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Differdingen: Leichtathletikstadion wird nicht gebaut
Lokales 2 Min. 16.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Differdingen: Leichtathletikstadion wird nicht gebaut

Auf einem Teil des Fußballfeldes im Viertel Woiwer, sollte das Stadion entstehen.

Differdingen: Leichtathletikstadion wird nicht gebaut

Auf einem Teil des Fußballfeldes im Viertel Woiwer, sollte das Stadion entstehen.
Foto: Alain Piron
Lokales 2 Min. 16.12.2019 Aus unserem online-Archiv

Differdingen: Leichtathletikstadion wird nicht gebaut

Diana HOFFMANN
Diana HOFFMANN
Die Déi Gréng-CSV-Majorität hat den Bau des Leichtathletikstadions vorerst auf Eis gelegt. Man wolle "das ganze Projekt überdenken", heißt es.

Der Traum von einem Leichtathletikstadion in Differdingen im Viertel Woiwer hinter der Woiwer-Schule ist vorerst geplatzt. Im Budget für 2020 sind genau Null Euro dafür vorgesehen. Bürgermeisterin Christiane Brassel-Rausch (Déi Gréng) erklärte in der vergangenen Gemeinderatssitzung, die Stadt Differdingen mache beim Leichtathletikstadion keinen Rückzieher, sondern suche nach einem anderen Standort.

Die LSAP-Räte verstehen diese Entscheidung nicht. Eine Investition von 500.000 Euro in den Kunstrasen des Fußballfelds, das sich dort befindet, zeige, dass das Projekt Stadion nun endgültig der Vergangenheit angehöre.

So sollte das Leichtathletikstadion aussehen.
So sollte das Leichtathletikstadion aussehen.
Grafik: Stadt Differdingen

Ein interkommunales Projekt

Für die Gemeinden Differdingen, Käerjeng, Petingen und Sassenheim sollte auf einem 2,5 Hektar großen Areal ein Leichtathletikstadion mit acht Laufbahnen, einem Fußballfeld und Tribünen entstehen. Darunter ein Parkhaus mit 500 Plätzen. Kosten sollte es 15 Millionen. Dazu sollte dann auch noch eine Sport-Grundschule kommen und möglicherweise ein Sport-Lycée.


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Die Diskussionen mit den Gemeinden, dem Sportministerium und dem Leichtathletikverband waren abgeschlossen. Der Plan stand. Laut LSAP-Rat Erny Muller könnte quasi morgen mit dem Bau begonnen werden.

Die LSAP-Räte haben die Presse am Montag vor Ort geladen und schwärmen von dem Projekt, das unter der Legislaturperiode Déi Gréng-LSAP-CSV geplant worden war. Sie loben den ökonomischen Wert für die Stadt, die exzellenten Anbindungen und das Label European Sport City, das die Stadt wohl im Hinblick auf den Bau des Stadions erhalten habe.

Mehrheit hat andere Ideen

Wieso aber wurde das Projekt nun von der Déi Gréng-CSV-Majorität verworfen? Bautenschöffe Tom Ulveling (CSV) gibt Antwort: „Finanziell würden wir das Projekt momentan nicht tragen können. Es hat samt dem Parkhaus, der Schule und überdachtem Spielplatz ein enormes Ausmaß angenommen.“ Der Gemeinde stünden mit dem neuen Polizeikommissariat, dem Bau einer Primärschule und der Fertigstellung des Lycée große Investitionen bevor.


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Außerdem benötige das Viertel Woiwer bald schon eine neue Schule, für die auch ein Platz benötigt wird. Die Grundstücke, auf denen das Leichtathletikstadion gebaut werden sollte, seien sozusagen die „Filetstücke“ in Gemeindebesitz.

Der Schöffenrat möchte das gesamte Projekt noch einmal überdenken und sich den Teilbebauungsplan (PAP) anschauen. In einer ersten Phase scheint es dem Rat jedoch überdimensioniert. Die Gespräche mit den anderen Gemeinden wolle man jedoch weiterführen und sich nach einem geeigneten Grundstück umschauen. Falls nötig auch in einer anderen Gemeinde.

Die LSAP-Fraktion bestehend aus Serge Goffinet, Guy Altmeisch, Erny Muller und Fred Bertinelli stellten das nun verworfene Projekt vor.
Die LSAP-Fraktion bestehend aus Serge Goffinet, Guy Altmeisch, Erny Muller und Fred Bertinelli stellten das nun verworfene Projekt vor.
Foto: Alain Pirion