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Digital-Atlas: 200 Jahre Geschichte mit einem Klick
Lokales 2 Min. 04.12.2019

Digital-Atlas: 200 Jahre Geschichte mit einem Klick

Überall und jederzeit verfügbar: Der Digital-Atlas funktioniert auf Handys, Tablets und PCs.

Digital-Atlas: 200 Jahre Geschichte mit einem Klick

Überall und jederzeit verfügbar: Der Digital-Atlas funktioniert auf Handys, Tablets und PCs.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 04.12.2019

Digital-Atlas: 200 Jahre Geschichte mit einem Klick

Pierre SCHOLTES
Pierre SCHOLTES
Auf luxatlas.lu wird die historische Entwicklung der Hauptstadt lebendig und für alle erkundbar.

Wer die geschichtliche Entwicklung einer Stadt erkunden will, ist bislang meist auf alte Karten angewiesen. Nun können alle die Reise durch die Jahrhunderte mit wenigen Klicks jederzeit, von jedem Ort aus startender neue Digital-Atlas macht es jetzt möglich, die historische Entwicklung der Hauptstadt per Tablet oder Smartphone nachzuvollziehen. 

Veränderungen sichtbar machen

Dieser erste digitale historische Atlas der Stadt Luxemburg umfasst eine Zeitspanne von rund 200 Jahren. „Wir machen die großen Wandlungen der Stadt sichtbar. Wie sich die Festungsstadt von ihrem militärischen Korsett befreit und sich zu einer modernen europäischen Hauptstadt des frühen 20. Jahrhunderts entwickelt hat. Und wie die Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Verwaltungssitz der Europäischen Union und einem internationalen Finanzzentrum geworden ist”, erklärt Martin Uhrmacher, Historiker an der Universität Luxemburg und einer der Projektleiter.


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Auf der Benutzeroberfläche des Atlas kann der Besucher zwischen Kartenmaterial und Luftaufnahmen aus den Jahren 1820, 1862, 1963 und 2017 wählen. Der Beginn des Atlas im Jahr 1820 ist bedingt durch die Erstellung des sogenannten Urkatasters in jenem Jahr. 

Bis aufs einzelne Gebäude genau

Die Besonderheit des Atlas ist die Möglichkeit die Karten übereinander zu legen. Mit der integrierten Lupenfunktion kann man über die Karte schweben – plötzlich werden die Banken des Kirchberg zu Weizenfeldern und die Rout Bréck verwandelt sich in Luft. „Der Atlas ist bis auf zehn Meter genau und deckt die gesamte Fläche des Stadtgebietes ab. Das sind rund 52 Quadratkilometer“, erläutert Steve Kass, der für die Digitalisierung des Kartenmaterials zuständig ist. 

Den Ausgangspunkt bildeten dabei die Katasterdaten aus dem Jahr 1962, die die Forscher mit knapp 7000 sogenannten Ankerpunkten bestückten. „So konnten wir die jeweiligen Kartenausschnitte miteinander verknüpfen und die Gebäudestruktur der Stadt genau abbilden”, fügt der Luxemburger Forscher hinzu. 

Der Atlas wurde der Öffentlichkeit im Museum für Stadtgeschichte in Luxemburg vorgestellt.
Der Atlas wurde der Öffentlichkeit im Museum für Stadtgeschichte in Luxemburg vorgestellt.
Foto: Lex Kleren

Baugeschichte nacherleben 

Die Detailtreue des Atlas bis auf die Gebäudeebene erlaubt es, einzelne Bauwerke über die Jahrhunderte zu begleiten. Das Forscherteam hat dafür Gebäude gemäß ihrer Funktion katalogisiert – unterschieden wird zwischen Kirchen, wirtschaftlich genutzten Gebäuden, militärischen und öffentlichen Einrichtungen. So werden etwa Mühlen sichtbar, die heute aus dem Stadtbild verschwunden sind. 

Die Lupenfunktion erlaubt es dem Benutzer, Karten aus verschiedenen Jahrhunderten übereinanderzulegen.
Die Lupenfunktion erlaubt es dem Benutzer, Karten aus verschiedenen Jahrhunderten übereinanderzulegen.
Screenshot: luxatlas.lu

Aber auch die historische Entwicklung einzelner noch bestehender Gebäude lässt sich so nachvollziehen. Denn neben der rein kartografischen Ansicht bietet der Atlas auch redaktionelle Inhalte zu einzelnen Gebäuden. Klickt man etwa auf das hauptstädtische Cercle, erscheint eine Info-Box mit einer Chronologie und einer wissenschaftlichen Beschreibung des Gebäudes. 

Gemeinschaftsprojekt 

Entstanden ist der Atlas als Teil des durch die Stadt Luxemburg mitfinanzierten Forschungsprojekts Villux X. Das Projekt des historischen Instituts der Universität Luxemburg konnte dabei auf die Daten des städtischen Katasteramtes sowie des Service Topographie und Urbanisme zugreifen; beteiligt waren auch die Nationalarchive sowie die Fotothek der Stadt. Insgesamt wurden Hunderte Gigabyte an Daten zusammengetragen.

Dabei ist der Atlas noch lange nicht fertig und wird laufend aktualisiert. Vor allem die Beschreibung der einzelnen Gebäude soll in den kommenden Monaten vervollständigt werden; die Texte in deutscher Sprache für den Atlas werden dafür teilweise von Geschichtsstudenten der Universität Luxemburg als Seminararbeit verfasst. 

Längerfristig will das Forscherteam auch das Kartenmaterial selbst ausweiten. Geplant ist etwa eine Zusammenarbeit mit dem Centre National de la Recherche Archéologique, um so per Mausklick noch weiter in die Vergangenheit reisen zu können. 


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