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Zwei Windräder sind noch im Rennen
Lokales 2 Min. 06.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Differdingen

Zwei Windräder sind noch im Rennen

Im Mai 2014 wurde dieser Mast zu Studienzwecken beim Vesquenhaff aufgerichtet.
Differdingen

Zwei Windräder sind noch im Rennen

Im Mai 2014 wurde dieser Mast zu Studienzwecken beim Vesquenhaff aufgerichtet.
(Archivfoto: Claude Piscitelli)
Lokales 2 Min. 06.05.2016 Aus unserem online-Archiv
Differdingen

Zwei Windräder sind noch im Rennen

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Von den anfangs vier geplanten Windrädern im Differdinger Windpark könnten zwei entstehen. Das eine fiel dem Lärmschutz zum Opfer. Das andere den Fledermäusen.

(na) - Im Mai 2014 war ein zumindest ungewöhnliches Spektakel auf dem Hügel nahe beim Vesquenhaff zu beobachten. Ein Mast mit viel Apparatur bestückt wurde inmitten von Feldern aufgestellt. Er sollte Messungen zum Projekt Windpark liefern.

Gute Nachrichten für Windparkinitiatoren

Dies im Auftrag von der Gemeinde und der Firma Solarpower die jeweils 125 000 Euro in das Projekt investiert hatten. Zwei Jahre später ist seine Mission soweit erfüllt.

Und die, zumindest für die Initiatoren des Projektes, freudige Nachricht lautet: Der Standort eignet sich windtechnisch und von der Bodenstatik her für einen Windpark.

Zwei neue Fledermausarten entdeckt

Die Daten konnten zum großen Teil bereits analysiert werden.
Die Daten konnten zum großen Teil bereits analysiert werden.
Foto: Claude Piscitelli

Dies teilte Schöffe Georges Liesch (Déi Gréng) in der Gemeinderatssitzung am Mittwoch auf Frage von Gary Diderich (Déi Lénk) mit.

Gleichzeitig wurden auch Zählungen von Fledermäusen durchgeführt – wegen Fledermausbeständen ist bereits ein Windparkprojekt nahe Rümelingen gekippt worden.

Und prompt wurden auch hier zwei neue Fledermausarten entdeckt.

Einer weicht den Fledermäusen

Dies sollte sich aber nicht als Grund herausstellen um das Projekt zu kippen. Nur beim Standort eines der vier Windräder sei eine bedenklich hohe Anzahl an Fledermäusen gezählt worden. Weshalb entschieden wurde auf diesen zu verzichten. Bei den drei anderen sei ein Bau aber durchaus denkbar. 

Eine weitere Hürde stellte die Distanz zum Wohngebiet und der Lärmschutz. Als minimale Distanz zum nächsten Haus habe die Gemeinde sich ein Limit von 500 Metern auferlegt. Laut ITM seien nämlich nur wenigstens 300 Meter vorgeschrieben, so Liesch noch.

600 Meter Abstand 
zu den nächstgelegenen Häusern

Es folgte eine weitere Erkenntnis: Im Falle eines Hauses, das etwa in 500 Meter Entfernung eines Windrades stehen würde, könnte der maximal erlaubte Lärmpegel unter bestimmten klimatologischen Bedingungen erreicht werden.

Weshalb auch auf dieses zweite Windrad verzichtet wird, zumindest so lange bis es neue, weniger laute Modelle gebe, so Liesch. Die zwei übrig bleiben Windräder sollen etwa in 600 Meter Entfernung des nächstliegenden Hauses entstehen.

Bürger sollen Anteile kaufen können

Derzeit werde analysiert, unter welcher juristischen Form die Betreibergesellschaft gegründet werden könne, so Liesch weiter. Denn Ziel sei es, sowohl Gemeinde, als auch Bürger in das Projekt einsteigen zu lassen. Dies erweise sich aber als schwierig, weil Gemeinden derzeit nicht an kommerziellen Unternehmen teilnehmen dürfen.

Die Regierung habe hier eine Gesetzesänderung in Aussicht gestellt, hieß es weiter. War Anfang 2016 für den Windpark angepeilt worden, könnte daraus 2017 werden. Was der Gemeinde noch Zeit für Überzeugungsarbeit lassen würde.

Anonymer Brief 
in Differdingen verteilt

Denn was für die Initiatoren des Projektes gute Nachrichten sind, sind für manche schlechte. So hatte Gary Diederich einen anonymen Brief als Anlass zu seinen Fragen genommen. Dieser war in Teilen Differdingens verteilt worden war und dessen Autor hatte nicht mit Kritik am Projekt gespart.

Sowohl Bürgermeister Roberto Traversini (Déi Gréng) wie Schöffe Georges Liesch bedauerten, dass der Autor dieses Schreiben nicht bekannt sei. Ansonsten man mit ihm den Dialog suchen würde. Um ihn, gemäß dem Motto, „lieber Windräder als Cattenom“, zu überzeugen zu versuchen.


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