Differdingen erhält eine "Sportfabrik"
Nach seiner Kreativfabrik erhält Differdingen nun auch eine Sportfabrik. Das bedeutet aber nicht, dass in der Cité du Fer in Zukunft Elitesportler statt Stahlträger am Fließband produziert werden. Hinter diesem Namen versteckt sich ein hochmodernes Sportlaboratorium, das an die Sporthalle in Oberkorn angebaut wird.
Sportler unter die Lupe
Das Laboratorium, auch Diagnostikzentrum genannt, wird im Keller des Anbaus entstehen. Kameras werden dort jede noch so kleinste Bewegung von Sportlern aufnehmen und Kraftmessplatten werden Auskunft darüber geben, wie die Athleten sich vom Boden, zum Beispiel vor einem Sprung, abstützen. Unter anderem ist eine Laufpiste von 50 Metern geplant.
Claude Meisch: " Wir glauben an die Forschung im Sportbereich"
Wie Sportminister Romain Schneider bei der symbolischen Grundsteinlegung erklärte, soll dieses Zentrum Elitesportler bei ihrer physischen Vorbereitung helfen. Die Erkenntnisse sollen es Athleten ermöglichen, ihre Höchstleistung bei Wettkämpfen zu maximieren. Daneben soll auch Sportwissenschaft betrieben werden. So könne zum Beispiel darauf hingearbeitet werden, Verletzungen vorzubeugen, erklärte Romain Schneider noch.
Ähnlich argumentierte Forschungsminister Claude Meisch, der unterstrich, dass die Forschung im Spitzensport auch im Breitensport angewendet werden kann. "Wir glauben an die Forschung im Sportbereich", betonte er.
Sporthalle soll saniert werden
Neben dem Sportlaboratorium entstehen im Anbau auch Büroräume für das rezent gegründete Luxembourg Institute for High Performance in Sports (LIHPS), dessen Direktor seit dem 1. Juni der frühere Schwimmathlet Alwin De Prins ist. Der Differdinger Schöffe Tom Ulveling erklärte, dass im Anbau auch ein Eingang zur renovierten Sporthalle entstehen wird, sowie im ersten Stock ein Ausschank mit Blick auf das Geschehen in der Sporthalle.
Letztere soll saniert werden, aber erst, wenn die neue Sporthalle in Niederkorn gebaut ist, damit die Vereine während der Arbeiten dorthin ausweichen könnten. Demnach ist dies noch nicht für sofort.
Zu früh für Tokyo
Der Bau der Sportfabrik soll ihrerseits im September beginnen. Fertiggestellt soll sie im September 2020 sein. Für die Olympischen Spiele in Tokio dürfte es nicht mehr reichen. Dafür werden sich Athleten dort auf die Spiele von 2024 in Paris vorbereiten können.
Bürgermeister Roberto Traversini erklärte seinerseits, dass das Projekt mit neun Millionen Euro zu Buche schlagen wird. Ausgaben, die die Stadt vorfinanzieren wird. Die Kosten, die nicht für die Sporthalle, sondern für das Diagnostikzentrum anfallen, wird der Staat rückerstatten.
Romain Schneider erklärte, dass dies so im Fünfjahresplan vorgesehen sei, der am 26. Juni im Parlament gestimmt werden soll. In Letzterem sind Ausgaben von insgesamt 220 Millionen Euro vorgesehen.
Die Sportschule Lunex, sollte eingangs auch in das Projekt eingebunden werden. Wie am Rande der symbolischen Grundsteinlegung zu erfahren war, ist es dazu jedoch letztendlich nicht kommen. Es wird aber davon ausgegangen, dass sich später Synergien ergeben werden.
Neues Kapitel Sportgeschichte
Bürgermeister Roberto Traversini unterstrich noch, dass Differdingen sich wieder einmal „traue“ etwas Neues auszuprobieren. „So haben wir Differdingen wieder auf die Landkarte gesetzt“, sagte er. Die Stadt habe angeboten eine Sportstruktur, „die fehle“ im Differdinger Parc des Sports zu errichten. Laut ihm werde mit dem Diagnostikzentrum in Differdingen ein neues Kapitel Sportgeschichte geschrieben.
