für Herbst 2021 gerechnet. Die Arbeiten sollen zweieinhalb Jahre in Anspruch nehmen. Demnach soll die Umgehungsstraße 2024 eröffnen.

Brücke als Übergangslösung?

Um das Problem kurzfristig zu lösen, hatte der Abgeordnete Fernand Kartheiser (ADR) während der Sitzung den Bau einer provisorischen Brücke vorgeschlagen. Darauf wurde aber nicht eingegangen, zeigte er sich enttäuscht. 

Dazu sagte Max Hahn, dass wenn es eine einfache Lösung gebe, man diese schon gefunden hätte. Er persönlich hoffe, dass jetzt der Termin von 2024 eingehalten werde. Der Gemeinde Dippach sei in dieser Angelegenheit auf den Staat angewiesen.

2024 soll das Warten in Dippach-Gare ein Ende bekommen.
2024 soll das Warten in Dippach-Gare ein Ende bekommen.
Foto: Guy Jallay

Yves Cruchten (LSAP) sah seinerseits den eigentlichen Skandal in der langen Zeit, die Bauprojekte in Luxemburg benötigen. "Dafür ist es Paradebeispiel", sagte er. Der Bau der Umgehungsstraße geht auf den Ausbau der CFL-Strecke zwischen Petingen und Luxemburg-Stadt zurück. Sie ist seit 2012 doppelgleisig. 


Lok , Gemeinde Dippach , rue Tajel , Schouweiler , Haus nr.5 Foto: Guy Jallay/Luxemburger Wort
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Bereits 2003 sei der Bau der Umgehungsstraße entschieden worden. "Das sind 20 Jahre zwischen der Entscheidung und dem Resultat", gibt er zu Bedenken.



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5.12. Sueden / Dippach-Gare / Bahnuebergang , Bahnschranke    Foto: Guy Jallay