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Differdingen: Christiane Brassel-Rausch soll Bürgermeisterin werden
Lokales 3 Min. 24.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Differdingen: Christiane Brassel-Rausch soll Bürgermeisterin werden

Christiane Brassel-Rausch (Déi Gréng) soll die Nachfolge von Roberto Traversini übernehmen.

Differdingen: Christiane Brassel-Rausch soll Bürgermeisterin werden

Christiane Brassel-Rausch (Déi Gréng) soll die Nachfolge von Roberto Traversini übernehmen.
Foto: Lynn Theisen
Lokales 3 Min. 24.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Differdingen: Christiane Brassel-Rausch soll Bürgermeisterin werden

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Christiane Brassel-Rausch (Déi Gréng) soll die Nachfolge von Roberto Traversini antreten. Darauf haben sich am Dienstagabend die lokale Sektionen von Déi Gréng und CSV geeinigt.

Eine Überraschung ist es schon. Nicht Georges Liesch, sondern Christiane Brassel-Rausch soll für Déi Gréng die Nachfolge von Roberto Traversini auf dem Bürgermeisterposten in Differdingen antreten. 

Darauf haben sich am Dienstag, am späten Abend, die lokalen Sektionen der Koalitionsparteien von Déi Gréng und CSV geeinigt. Dieser Vorschlag wird aber noch von einer Mehrheit im Differdinger Gemeinderat bestätigt werden müssen, ehe Christiane Brassel-Rausch von der Innenministerin als neue Bürgermeisterin vereidigt werden kann. 

Erste Frau an der Spitze der Stadt

Christiane Brassel-Rausch Christiane ist erst seit 2017 im Gemeinderat.
Christiane Brassel-Rausch Christiane ist erst seit 2017 im Gemeinderat.
Foto: Lynn Theisen

Sollte Christiane Brassel-Rausch diese Bestätigung erhalten, wovon auszugehen ist, würde sie die erste Frau an der Spitze der Stadt Differdingen werden. 

In den Schöffenrat nachrücken soll Paulo Aguiar. Dies zumindest solange, bis dass Laura Pregno (beide Déi Gréng) aus dem Elternurlaub zurück ist. 

Neustart in Differdingen 

Mit dieser Personalentscheidung zeigen Déi Gréng, dass sie einen Neustart in Differdingen anpeilen. 

Denn obwohl Schauspielerin Christiane Brassel-Rausch bereits 2005 und 2011 Kandidatin bei Déi Gréng war und sie auch Präsidentin der lokalen Sektion ist, hat sie auf Gemeinderatsebene noch nicht viel Erfahrung sammeln können. 

Sowohl 2005 als auch 2011 wurde sie 13. unter 17 Kandidaten. Anders erging es ihr aber 2017. Sie landete auf dem fünften Platz der Liste von Déi Gréng. Da die grüne Partei einen Erdrutschsieg feierte und sieben Sitze erhielt, zog sie in den Gemeinderat ein. 

Seit September im Schöffenrat

Hier hat sie auch bereits bewiesen, dass sie nicht vor Verantwortung zurückscheut. So ist sie seit dem 1. September Mitglied des Schöffenrates, wo sie Parteikollegin Laura Pregno ersetzt, die einen sechsmonatigen Elternurlaub beantragt hat.  

Somit haben Déi Gréng eine Bürgermeisterin vorgeschlagen, die zwar nicht die Erfahrung auf ihrer Seite hat, dafür aber auch der Opposition wohl kaum Angriffsflächen bieten dürfte. Was aber nicht heißen soll, dass die Kritiken ganz erlöschen werden. 

Opposition übt weiter Druck aus

Denn die Oppositionsräte François Meisch (DP) und Gary Diderich (Déi Lénk) fordern weiter Aufklärung. Auf Druck der Opposition hatte Bürgermeister Roberto Traversini (Déi Gréng) vergangene Woche seinen Hut genommen. Dies nach Vorwürfen rund um die sogenannte Gartenhausaffäre. 


Lokales,  Conference de Presse Roberto Traversini, batisse du 15 A route de Petange,  Chris Karaba/Luxemburger Wort
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Roberto Traversini
Gegen den ehemaligen Differdinger Bürgermeister besteht unter anderem der Verdacht auf Veruntreuung öffentlicher Gelder.

Dabei ging es nicht nur um fehlende Genehmigungen für Umbauarbeiten an einem von Roberto Traversini geerbten Haus, beziehungsweise Gartenhäuschen, in Niederkorn. 

Roberto Traversini hatte auch eingestanden, dass Arbeiten unentgeltlich am Geländer dieses Hauses durch die Beschäftigungsinitiative CIGL durchgeführt wurden. Fragen aufgeworfen hat auch die Instandsetzung der Straße zum Haus. 

Die Sache mit den Plänen

Weiter hatte François Meisch aufgedeckt, dass im Bautendienst der Gemeinde Pläne für das geerbte Haus des Bürgermeisters gezeichnet worden waren. 

 Am Freitag hat die Staatsanwaltschaft mitgeteilt, Ermittlungen gegen Roberto Traversini aufgenommen zu haben. Unter anderem wegen Verdachts auf Veruntreuung öffentlicher Gelder. 

Laut LW-Informationen ist Traversini in der Zwischenzeit auch von seinem Posten als Präsident des Verwaltungsrates des CIGL zurückgetreten. 

Georges Liesch nun im Visier

Schöffe Georges Liesch, der angesichts seiner langjährigen Erfahrung im Differdinger Schöffenrat als Nachfolger von Traversini gehandelt wurde, gerät nun auch in die Schusslinie der Opposition. 


Blummenauer - horloge fleurie - Differdange -  28.06.2016 © claude piscitelli
Differdingen: Wenn die Uhr des Bürgermeisters schlägt
Während der Nachfolger von Traversini noch nicht offiziell bekannt ist, lohnt sich ein Blick zurück. Denn die Differdinger Geschichte um den Bürgermeisterposten war zuletzt alles, aber nicht ruhig.

Der städtische Dienst, der im Auftrag von Traversini Grundrisspläne für sein geerbtes Haus gezeichnet hat, stehe unter der politischen Verantwortung von Georges Liesch, hatte François Meisch am Montag gegenüber RTL unterstrichen. Es stelle sich die Frage, inwieweit Liesch über den Vorfall in Kenntnis gewesen sei, so Meisch. 

Ähnlich hatte sich Gary Diederich (Déi Lénk) am Dienstag gegenüber dem Radiosender „100,7“ ausgesprochen. „Ich glaube nicht, dass man so vieles tun kann, ohne dass jemand es mitbekommt.“ 

Demnach dürften die kommenden Gemeinderatssitzungen in Differdingen eine gewisse Spannung beinhalten. Auf Christiane Brassel-Rausch wartet keine leichte Aufgabe. 


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