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Digitale Oktave 2020: Deutliche Worte des Kardinals

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Digitale Oktave 2020: Deutliche Worte des Kardinals

Digitale Oktave 2020: Deutliche Worte des Kardinals

Digitale Oktave 2020: Deutliche Worte des Kardinals


05.05.2020

Die Wallfahrt zur Trösterin der Betrübten ist fester Bestandteil der luxemburgischen Geschichte und Gegenwart.Foto: Anouk Antony

Zwei Wochen digitale Oktave sind zu Ende - Beim Abschlussgottesdienst fand Kardinal Hollerich ungewohnt deutliche Worte für die aktuelle Situation.

Von Sarah Schött und Michael Merten 

Alles ist anders. Die Corona-Pandemie hat die Art und Weise unseres  Zusammenlebens nachhaltig beeinflusst und tut es noch. Davon bleibt auch ein großes christliches Fest in Luxemburg nicht verschont - die Muttergottes-Oktave. Während normalerweise jährlich viele tausend Menschen zur "Trösterin der Betrübten" in die hauptstädtische Kathedrale pilgern, muss das Fest in diesem Jahr aufgrund der Kontakbeschränkungen digital stattfinden. 

Auf dieser Seite informieren wir Sie über die verschiedenen Programmpunkte der "digitalen Oktave". 

 Sehen Sie hier die Gottesdienste im Livestream

Wenn Probleme mit dem Livestream auftauchen, finden Sie eventuell hier die Lösung.

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16./ 17. Mai
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Foto: Anouk Antony

Kardinal Hollerich beendet Oktave mit Appell an die Regierung

Fast könnte man ihn vergessen, den Ausnahmezustand. Könnte man den Eindruck gewinnen, dass alles wie immer sei. Als die Orgel ansetzt und die Teilnehmer der Messe mit Inbrunst das Schlusslied "O Mamm, léif Mamm do uewen" anstimmen. "Ech sinn, sou wäit ech denken, e Muttergotteskand; Wie soll sech hier net schenken am Lëtzebuerger Land?" Dann erklingt zum Auszug Händels "Halleluja" – und die Oktave 2020 ist vorbei.

Eine Wallfahrt für die Geschichtsbücher. Denn die Muttergottesoktave verlief unter Ausschluss der Gläubigen, die zwar zu bestimmten Zeiten zum individuellen Gebet in die Kathedrale kommen, aber nicht an Andachten und Gottesdiensten teilnehmen durften. Alle Programmpunkte wurden im Internet übertragen, bestimmte Messen auch im Radio und Fernsehen. Der Schutz vor Corona hatte Vorrang.

Das gilt auch im nordrhein-westfälischen Marienwallfahrtsort Kevelaer, wo ein Abbild der Luxemburger "Consolatrix Afflictorum" verehrt wird. Dennoch wurde die dortige Wallfahrt schon am 1. Mai unter Beteiligung der Gläubigen gefeiert – mit 150 genau markierten Sitzplätzen. Zu Beginn der zweiten Oktavwoche hat das öffentliche Leben in Luxemburg langsam wieder Fahrt aufgenommen. In mehr und mehr europäischen Ländern kehrten die Kirchen zu öffentlichen Messen zurück; sogar in Italien, einem der Hauptkrisenländer, können die Gläubigen ab heute wieder zur Messe gehen.

Auch er habe zahlreiche Anfragen von Gläubigen bekommen, „ich bin auf der Straße angehalten worden“, erzählt Kardinal Jean-Claude Hollerich in seinen einführenden Worten. Darauf sei er noch eine Antwort schuldig, sagt der Erzbischof – und gibt sie mit für den gewohnt diplomatisch auftretenden Kirchenführer deutlichen Worten.

Keine Reaktion auf Schutzkonzept

"Wir haben natürlich ein Schutzkonzept ausgearbeitet". Dieses sei am 6. Mai beim Staatsministerium eingereicht worden, eine Reaktion jedoch ausgeblieben. "Wir haben versucht, anzurufen – etliche Male", berichtet Hollerich. Erst eine Woche nach dem Einreichen des Dossiers, am 13. Mai, sei dem Erzbistum mitgeteilt worden, dass die Unterlagen nun ans Gesundheitsministerium weitergeleitet worden seien.

Kardinal Hollerich kritisierte, dass das Erzbistum noch keine Rückmeldung auf sein Schutzkonzept bekommen habe.
Kardinal Hollerich kritisierte, dass das Erzbistum noch keine Rückmeldung auf sein Schutzkonzept bekommen habe.
Foto: Guy Jallay

 Das Erzbistum habe versucht, direkt mit Staatsminister Xavier Bettel zu sprechen. "Wir bekamen gesagt, das sei nicht möglich." Auch eine SMS von Weihbischof Leo Wagener sei nicht beantwortet worden. Religionsfreiheit sei ein Menschenrecht, betonte Hollerich. Selbstverständlich müsse dieses Recht in einer Pandemie abgewogen werden, weshalb das Erzbistum seine Verantwortung übernommen und öffentliche Messen abgesagt habe.

Einige Menschen hätten ihm gesagt, es sei absichtlich, dass die Kirche keine Antwort auf ihr Schutzkonzept bekommen habe. Das glaube er persönlich nicht, sagte der Kardinal: "Ich glaube nur, dass wir vollkommen egal sind – und das macht einen enttäuscht und wütend." Er habe damit gerechnet, dass die Behörden Rückmeldung zum Konzept geben würden; dass vielleicht der Hinweis komme, dass dieses oder jenes abgeändert werden solle. Aber das sei nicht geschehen. "Absolut keine Reaktion, kein Dialog."

Für Katholiken sei eine Messe nicht irgendeine Veranstaltung. "Eine Messe gehört zum Wesen vom katholischen Christsein dazu." Nachdem er die Weihe an die Trösterin der Betrübten erneuert hatte, würdigte Hollerich die Kreativität und den Einsatz der Mitarbeiter, die binnen kurzer Zeit ein Konzept für eine digitale Oktave ausgearbeitet und umgesetzt hätten.

Ich glaube nur, dass wir vollkommen egal sind – und das macht einen enttäuscht und wütend.

Kardinal Jean-Claude Hollerich

Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter betonte auch Generalvikar Patrick Muller, der tags zuvor an der gemeinsamen Messe der Vereinigungen der Umgesiedelten und Zwangsrekrutierten bei der 75. Oktavmesse nach Kriegsende mitgewirkt hatte. "Es sind neue Initiativen entstanden", sagte er. "Zusammen Kirche sein bedeutet auch immer Neues wagen." Leider seien die neuen, digitalen Angebote wohl für viele ältere Gläubige nicht zugänglich gewesen. Doch für Besucher bleibe der Votivaltar bis Oktober stehen. Muller betont, dass das Erzbistum trotz des Deconfinement zum 11. Mai keine Lockerungen bei der Wallfahrt geplant habe. "Wir waren da auch sehr vorsichtig", sagt er.

"Aber wir wollen jetzt nach der Oktave eigentlich mit strengen Vorsichtsmaßnahmen für den Einlass vorgehen, so wie das ja auch in den Museen wieder möglich ist." Schließlich stehen mit Christi Himmelfahrt und Pfingsten hohe kirchliche Feiertage unmittelbar bevor. "Wir warten jetzt und hoffen auf einen Dialog, der sicher jetzt kommen wird nach diesem beherzten Aufruf des Kardinals", betont Muller. Die Kirche sei weiter zum Dialog mit den staatlichen Autoritäten bereit.

Hören Sie hier die Predigt von Kardinal Hollerich zum Abschluss der Oktave:

16. Mai

Froh alt werden

In der letzten Oktavpredigt geht es um das Thema "Frou al ginn a getréischt al sinn", Jes 43,1-3 / Joh 19,25-27.

"Das Alter ist nichst Schönes." Das, so Oktavprediger Jean-Pierre Reiners, höre er immer wieder im Gespräch mit älteren Menschen. Vieles sei im Alter nicht mehr so einfach machbar wie in jungen Jahren. 

Neben der Tatsache, dass man immer mehr Hilfsmittel benötige - Brillen oder Hörgeräte etwa - komme auch der Zeitpunkt, an dem Körper und Geist abbauten. Der Verlust von lieben Menschen, langes Alleinesein und sich nicht mehr nützlich zu fühlen täten ihr übriges. "Dazu kommt, dass man auf Hilfe anderer angewesen ist. Autonomie und bis dahin gelebte Freiheit gehören der Vergangenheit an." 

Zwar wolle man gerne ein gesegnetes Alter erreichen, habe aber auch Angst vor dem Negativen, was damit verbunden sein könne. Reiners sprach in seiner Predigt jedoch von zwei "Altersversicherungen", die Christen hätten. 

Gott bleibe auch im Alter an der Seite der Menschen, er sei ein treuer Gott, so der Oktavprediger. "Von ihm dürfen wir Geborgenheit und Sicherheit empfangen. Bei ihm dürfen wir uns ausruhen, wenn unsere Kräfte nachlassen", versicherte Reiners. 

Als zweite "Altersversicherung" nannte Reiners Maria. "Am Kreuz hat Jesus sie uns allen zur Mutter gegeben. Der Herr trägt uns und Maria, unsere Trösterin bittet für uns." 

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15. Mai
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Foto: Anouk Antony

Den Auftrag erfüllen

In seiner 12. Oktavpredigt widmet sich Jean-Pierre Reiners dem Wappenspruch von Kardinal Hollerich: "Annuntiate (Verkënnegt), 1 Thess 1,5c-10

Der Oktavprediger begann mit einer Sage, wonach der Teufel Jesus gefragt habe, ob sein Plan, Menschen für die Verkündigung einzusetzen, nicht riskant wäre. "Sehr riskant sogar, die Kirche könnte daran zugrunde gehen, aber einen anderen Plan habe ich nicht", soll Jesus demnach geantwortet haben. "Jesus hat keinen Plan B. In einer Zeit ohne Zeitung und Fernsehen, Computer und Internet, blieb ihm keine andere Möglichkeit, als die Weiterführung seines Werkes in die Hände von Menschen zu legen", so Reiners

Doch die Strategie sei aufgegangen. Jüngerinnen und Jünger seien in die Welt gezogen, hätten Gemeinschaften gegründet und die frohe Botschaft unter die Menschen gebracht. "Als Jüngerinnen und Jünger sind wir heute zur Verkündigung der Botschaft der Erlösung aufgerufen. In unseren Händen liegt es, dass das Evangelium den Weg in das Herz der Menschen findet." Das sei nicht nur Aufgabe der Hauptamtlichen, sondern aller Getauften.

Wir stellen uns selbst in den Mittelpunkt und betrachten unser Leben als den Nabel der Welt.

Jean-Pierre Reiners, Oktavprediger

Mission bedeute aber nicht nur, anderen etwas zu erzählen, sondern fange bei jedem selbst an. "Wir müssen alles daran setzen, dass wir den Glauben, den wir mit auf den Weg bekommen haben und die Kraft, die wir aus dem Glauben schöpfen, neu entdecken. Wenn wir das nicht schaffen, nutzt auch keine Mission nach Außen."

Dazu sei es wichtig, Christus zum Zentrum des Lebens zu machen, nicht aber die Götzen der heutigen Zeit. Derer gebe es viele. So zählte Reiners unter anderem Materialismus, Erfolg, Macht, Anerkennung, Stolz und Narzissmus auf. 

"Alle diese modernen Götzen haben etwas gemeinsam und einen Schwerpunkt: Ich, die eigene Person. Wir stellen uns selbst in den Mittelpunkt und betrachten unser Leben als den Nabel der Welt. Dabei vergessen wir die Mitmenschen und drängen Gott ins Abseits", so der Oktavprediger. Dabei gelte es, einen anderen Lebensentwrf zu zeigen. "Wie können wir überzeugte Christen sein, wenn wir den modernen Trend mitmachen - ansteckend auf andere wirken, wenn wir nicht anders leben als viele unserer Zeitgenossen?"

Gefragt seien authentische Christen,  die ohne Angst glauben, "konsequent mit demütigem Selbstbewusstsein und vor allem mit Freude leben und so eine Alternative zum heutigen Zeitgeist aufweisen und anbieten. Unser christliches Leben muss Wärme ausstrahlen, um Menschen mit Gott in Berührung zu bringen."  

Hören Sie hier die zwölfte Oktavpredigt.

Eine Oktave wie noch nie

Auch die Verantwortlichen der Oktave hat die Corona-Pandemie vor unerwartete Herausforderungen gestellt. Innerhalb kürzester Zeit mussten sie ein digitales Alternativprogramm entwerfen. Im Interview erzählt Renée Schmit, Vorsitzende der diözesanen Oktavkommission, wie die Verantwortlichen sich nach und nach auf die digitale Oktave eingelassen haben und was die Kirche für die Zukunft daraus lernen kann. 

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14. Mai
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Foto: Anouk Antony

Glaubensquellen

In seiner elften Oktavpredigt widmet sich Jean-Pierre Reiners dem Wappenspruch von Weihbischof Mgr. Leo Wagener: "Ad fontes fidei" (Zu de Quelle vum Glawen), 2 Thess 2,15-17;3,1.

Reiners ging zu Beginn seiner Predigt auf die aktuellen kirchlichen Probleme ein: Rückgang der Gottesdienstbesucher, abnehmendes Interesse an geistlichen Berufen, Abnahme des religiösen Wissens ... Diese Problematiken machten sich auch bemerkbar, wenn es um religiöse Feste gehe: "Weihnachten wird zum Geschenkefest. Ostern, das Fest der Aufersteheung, zum Frühjahrsfest, wo der Osterhase herghoppelt kommt. Allerheiligen wird duch Halloween verdrängt", so der Oktavprediger. Bedeutung und Wissen um den religiösen Inhalt gingen dabei immer mehr verloren. 

Christus alleine gibt unserem Glauben neue Energie.

Jean-Pierre Reiners, Oktavprediger

Unter diesen Umständen werde Glaubensvermittlung eine Herausforderung. "Eine Herausforderung, die aber für uns alle zu meistern ist, wenn wir uns den Quellen unseres Glaubens bewusst werden und daraus schöpfen."

In seiner Predigt nannte Reiners verschiedene Wege, zu den Quellen des Glaubens zu gelangen, so etwa das Lesen der Heiligen Schrift, das Gebet als vertrauensvolle Hinwendung zu Gott oder den Dienst am Nächsten. Aber auch die gemeinsame Feier der Eucharistie sei wichtig. "Sie ist und bleibt unersetzbare und ständige Quelle unseres Glaubens. Sollten wir nicht mit mehr Ehrfurcht auch auf den Inhalt achten und jeder Feier die Würde geben, die sie verdient?"

Letztendlich, so der Oktavprediger, gelte es, aus der Quelle zu schöpfen, die Christus heißt. "Jeder persönlich und zusammen als Kirche. Christus alleine gibt unserem Glauben neue Energie."

Hören Sie hier die elfte Oktavpredigt.

So kommt Maria nach Hause

"Morgen Abend um 18.30 Uhr gibt es eine Premiere: Zum ersten Mal wird eine Messe auf Polnisch in der Kathedrale von Luxemburg gelesen." erzählt Père  Roman Tyczynski. Er ist Seelsorger der polnischen Gemeinschaft in Luxemburg.

Mit dem "Luxemburger Wort" hat er über seine Gemeinde gesprochen und darüber, wie die virtuelle Oktave zu den Menschen kommt. 

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13. Mai
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Foto: Anouk Antony

Wärme und Solidarität

In der zehnten Oktavpredigt von Jean-Pierre Reiners geht es um "Succure miseris" (Komm de Bedürftegen zur Hëllef), den Wappenspruch von Mgr. Nicolas Adames, Mt 25,31-40.

Der Oktavprediger ging dabei der Frage nach, ob es Luxemburg gut gehe. Rein wirtschaftlich gesehen könne man es sicherlich so formulieren. "Unserem Land geht es gut. Ökonomisch gesehen, trotz Virus stimmt das. Aber Finanzen sind nicht alles für ein Land. Der Blick auf die Situation darf nicht alleine durch die wirtschaftliche Brille gesehen werden." Der eigentliche Reichtum eines Landes, so Reiners, seien die Menschen, die dort wohnen, leben und arbeiten. In dieser Hinsicht müsse die Frage erlaubt sein, ob es Luxemburg wirklich gut gehe. "Persönliche Erfahrungen, Gesrpäche und Nachrichten zeigen mir ein anderes Bild. Armut ist auch hier ein echtes Problem." 

Bei vielen bleibt am Ende vom Geld noch viel vom Monat übrig.

Jean-Pierre Reiners, Oktavprediger

Teure Mieten und Wohnungspreise sowie Arbeitslosigkeit drängten viele ans Existenzminimum. "Bei vielen bleibt am Ende vom Geld noch viel vom Monat übrig." Gerade Arbeitslosigkeit habe oft nicht nur finanzielle, sondern auch existenzielle Konsequenzen. "In einer Gesellschaft, in der sich vieles um Leistung dreht verlieren einige ihr Selbstwertgefühl." Daneben seien auch die Auswirkungen der Corona-Pandemie noch nicht auszumachen.  "Ohne Propheten zu sein wissen wir, dass Arbeitslosigkeit wachsen wird und viele in finanzielle Schwierigkeiten gestürzt werden."

Ein weiteres Problem laut Reiners: abnehmende Mitmenschlichkeit. Individualismus, Eifersucht und Profitgier zeichneten die Gesellschaft aus. "Wir wollen alles, und zwar direkt. Erfolg, Geld, Macht und Einfluss werden als höchste Lebensziele angesehen. Und dabei ist es uns egal, dass wir auf Kosten anderer Leben", kritisierte der Oktavprediger.

Reiners rief in seiner zehnten Predigt dazu auf, die Notleidenden der Trösterin anzuvertrauen.
Reiners rief in seiner zehnten Predigt dazu auf, die Notleidenden der Trösterin anzuvertrauen.
Foto: Anouk Antony

Der Umgang miteinander sei rau geworden. Fremde und Flüchtlinge, die eine neue Heimat suchten, seien misstrauischen Blicken ausgesetzt. "Im Zusammenleneben muss Mitmenschlichkeit der Ellenbogenmentalität Platz machen." Für alle, die Opfer dieser Einstellung geworden seien, gelte es " Succure miseris" zu rufen.

Doch auch ein noch so vertrauensvoller Ruf zu Maria reiche alleine nicht aus. "Ora et labora. Es darf nicht beim frommen Gebet bleiben. Zusammen kirche sein heißt auch, sich zusammen zu engagieren für Menschen in Not. Gehen wir dem Wunsch von Papst Franziskus folgend an die Peripherie der Gesellschaft und nehmen die in den  Blick, die auf Hilfe angewiesen sind. Vergessen wir nicht: der andere bleibt unser Bruder oder unsere Schwester, in ihm und ihr begegnen wir Chrsitus unserm Herrn."

Hören Sie hier die zehnte Oktavpredigt.

Erst "Homeschooling", dann "Homeoktave"

Seit rund eineinhalb Wochen läuft die digitale Oktave. Manche Gläubige verfolgen die Programmpunkte im Livestream - andere jedoch, die zum Beispiel nicht die technischen Möglichkeiten besitzen, sind auf Hilfe angewiesen.

Dank der Technik kommt die Oktave in diesem Jahr über das Internet zu den Menschen nach Hause.
Dank der Technik kommt die Oktave in diesem Jahr über das Internet zu den Menschen nach Hause.
Foto: Anouk Antony

Auch die Jüngeren, die vielleicht gerne als Messdiener bei der Wallfahrt dabei gewesen wären, mussten ihre Pläne ändern.

Marc Jeck hat sich für das "Luxemburger Wort" einmal angeschaut, wie die digitale Oktave bei den Gläubigen ankommt. 

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12. Mai
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Foto: Anouk Antony

Was bedeutet Wahrheit

In der neunten Oktavpredigt von Jean-Pierre Reiners geht es um den Wappenspruch von Mgr. Jean-Joseph Koppes: "Pax et veritas" (Fridden a Wourecht), Joh 14,1-6.

"Zwei Wörter, die es in sich haben", so der Oktavprediger. Zunächst zitierte er die Bedeutung des Wortes "Frieden" laut Duden. Dabei geht es hauptsächlich um Frieden als Gegensatz zu Krieg. Es bedeute aber viel mehr, so Reiners: "Das hebräische Wort für Frieden -  Schalom - zeigt das. Schalom bedeutet Geborgenheit, Heil, ein Zustand, in dem es Mensch und Natur gut geht, wo Sicherheit und Ordnung herrschen und Schwache Unterstützung finden." Es sei Aufgabe eines jeden, sich um einen solchen Frieden zu bemühen.

Foto: Anouk Antony

Was die Wahrheit angehe, so sei es schwer, diese in der heutigen Welt zu erkennen. Nach der Wahrheit zu fragen, sei verpönt, das Bekenntnis zu Toleranz zwinge Menschen gewissermaßen dazu, alle Meinungen über den Sinn des Lebens als gleichberechtigt anzusehen. "Aber wenn alles gleich gültig ist, dann ist alles gleichültig. Dann lohnt es sich nicht mehr, Position zu beziehen und zu verteidigen." Wer sich traue, eine klare Meinung zu haben, sei schnell dem Vorwurf der Intoleranz ausgesetzt. Als Folge davon verwässerten Aussagen. Und das, so Reiners, betreffe auch die Kirche. "Da wundert es nicht, dass wir bei vielen, auch jungen Leuten, unattraktiv geworden sind." Gerade sie suchten nach klaren Antworten - die sie in der Kirche aber nicht mehr fänden. 

Die Zeiten, in denen wir Glaubenserziehung auf den Religionsunterricht abwälzen konnten, sind vorbei.

Oktavprediger Jean-Pierre Reiners

Eine Antwort auf die Frage, was Wahrheit sei, gebe derweil Jesus selbst, wenn er sagt: "Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben". "Ohne intolerant zu klingen und im Respekt anderer Meinungen und Auffassungen, müssen wir als Christen bekennen, dass für uns Wahrheit einen Namen hat:  Jesus Christus, der Auferstandene."

Doch, so Reiners, Jesus Chrsitus werde in einer Welt vielfältiger Sinnangebote immer mehr zweitrangig. Die Frage sei nun, wie man diesem Trend begegnen könne. "Die Zeiten, in denen wir Glaubenserziehung auf den Religionsunterricht abwälzen konnten, sind vorbei. Das kann man bedauern und es ist bedauernswert. Aber die Zeit der Trauer über den Verlust müsste vorüber sein. Zusammen als Kirche sollten wir alle Energien bündeln, um zukünftigen Generationen eine adäquate Glaubensvermittlung zu garantieren."

Dies geschehe bereits auf gute Weise durch die Katechese in den Pfarreien. Doch Reiners sieht auch die Familien in der Pflicht. "Die beste Katechese wirkt nicht, wenn im Elternhaus das Glaubensfundament nicht gelgt und die Frage nach Jesus nicht erläutert wird."

Hören Sie hier die neunte Oktavpredigt. 

Grenzenlos mit Maria vernetzt

Am Dienstag standen unter anderem die Großregion und die Kevelaer-Pilger im Fokus des Oktav-Programms. Der niederrheinische Gnadenort ist bereits seit langem mit Luxemburg verbunden, steht dort doch ein  Kupferstich der luxemburger Trösterin der Betrübten.


01.05.2020, Nordrhein-Westfalen, Kevelaer: Menschen warten mit Abstand vor dem Kircheneingang vor Beginn eines Gottesdienstes. Ab heute dürfen in Nordrhein-Westfalen unter strengen Auflagen wieder Gottesdienste stattfinden; der Gottesdienst in Kevelaer ist der erste öffentliche Gottesdienst nach rund sieben Wochen Corona-Pause in dem Bundesland. Bischof Bätzing spricht zur Eröffnung der alljährlichen Wallfahrt in Kevelaer. Foto: Fabian Strauch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Oktave: Grenzenlos mit Maria vernetzt
Die Abendmesse am Dienstag steht im Zeichen der Großregion und der Kevelaer-Pilger. Der niederrheinsiche Wallfahrtsort ist seit langem mit der luxemburger Oktave verbunden.

Jahr für Jahr nimmt eine 70- bis 80-köpfige Pilgergruppe traditionell an den Schlussfeierlichkeiten der Oktave teil. In diesem Jahr greifen auch sie auf das digitale Angebot zurück, wie Wallfahrtsleiter Gregor Kauling erklärt.  

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11. Mai
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Foto:Anouk Antony

Verantwortung in der Gesellschaft

In seiner achten Oktavpredigt widmete sich Jean-Pierre Reiners am Montag dem Wappenspruch von Mgr. Joseph Philippe: "Pro animabus vestris" (Fir är Séilen), Hebr 13,8.15-17.

Der Satz entstammt dem Hebräerbrief, in dem auch steht: "Die Vorsteher wachen über eure Seelen". "Ich kann mir vorstellen, dass Mgr. Philippe diesen Vers nicht ohne Grund über sein Episkopat gesetzt hat", so Reiners. Als er 1935 Bischof wurde, seien auf der andern Moselseite schon dunkle Wolken aufgezogen. Wolken, die später auch Luxemburg erreichten. Das Großherzogtum befand sich mehrere Jahre unter nationalsozialistischer Herrschaft. "Mgr. Philippe war es zu verdanken, dass das christliche Leben nicht gänzlich unter die Räder kam. Er hat seiner Devise alle Ehre gemacht und über die ihm anvertaute Herde gewacht".

Die Aufgabe, für die Menschen zu sorgen, dürfe man aber nicht nur den Vorstehern überlassen, so der Oktavprediger. "Als Kirche tragen wir alle Verantwortung - einer für den anderen und für unsere Mitmenschen. Nicht nur für unsere Mitchristen." 

Es sei ein großes Glück, in einem Land zu leben, in dem es bisher friedlich zuging. Aber: "Schauen wir über unseren Luxemburgischen Tellerrand hinaus, sieht es nicht rosig aus." Reiners kritisierte rechtsextremistische und nationalistische Tendenzen, die sich breit machten, ebenso wie aufkeimenden Antisemitismus. "Menschenrecht und Meinungsfreiheit werden mit Füßen getreten. Diskriminierung und Rassismus nehmen zu. Im realen wie im virtuellen Leben." Man müsse sich nur einmal die Kommentare in den sozialen Netzwerken anschauen. "Haben wir aus den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs 75 Jahre nach seinem Ende nichts dazugelernt?", fragte Reiners seine Zuhörer.

Als Kirche tragen wir alle Verantwortung - einer für den anderen und für unsere Mitmenschen. Nicht nur für unsere Mitchristen.

Jean-Pierre Reiners, Oktavprediger

"Das alles darf uns als Kirche und Christen nicht kalt lassen, denn es geht dabei immer um Menschen. Da stehen wir in der Verantwortung." Frieden, Gerechtigkeit und Solidarität dürften keine Floskeln sein. 

In seiner Predigt ging Reiners auch auf Verfehlungen innerhalb der Kirche ein. So thematisierte er unter anderem die Missbrauchsfälle. "Jede Form von Missbrauch ist zu verurteilen. Denn jeder Missbrauch stellt eine teifgreifende Verletzung der menschlichen Würde dar. Über diese Seelen wurde nicht gewacht sondern mit falsch verstandener Autorität verfügt." Dazu zitierte Reiners Kardinal Walter Kasper: "Ohne Zweifel ist nicht alles, was die Kirche in ihrer empirischen Gestalt ist, Ausdruck des Evangeliums." Zusammen Kirche sein, so Reiners, heiße für ihn auch, gemeinsam aufmerksam zu sein und alles Erdenkliche zu tun, damit solche Vorfälle sich nicht wiederholen.   

Hier finden Sie die Oktavpredigt nochmals zum nachhören.

Eine alte, aber lebendige Tradition

Brot spielt in der Bibel eine wesentliche Rolle. Und auch in der Oktave ist es nun zum Symbol geworden. "Auf der Suche nach einem Symbol für die diesjährige Muttergottesoktave, das die Herzen der Menschen berühren sollte, wurde die Idee eines "Oktavbrotes" geboren. Brotbacken kann verschiedene Zugänge eröffnen. Es führt zu den Menschen und auch ins Herz der Evangelien. Dort wird das Reich Gottes mit einer Frau verglichen, die einen Sauerteig anrührt, um ihn dann unter den Teig zu heben, damit das Ganze aufgeht (Mt 13,33)", erklärt  Renée Schmit, Vorsitzende der diözesanen Oktavkommission.

Das Brot, gebacken aus Dinkelmehl und Bohnenkraut, soll als Zeichen dafür Dienen, Maria zu sich nach Hause einzuladen, da die Wallfahrt zur Kathedrale aufgrund der Einschränkungen in der Corona-Pandemie nicht möglich ist. 

Das Oktavbrot
Das Oktavbrot
Foto: Renée Schmit

"Bereits während der ersten Oktavwoche fand das Oktavbrot seinen Einzug in das Alltagsleben von Einzelpersonen und Familien und stieß auch auf ein breites Echo in Ordens- und Sprachengemeinschaften der Erzdiözese (Portugiesen, Franzosen, Italiener, Engländer und Polen). Sogar eine muslimische Familie aus dem Irak hat spontan beim „Oktavbrotbacken“ mitgemacht. Es blieb meistens nicht nur beim Backen, sondern es wurde auch eine kleine Hausliturgie gefeiert, um das Brot danach zu teilen. Brot verbindet über alle kulturellen, konfessionellen und sprachlichen Barrieren hinweg. Gerade in Zeiten der Isolierung bringt das Teilen des Brotes Menschen zusammen", so Renée Schmit in ihrem Beitrag für das "Luxemburger Wort".

Weitere Informationen zum Oktavbrot unter www.octave.lu und auf der Facebookseite: Oktavbrout-Le Pain de l’Octave.


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9./10. Mai
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Anouk Antony

"Gebuergen a Gottes Hand"

Seine sechste Oktavpredigt am Samstag stellt  Jean-Pierre Reiners unter das Motto Zesumme Kierch sinn – „Gebuergen a Gottes Hand“, Jes 49,13-15 / Joh 19,25-27. Die Heilige Schrift berichte an vielen Stellen von Gottes Barmherzigkeit uns Menschen gegenüber. Vor allem die Evangelien seien reichlich mit liebevollen Begegnungen von Jesus Christus mit Kranken und Notleidenden gefüllt, betont Reiners im Vorfeld. "Sie alle zeigen uns, wie wertvoll und einzigartig wir Menschen in den Augen Gottes sind. Auch in schweren Zeiten, wo Not und Krankheit uns plagen, lässt Gott uns nicht allein." Die sechste Oktavpredigt wolle den Gläubigen dabei helfen, neue Kraft für unser Leben zu schöpfen, unser Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit zu festigen und uns auf die Fürsprache unserer Trösterin zu besinnen.

Hören Sie hier die sechste Oktavpredigt.

Weihbischof Leo Wagener freut sich über royalen Nachwuchs

Mit Charles Jean Philippe Joseph Marie Guillaume hat Luxemburg seit dem frühen Sonntagmorgen einen neuen Thronfolger. Zu Beginn der Sonntagsmesse gratulierte Weihbischof Leo Wagener der großherzoglichen Familie zum Nachwuchs.

Weihbischof Leo Wagener gratuliert der großherzoglichen Familie zum Nachwuchs.
Weihbischof Leo Wagener gratuliert der großherzoglichen Familie zum Nachwuchs.
Foto: Gerry Huberty

"Altesses Royales, Eure Freude ist auch unsere Freude", sagte er. "Mit unserem Gebet in der Kathedrale stellen wir den neuen Prinzen unter den Schutz der Maria, deren Namen er ja auch trägt."

Pontifikalamt am Hochfest der Trösterin am Sonntag

Seine siebte Oktavpredigt am Sonntag hat Jean-Pierre Reiners dem Bibelzitat "Geescht a Courage“, Jes 49,13-15 / Joh 19,25-27 gewidmet. Er wolle im Pontifikalamt der Trösterin der Betrübten, der Schutzpatronin von Stadt und Land, einen dankbaren Blick in die Geschichte in die vergangenen 150 Jahre des Bestehens der (Erz-)Diözese Luxemburg werfen. Es habe sich gezeigt, dass die Kirche in Luxemburg immer wieder vor großen gesellschaftlichen, politischen und innerkirchlichen Herausforderungen gestanden habe. "Daran hat sich auch in unserer Zeit nichts geändert", so Reiners. Immer da, wo Menschen Mut gezeigt und Gottes Geist hätten wirken lassen, "da ist die Kirche von Luxemburg gewachsen und konnte die Stürme der Zeit überstehen.

Oktavprediger Jean-Pierre Reiners.
Oktavprediger Jean-Pierre Reiners.
Foto: Gerry Huberty

"Die letzten Jahre waren für unsere Kirche hier im Land nicht einfach und vieles ist auch noch nicht verdaut." Viele seien verunsichert und die Zukunft der Kirche sei mehr als ungewiss, weil es an Geld, Personal und Gläubigen fehle. Deshalb gelte es für alle Christen, ihren Mut zu entdecken und Gottes Geist wirken zu lassen. Dann könne das Evangelium zu neuem Leben erweckt werden.

150 Jahre Bistum Luxemburg - für ihn sei dieses Jubiläum trotz aller Hürden, hausgemachter Probleme und Schwierigkeiten "der Startschuss hinein in eine neue, eine hoffnungsvolle Zukunft". Daher sage er: "Happy birthday und ad multos annos, Kirche von Luxemburg." Reiners bat um den Segen der Trösterin der Betrübten.

Hören Sie hier die siebte Oktavpredigt.

Hier können Sie sich nochmals das Video vom künstlerischen Moment vor dem Gnadenbild ansehen (Mitwirkende: Militärmusék, Bläserquintett, Paul Breisch (Orgel) Marc Dostert (Tenor, Doumorganist a Militärmuséker)

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.


Die Figur der Trösterin erhält ein neues Gewand.
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Erste Woche: 4. bis 8. Mai
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Die Figur der Trösterin erhält ein neues Gewand.
Foto: Anouk Antony

8. Mai

Reiners appelliert an die Einheit der Christen

Die fünfte Oktavpredigt von Jean-Pierre Reiners am Freitagnachmittag stand unter dem Motto "Si sollen eens sinn". So lautet die luxemburgische Übersetzung des Wappenspruchs von  Mgr. Fernand Franck "Ut unum sint"(Joh 17,20-23), der von 1991 bis 2011 der zweite Erzbischof von Luxemburg war. Sein damaliger Monnericher Heimatpastor habe ihn damals, am Lichtmesstag 1991, mit nach Luxemburg zu Francks Bischofsweihe genommen, erinnerte er sich: "Es war für mich als junger Bursche von 17 Jahren ein ganz besonderes Erlebnis." Ergreifend sei es gewesen, als die Maîtrise den vertonten Wappenspruch habe erklingen lassen.

Leider sei dieses kirchliche Einheit, ein Herzenswunsch Jesu, oft und zu allen Zeiten bloß ein frommer Wunsch gewesen. Von Anfang an habe es Spaltungen und Richtungskämpfe, Religionskriege und blutige Auseinandersetzungen gegeben. Trotz aller Fortschritte in der ökomenischen Bewegung "bleibt doch noch ein weiter Wunsch zu gehen, bis der Wunsch von Christus wirklich Realität wird", sagte Reiners.

Auch in der luxemburgischen Kirche gebe es bedauerlicherweise Spannungen und Differenzen. "Alle sollen eins sein" habe Jesus gefordert. Nur, wenn die Christen "ein Herz und eine Seele sind", könnten sie andere Menschen vom Glauben begeistern. Jeder Gläubige müsse sich mit seinen Charismen einbringen können.

Reiners trat in seiner Predigt der Behauptung entgegen, mit der Jugend- und Handygeneration von heute sei nichts anzufangen. "Ich konnte mich vom Gegenteil überzeugen", sagte der Oktavprediger, der mehrfach mit Jugendlichen auf Pilgerfahrten unterwegs war.

Hier die Predigt zum Nachhören:


Katechetischer Moment in der Familie mit Kardinal Hollerich.
Katechetischer Moment in der Familie mit Kardinal Hollerich.
Foto: Gerry Huberty

7. Mai

Reiners fordert einen Neuanfang für das Christ-Sein

In seiner vierten Oktavpredigt hat Jean-Pierre Reiners zu einem neuen Aufbruch der Gläubigen aufgerufen. Er erinnerte an die alte Zeit der Volkskirche, als es in jedem Dorf volle Kirchen gegeben habe. Viele Menschen trauerten der Vergangenheit nach; es falle ihnen nicht leicht, sich in den neuen Pfarreistrukturen zurecht zu finden. Bei vielen Neuerungen höre man Sätze wie "Früher war alles besser" oder "Das war noch nie so."

  Herr, für deine Kirche, konkret in meiner Pfarrei, will ich mich engagieren.  

Oktavprediger Jean-Pierre Reiners

Doch Jesus gebe den Christen Kraft, das Alte hinter sich zu lassen und neu aufzubrechen. Er rufe den Gläubigen zu, sich nicht vor Veränderungen zu fürchten, sondern stattdessen "frischen Wind hereinzulassen" und die Pfarren neu zum Blühen zu bringen. Gerade dort, in den Dörfern, dürften Christen nicht die Hände in den Schoß legen, sondern überzeugt zu bekennen: "Herr, für deine Kirche, konkret in meiner Pfarrei, will ich mich engagieren."

Reiners erinnerte an die Bischofsdevise "Tibi servire" (Dir ze déngen) von Mgr. Jean Hengen, Lk 5,1-11, dem sechsten Diözesanbischof und ersten Erzbischof von Luxemburg. Alle Christen seien dabei gefordert - nicht nur Hauptamtliche und Geistliche, sondern auch Laien. Jesus Christus, seine Botschaft und die gelebte Nächstenliebe sollten im Mittelpunkt stehen - nicht die Diskussionen um Gebäude und Finanzen.

Jahrmesse für  Großherzog Jean

Am Donnerstagmorgen fand der Gottesdienst als Jahrmesse für Großherzog Jean und für die Anliegen der großherzoglichen Familie  statt. Kardinal Jean-Claude Holelrich würdigte den im vergangenen Jahr verstorbenen Großherzog Jean für seine Sorge um Luxemburg und alle, die dort leben und arbeiten. 

Der Kardinal hob allerdings nicht nur das staatsmännische Wirken des Verstorbenen, sondern auch sein Verhalten im Privaten hervor, etwa die "grosse Liebe zu seiner Frau". "Ich konnte noch etwas davon erfahren, wenn ich ihn besucht habe und er von seiner Frau gesprochen hat. Dann kam immer noch ein Verliebtsein heraus, das man in seinen Worten mithören konnte." Auch habe der Großherzog mit viel Freude und Stolz auf seine Kinder, seine Enkel und seine Urenkel geblickt. "Er war ein Mann, der treu war. Treu seiner Familie und treu seinem Land. In guten und in schweren Zeiten. Dafür können wir heute Danke sagen."

Jahresmesse für Grossherzog Jean
Jahresmesse für Grossherzog Jean
Foto: Anouk Antony

6. Mai

Oktavprediger Reiners:
Gläubige sollen Kirche ein hoffnungsvolles und freudiges Gesicht geben

Seine dritte Oktavpredigt hat Jean-Pierre Reiners dem Wappenspruch von Mgr. Pierre Nommesch "Tuus sum ego" (Ech sinn däin), Mt 3,13-17 gewidmet. Nommesch war Bischof von 1920 bis 1935. Ech sinn däin - der Wappenspruch sei eine Erinnerung an das "große Geschenk" der eigenen Taufe. Gott selber habe die Menschen nicht einfach nur ins Leben gesandt, "dass wir uns allein durchs Leben wurschteln", sondern sie aufgenommen in die Gemeinschaft der Kirche. "Du bist gewollt - kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur", zitierte der Oktavprediger den Liedermacher Jürgen Werth.

"Die Taufe ist die Zusage Gottes, dass unser Menschenleben unwiderruflich in Gott verwurzelt ist, dass es gewissermaßen wie die Trauben am Weinstock die Lebenskraft bekommt." Alle Christen seien Schwester und Brüder. "Die Kirche gehört nicht den Bischöfen und Priestern - Gott sei Dank. Kirche sind wir alle", erinnerte Reiners an das Zweite Vatikanische Konzil, das von dem gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen gesprochen habe. Das bringe die Verantwortung mit sich, Kirche und Welt im Geiste Jesu Christi mitzugestalten. 

Ech sinn däin - Reiners regte an, dafür zu beten, sich der eigenen Wurzeln in der Taufe bewusst zu werden. "Unsere Kirche braucht Menschen, die ihre Taufberufung leben, die der Kirche ein hoffnungsvolles und freudiges Gesicht geben, die sie mitgestalten - heute mehr als je zuvor."

Die Predigt zum Nachhören:

Das digitale "Medien- a Bicherzelt" der ErwuesseBildung

Während der Oktave kann es in diesem Jahr kein Medien- a Bicherzelt geben.  Deshalb präsentiert die ErwuesseBildung auf der Homepage www.ewb.lu einige interessante Bücher aus den Bereichen Religion und Spiritualität, Gebet und Meditation, Bildung und Familie, Gesellschaft, Lebenshilfe sowie Kinder- und Jugendliteratur, ausgewählt von den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der ErwuesseBildung.

Sie können alle vorgestellten Bücher und Filme bestellen: per Email commande@ewb.lu oder per Telefon 44743 340, montags bis freitags von 10 bis 12 und von 13 bis 17 Uhr oder direkt online über www.ewb.lu. Bestellungen werden auch noch nach der Oktave entgegengenommen.

Pontifikalmesse für die Anliegen der Diözese im Jubiläumsjahr: Generalvikar Patrick Muller, Weihbischof Leo Wagener und Dompropst Georges Hellinghausen (v.l.n.r.)
Pontifikalmesse für die Anliegen der Diözese im Jubiläumsjahr: Generalvikar Patrick Muller, Weihbischof Leo Wagener und Dompropst Georges Hellinghausen (v.l.n.r.)
Foto: Gerry Huberty


5. Mai

Der Auftrag bleibt

In der zweiten Oktavpredigt geht es um den Wappenspruch von Mgr. Léon Lommel: "Nos autem populus tuus" (Mir awer däi Vollek), Mt 4,13-16.

Ein Blick in die Geschichte zeigt, dass sich unser Land und seine Bevölkerung immer wieder verändert haben. Als Teil dieser Gesellschaft musste sich auch die Kirche mit dem oft rasanten Wandel zurechtfinden und sich immer wieder neu positionieren. Ihr Auftrag jedoch, für Christus und seine Botschaft Zeugnis abzulegen, blieb und bleibt durch alle Zeiten hindurch derselbe. In der zweiten Oktavpredigt gehen wir der Frage nach, wie wir Christen diesem Auftrag gerecht werden können, damit unsere Kirche auch heute noch in der pluralistischen Gesellschaft begeisternd auf unsere Zeitgenossen wirken kann.

Im Dienst am Menschen

Am Dienstagmorgen fand im Rahmen der Oktave eine  Messe für alle Kranken, die unter dem Corona-Virus leiden, das medizinische Personal und die Opfer der Pandemie statt. Krankenhausseelsorger Marc Hubert hat in seiner täglichen Arbeit mit diesen Menschen zu tun. Aber lange nicht alle, die er im Centre hospitalier du Nord in Ettelbrück besucht, leiden an Corona. Ihm ist es wichtig, dass auch andere Kranke nicht aus dem Blick geraten. 


Lokales Stad a Land, CHdN, Muttergottesoktave, octave, Krankenhausseelsorger Marc Hubert Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
Krankenhausseelsorger Marc Hubert: "Jeder Mensch ist spirituell"
Krankenhausseelsorger Marc Hubert spricht im Interview über seinen Beruf, den Einfluss der Corona-Pandemie auf seine Arbeit und die Muttergottes-Oktave.

Die Oktave, so sagt er, sei in diesem Jahr im Krankenhaus bisher noch wenig präsent. Für die Meisten beduete Oktave, zur Muttergottes zu pilgern und sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Sich lediglich eine Übertragung im Livestream anzuschauen, sei für viele Menschen schwer vorstellbar.

Dennoch spiele Maria gerade auch für die Kranken eine wichtige Rolle. "Ich denke die Leute wissen, dass seit Jahrhunderten Menschen – auch ihre Vorfahren – zu dieser Trösterin gepilgert sind und ihr Gebet dort erhört wurde", so der Seelsorger. 

Die Messe für alle Kranken, die unter dem Corona-Virus leiden, das medizinische Personal und die Opfer der Pandemie können Sie hier anschauen:

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Die Oktavpredigt am Dienstag

Der Pontifikalandacht am Dienstag stand Weihbischof Leo Wagener stand vor. Oktavprediger Jean-Pierre Reiners erinnerte an Mgr. Léon Lommel (1893 -1978), von 1956 bis 1971 fünfter Diözesanbischof von Luxemburg. Er habe "wie kein anderer vor ihm und nach ihm" Spuren in der Bischofskirche hinterlassen, sagte Reiners. So habe Lommel 1963 den Anbau der Kathedrale geweiht; auch sein Wappen mit dem Wahlspruch "Nos autem populus tuus" (Mir awer däi Vollek) sei in dem Gotteshaus zu finden. Bischof Lommel habe sich bleibende Verdienste durch den Einsatz für das Luxemburger Land, für die Versöhnung mit Deutschland und seine Liebe zur Trösterin.

Oktavprediger 2020 ist Jean-Pierre Reiners
Oktavprediger 2020 ist Jean-Pierre Reiners
Archivfoto: Lex Kleren

Mir awer däi Vollek - das habe zu Zeiten Bischofs Lommels gestimmt. Die luxemburgische Gesellschaft sei damals christlich geprägt gewesen. Dies sei heute nicht mehr der Fall; Luxemburg habe sich verändert. "Die Volkskirche, wie wir sie so gern hatten, ist zu Ende", konstatierte Reiners. "Wir alle merken, dass wir Christen zu einer Minorität geworden sind." In den Pfarreien fehle es an engagierten Christen.

Es nutze aber nichts, dem Alten nachzutrauern und "einen Großteil unserer kichlichen Blutkonserven für einen totgesagten Patient mit dem Namen 'Luxemburger Volkskirche'" aufzubrauchen. "Wir alle müssen lernen, loszulassen." Dies solle aber keine Entschuldigung zum Lamentieren sein, sondern eine Motivation, um der Kirche mit frischem Elan zu neuer Ausstrahlungskraft zu verhelfen. 

Es liege an jedem einzelnen Christen, den Menschen um sich herum zu zeigen, wie wichtig einem der Glaube sei, damit diese "einen Durst nach Gott" verspürten. Er verstehe nicht, sagte Reiners, warum Gläubige über alles Mögliche von Hobbys bis zu Urlauben miteinander redeten, aber nicht über den Glauben. Christus sei jedoch der eigentliche Lebensinhalt. "Euer Licht soll über den Menschen leuchten", das sei die Aufforderung Jesu.

Das Christentum sei in der heutigen Zeit nicht weniger attraktiv als zu Bischof Lommels Zeiten, sondern habe auch heute noch einen wichtigen Dienst für das Land zu leisten: "Werden wir wieder Salz und Licht", forderte Reiners. Er appellierte, das Luxemburger Volk mit Courage und Zuversicht sowie durch ein glaubwürdiges Zeugnis wieder an Jesus Christus, die Quelle des Lebens, heranzuführen.

Die zweite Oktavpredigt von Jean-Pierre Reiners können Sie hier nachhören:

Am Dienstagabend hat Kardinal Hollerich im Rahmen der Oktave zusammen mit Jugendlichen ein Katechetisches Moment in der Familie gestaltet. Dazu kam er mit zwei jungen Leuten ins Gespräch und stellte sich ihren Fragen.

Dabei ging es unter anderem darum, wieso Gott eine Situation wie die aktuelle zulässt und ob die Menschen angesichts der Pandemie ihren Glauben überdenken müssen.

Sehen Sie hier das Video: "Katecheetesche Moment an der Famill":

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Ein neues Kleid für die Trösterin, Maisy Steffen zog es ihr an.
Ein neues Kleid für die Trösterin, Maisy Steffen zog es ihr an.
Foto: Anouk Antony


4. Mai

Ein sicherer Weg

Am Montag hält der diesjährige Oktavprediger Jean-Pierre Reiners seine erste Oktavpredigt. Darin geht es um den Wappenspruch von  Mgr. Jean-Théodore Laurent: „Iter para tutum“ (Bereet e séchere Wee), Mt 28,16-20. 

"In den letzten Jahren haben die Katholische Kirche weltweit und unsere diözesane Kirche in Luxemburg tiefgreifende Veränderungen erlebt und unruhige Zeiten durchstehen müssen. Nicht ohne Grund fragen sich daher viele, wie es um die Zukunft unserer Kirche bestellt ist. Wie soll es weitergehen, angesichts der immer grösser werdenden gesellschaftlichen Säkularisation, der innerkirchlichen Probleme und der vor uns liegenden Herausforderungen? "Kirche, wohin gehst du?" Dieser Frage wollen wir in der ersten Oktavpredigt nachgehen, in der Hoffnung gemeinsam eine Antwort zu finden."

Was wissen Sie über die Prozessionen in Luxemburg?

Marie-Paule Jungblut, Historikerin an der Uni Luxemburg,  hat ein Quiz zur Geschichte der Prozessionen erstellt. Fragen, Antwortmöglichkeiten und die Erklärungen zu den richtigen Antworten sind auf Luxemburgisch verfasst.

Wer sein Wissen über St. Jost, die erste Muttergotteswallfahrt in Luxemburg oder das Oktav-Mäertchen testen will, kann das hier tun.

Die erste Predigt von Oktavprediger Jean-Pierre Reiners

Von einer "ganz speziellen Oktave" spricht Reiners bei seinem Debüt als Oktavprediger in einer fast leeren Kathedrale, in der neben ihm, Kardinal Jean-Claude Hollerich und Weihbischof Leo Wagener aus Gründen des Virenschutzes kaum jemand anwesend sein darf. Reiners erwähnt das Motto des 150-Jahr-Jubiläums des Bistums Luxemburg: "Zusammen Kirche sein".

Oktavprediger Jean-Pierre Reiners
Oktavprediger Jean-Pierre Reiners
Foto: Erzbistum

Doch wohin diese Kirche gehe, in welche Richtung sie sich entwickle, sei von entscheidender Bedeutung in einer Zeit, in der sich immer weniger Luxemburger zum Christentum bekennen würden: "Gott ist ein Fremder geworden. Wer heute noch in die Kirche geht, wird rasch zum Außenseiter". Altmodisch und weltfremd gelte man, wenn man glaube.

Die Kirche habe aber nicht nur mit dem Glaubensschwund, sondern auch mit Lagerbildungen in den eigenen Reihen zwischen Traditionalisten und Modernisierern zu kämpfen. Er halte es da mit den Worten von Dompropst George Hellinghausen: "Jedes Extrem ist falsch."

Jede Krisenzeit bietet nämlich auch eine Chance. Eine Chance für Veränderung. Eine Chance zu neuem Aufbruch. 

Jean-Pierre Reiners

Viele Gläubige hätten Angst um die Zukunft der Kirche. Das sei verständlich, aber Angst sei fehl am Platz, da sie negative Gedanken hervorbringe und lähme. Reiners rief dazu auf, die Angst hinter sich zu lassen und sich den Problemen der Zeit zu stellen. "Jede Krisenzeit bietet nämlich auch eine Chance. Eine Chance für Veränderung. Eine Chance zu neuem Aufbruch." Wenn die Kirche zusammenstehe, könne sie es schaffen, einen neuen Frühling hervorzubringen. In der Corona-Krise sei jeder Einzelne dazu aufgerufen, "den Glauben zu erneuern und zu festigen".

Die Kirche müsse "mit Hoffnung in die Zukunft" gehen, auch wenn die Lage in vieler Hinsicht schlecht aussehe. Diese Hoffnung habe einen konkreten Namen: Jesus Christus. Wie sich die neue Zeit entwickeln werde, stehe nicht fest, doch diese Zeit brauche die Orientierung durch die Kirche, durch den christlichen Glauben. Kirche, wohin gehst du - diese Frage beantworte er so, sagte Reiners: "Zusammen mit Jesus Christus und seiner Mutter, unserer Trösterin, hinein in eine gute und hoffnungsvolle Zukunft."  

Die erste Oktavpredigt von Jean-Pierre Reiners können Sie hier nachhören:

 

Die Eröffnung der Oktave 2020 fand in der fast leeren Kathedrale statt.
9

2./3. Mai
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Die Eröffnung der Oktave 2020 fand in der fast leeren Kathedrale statt.
Foto: Pierre Matgé

 Der gute Hirte

Am Sonntag hat Kardinal Jean-Claude Hollerich die "Mass fir d'Vollek Gottes" gehalten. Es sei merkwürdig, eine solche Messe in einer fast leeren Kathedrale zu feiern, so der Erzbischof. 

In seiner Predigt sprach er darüber, dass die aktuelle Zeit eine "Zeit der Prüfung" sei, in der wir aber auch klarer sehen, was uns fehlt und was wir brauchen. Hollerich sprach unter anderem über die Konsumgesellschaft und das kurze Glück, das der Besitz materieller Dinge oft nur bringe. "Es fehlt dabei etwas. Es fehlt an Sinn."

Das Glück, das Jesus versprochen hat, sei dagegen nicht an Bedingungen gebunden. "Wir müssen nicht zu einer bestimmten Gruppe gehören, um daran teilzuhaben. Dieses Leben ist jedem in Not versprochen, jedem in Einsamkeit, dieses Leben löscht das Kreuz des täglichen Lebens nicht aus, es verändert das Kreuz." Jesus als guter Hirte trage kein lamm auf seinen Schultern, sondern jeden einzelnen Menschen. "Immer wenn das Kreuz schwer wird und wir selbst nicht mehr laufen können, wenn Angst oder Krankheit uns unbeweglich machen, trägt uns der gute Hirte."

Die Predigt von Kardinal Jean-Claude Hollerich zur Sonntagsmesse (auf französisch) können Sie hier nachhören.

Auf dem Programm der Oktave stand am Sonntag auch ein "Künsterlisches Moment vor dem Gnadenbild". Beteiligt waren Annemie Osborne (Cello), Joëlle Wiseler (Gesang/Alto a Saxo), Jeff Mack (Contretenor + Orgel), Marc Dostert (Tenor).

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 Eine Kerze bei der Trösterin

Für alle, die in diesen Tagen nicht zur Kathedrale kommen können, hat das Erzbistum die Aktion "Eng Käerz bei der Treischterin - un cierge à Notre-Dame" ins Leben gerufen. 

Das Erzbistum bietet die Aktion "ENG KÄERZ BEI DER TREISCHTERIN – UN CIERGE À NOTRE-DAME" an.
Das Erzbistum bietet die Aktion "ENG KÄERZ BEI DER TREISCHTERIN – UN CIERGE À NOTRE-DAME" an.
Foto: dpa-tmn

Wer keine Gelegenheit hat, selbst in die Kathedrale zu kommen und dort eine Kerze zu entzünden, kann sein Anliegen den Verantwortlichen schreiben. Diese zünden dann bei der Figur der "Trösterin der Betrübten" eine Kerze an. Weitere Informationen unter www.cathol.lu.

Von, mit und für Jugendliche

Am Sonntagnachmittag haben Jugendliche gemeinsam mit Kardinal Hollerich ein Gebetsmoment vor dem Bild der Trösterin gestaltet. Dabei handelte es sich um eine interaktive Aktion. "Die Kirch beginnt, in die neue, digitale Ära einzutreten" so der Kardinal zu Beginn. 

Alle, die das Gebet online mitverfolgten, hatten die Gelegenheit, ihr Gebetsanliegen über Facebook oder Instagram mitzuteilen.

Das Kreuz als Teil des Lebens

Am Samstag hat Kardinal Jean-Claude Hollerich mit einer feierlichen Andacht die diesjährige Oktave eröffnet - in einer fast leeren Kathedrale.

Die Oktave sei eine Gelegenheit, Trost und Kraft zu bekommen, so der Kardinal in seiner Predigt. "Wenn Jesus heute Mensch werden würde, dann würde er vielleicht nicht am Kreuz sterben, sondern in einer Klinik, ganz alleine, am Corona-Virus. So würde er vielleicht unsere menschliche Erfahrung teilen." Das Virus erinnere neu daran, dass das Kreuz Teil des Lebens sei, so der Erzbischof weiter. 

Und das nicht erst seit heute. "Gestorben sind Menschen schon vorher, alleine waren sie auch schon vorher. Aber es waren nicht so viele Leute betroffen, dass es in unserer Gesellschaft relevant gewesen wäre." Damit habe uns die Pandemie neu daran erinnert, wie zerbrechlich unser Leben ist. Hollerich verdeutlichte in seiner Predigt, dass das Kreuz nur dann zu verstehen sei, wenn man die Liebe Gottes mitdenke. "Die Liebe ist eine Garantie für das Leben", so der Kardinal. Maria sei ein Sinnbild für diese Liebe.

Hollerich ging bei der Eröffnung auch auf den Ursprung der Pilgerzeit ein. Als Pater Brocquart mit den Schülern des Jesuitenkollegs die Wallfahrt begründet hatte, sei ihnen sehr klar gewesen, was das Kreuz bedeutet, denn auch der Pater selbs war damals an der Pest erkrankt. Seit damals, also seit fast 400 Jahren, begleite Maria die luxemburger Geschichte. 

Es sei nun an der heutigen Generation, nach dem Vorbild Mariens die Beziehung zu Christus zu vertiefen. "Es ist an uns, die Trösterin im Leid zu entdecken, bewusster als Christen das Kreuz anzunehmen, Liebe zu Leben und in der Hoffnung und der Freude im Leben weiterzugehen. Nicht nur als Einzelne sondern auch als Kirche."  

Die Predigt von Kardinal Jean-Claude Hollerich zur Eröffnung der Oktave 2020 können Sie hier nachhören.  

Hier können Sie die Eröffnung der Oktave nochmal im Video ansehen.

360 Videos werden hier nicht unterstützt. Wechseln Sie in die Youtube App, um das Video anzusehen.

Von der Pest bis zu Corona

Die Oktave hat nicht erst durch die Corona-Pandmie mit Widrigkeiten zu kämpfen, sie geht sogar selbst auf eine Seuche zurück. Im 17. Jahrhundert hatten die Luxemburger in Zeiten der Pest Maria zur Patronin von Stadt und Land erklärt. Und auch in Kriegszeiten konnte das religiöse Fest oft nicht unter den gewohnten Umständen stattfinden. Die Oktave ist sozusagen krisenerprobt, wie es auch Georges Hellinghausen in seinem Beitrag formuliert hat. 

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