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Differdingen: Keine Gebühr auf leer stehenden Wohnraum
Die Stadt Differdingen geht das Wohnproblem auf ihre Weise an. Hier in Niederkorn hat sie zwölf Bauplätze zum Preis von 35 000 Euro pro Ar angeboten. Derzeit sind noch sechs zu kriegen.

Differdingen: Keine Gebühr auf leer stehenden Wohnraum

Foto: Nicolas Anen
Die Stadt Differdingen geht das Wohnproblem auf ihre Weise an. Hier in Niederkorn hat sie zwölf Bauplätze zum Preis von 35 000 Euro pro Ar angeboten. Derzeit sind noch sechs zu kriegen.
Lokales 11.11.2015

Differdingen: Keine Gebühr auf leer stehenden Wohnraum

Anders als Esch/Alzette wird Differdingen vorläufig keine Gebühr auf leer stehenden Wohnungen einführen. Man will mit anderen Mittel die Wohnproblematik angehen.

(na) - Die letzte Volkszählung 2011 habe ergeben, dass in der Gemeinde Differdingen etwa 400 Wohnungen leer stünden, unterstrich während der Gemeinderatssitzung am Mittwoch, Aly Ruckert (KPL). So plädierte er für die Einführung einer Gebühr auf leer stehenden Wohnraum. Dies um gegen Spekulationen vorzugehen.

Die Zahl von 400 Wohnungen relativierte Bürgermeister Roberto Traversini (Déi Gréng), der erklärte, dass diese auch sich im Bau befindende Objekte beinhalte. Die genaue Zahl von leer stehenden Wohnungen sei nicht bekannt, es seien aber wohl „zu viele“.

Soziale Immobilienagentur hat 33 Wohnungen vermietet

Um diese zu reduzieren, habe sich der Schöffenrat für einen anderen Weg entschieden und setze auf die „Agence immobilière sociale Kordall“ (AISK). Diese übernimmt Wohnungen von privaten Personen, vermittelt sie an weniger bemittelte Mieter weiter und garantiert dem Besitzer die Miete.

Seit etwa einem Jahr wurden der AISK bereits 55 Wohnungen angeboten, von denen 33 weiter vermietet wurden. Die Miete befindet sich im Durchschnitt 30 bis 40 Prozent unter dem Marktpreis. Sollte sich langfristig herausstellen, dass dies unzureichend sei, könne immer noch über die Gebühr gesprochen werden, so Traversini.

Bis zu 900 Sozialwohnungen am Horizont 2019

Parallel zur AISK, investiere die Stadt viel in sozialen Wohnungsraum. Der Bürgermeister listete alle Projekte auf und kam zum Schluss, dass in den nächsten drei bis vier Jahren, die Gemeinde um die 900 Sozialwohnungen zählen werde (Studenten- und Flüchtlingsheime inbegriffen).

So wurde zum Beispiel das Projekt, „Terrasses de la ville“ im Sommer in Angriff genommen. In der Grand-Rue werden 76 Sozialwohnungen vom Fonds du Logement gebaut.

Als Aly Ruckert auf das Escher Beispiel verwies, entgegnete Roberto Travesini, dass die Gebühr, juristisch gesehen, „nicht auf stabilem Grund“ fuße. Obwohl sie schon 2012 vom Escher Gemeinderat gestimmt wurde, sei sie noch nie einbezogen worden so Schöffe Georges Liesch (Déi Gréng).


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