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Differdinger Schöffenrat reagiert: Centre Noppeney wird Flüchtlingszentrum
Das Centre Noppeney dient heute noch vier lokalen Vereinigungen für Versammlungen oder als Lagerraum.

Differdinger Schöffenrat reagiert: Centre Noppeney wird Flüchtlingszentrum

Foto: Luc Ewen
Das Centre Noppeney dient heute noch vier lokalen Vereinigungen für Versammlungen oder als Lagerraum.
Lokales 2 Min. 14.09.2015

Differdinger Schöffenrat reagiert: Centre Noppeney wird Flüchtlingszentrum

Am Dienstag findet im Centre Noppeney in Oberkorn eine Bürgerversammlung statt. Hier soll erklärt werden, was der Schöffenrat mit dem Gebäude als neue Flüchtlingsunterkunft vorhat.

(L.E.) - Am Montagabend traf sich der Gemeinderat von Differdingen auf Initiative des Schöffenrates kurzfristig zu einer abendlichen Tagung und beschloss in geheimer Sitzung das Centre Noppeney künftig als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen.

50 bis 60 syrische Flüchtlinge, sollen hier eine Erstaufnahme finden. Sie werden vor Ort vom „Office luxembourgeois de l'accueil et de l'intégration“ (Olai) betreut. Der Vorschlag des Schöffenrates sieht vor, das „Centre Noppeney“ schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen. 

Kurzfristige Lösung für dringendes Problem

Bereits in wenigen Wochen könnten erste syrische Flüchtlinge hier eintreffen.

Um den Bürgern die Pläne zur Aufnahme von Flüchtlinge vor Ort zu erklären, findet am Dienstag um 19.30 Uhr eine öffentliche Versammlung im „Centre Noppeney“ statt.

Als erster der Räume wird vermutlich der große Festsaal genutzt. Das Olai benötigt dringend Raum um gespendetes Material zu sortieren und ab hier zu verteilen. Der große Festsaal eignet sich hierfür durch seine große Bodenfläche und steht ab sofort zur Verfügung. 

Der große Raum wird zunächst zum Verteilen von Spenden genutzt. Später sollen hier sechs Wohncontainer errichtet werden.
Der große Raum wird zunächst zum Verteilen von Spenden genutzt. Später sollen hier sechs Wohncontainer errichtet werden.
Foto: Luc Ewen

Ist diese Verteilung geschehen, werden sechs Wohncontainer im Saal errichtet. Die Wohncontainer sollen den Menschen ein Minimum an Privatsphäre garantieren. 

Auf die Frage angesprochen, ob die Gemeinde denn die Kapazitäten besitze, die Flüchtlingskinder einzuschulen, entgegnet der Gemeindevater ein knappes und resolutes „Ja!“. Hinter dem Gebäude befindet sich zudem ein großer Spielplatz, den sich die Flüchtlingskinder mit den Einheimischen teilen sollen, Integration von Kindesbeinen an.

Und das Vereinsleben?

Die kurzfristige Umnutzung des „Centre Noppeney“ hat auch Konsequenzen für das Vereinsleben und den lokalen Veranstaltungskalender.

Was Veranstaltungen betrifft, so wird für alle bereits getätigten Reservierungen versucht, einen alternativen Austragungsort zu finden. Neue Reservierungen im Noppeney werden nicht mehr angenommen.

Nur noch vier Vereine nutzen Vereinsräume im  Noppeney. Die Amiperas, die Rentner- und Invalidenvereinigung, die „Union des femmes“ und die lokale Musikvereinigung müssen demnach neue Unterkünfte finden.

Auf Nachfrage sagte Roberto Traversini dem LW, er könne sich vorstellen, dass das „Haus Krieps“ am Marktplatz von Differdingen diesen Zweck erfüllen wird. 

Lunex Universität startet nicht im Noppeney

Auch wenn der Grund hierfür nicht direkt beim neuen Flüchtlingsheim liegt, so wird doch der Start der Lunex-Universität verschoben. Ursprünglich war geplant, dass die „International University of Health, Exercise and Sports“, ab diesem Wintersemester Kurse im „Centre Noppeney“ anbieten wird.

Erst später sollte dann ein Umzug in das ehemalige Schwimmbad von Oberkorn stattfinden. Dieser Start im „Centre Noppeney“ wird nun aus offensichtlichen Gründen nicht möglich sein. Darauf vom LW angesprochen antwortet Bürgermeister Roberto Traversini: „Die Lunex-Universität wird erst im März mit ihren Kursen beginnen“.

Der Bürgermeister hofft, dass dann die Umbauarbeiten im ehemaligen Schwimmbad von Oberkorn abgeschlossen sind, und Lunex seine Kurse ohne Übergangslösung in einem anderen Gebäude beginnen kann. Sollte dies nicht der Fall sein, so stünde noch Raum in der „Prince Henri Schule“ zur Verfügung.

Der Grund für den verspäteten Lunex-Start liegt laut „Wort“-Informationen jedoch nicht bei der neuen Nutzung des „Centre Noppeney“, sondern ist auf Verzögerungen administrativer Natur zurückzuführen.

Mehr zum Thema:

- Finden Sie hier unser Dossier zur Flüchtlingspolitik in Luxemburg.







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