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Differdingen: Centre Noppeney wird derzeit zum Flüchtlingsheim umgebaut
centre de collecte - Marcel Noppeney - réaménagement pour réfugiés - Differdange - 6.11.2015 - © claude piscitelli

Differdingen: Centre Noppeney wird derzeit zum Flüchtlingsheim umgebaut

centre de collecte - Marcel Noppeney - réaménagement pour réfugiés - Differdange - 6.11.2015 - © claude piscitelli
Lokales 9 3 Min. 06.11.2015

Differdingen: Centre Noppeney wird derzeit zum Flüchtlingsheim umgebaut

Im Centre Noppeney in Differdingen laufen derzeit Bauarbeiten. Anfang nächsten Jahres sollen in dem Gebäude Flüchtlinge einziehen. Rundherum organisiert sich bereits Hilfe.

(na) - „Was hier passiert, ist ein Differdinger Wunder“, kommentierte Bürgermeister Roberto Traversini, als er sich am Freitag die Umbauarbeiten im „Centre Noppeney“ anschaute.

Gerade erst vor drei Wochen wurde mit den Umbauarbeiten im früheren Kulturzentrum begonnen. Doch jetzt bereits lassen sich Zimmer und Aufenthaltsräume erahnen. Trennwände werden eingebaut, alte Lampen abmontiert, elektrische Kabel verlegt und neue Wasserleitungen verlegt.

Duschräume im Untergeschoss

Die größte Herausforderung stellt die Installation der Duschräume im Untergeschoss dar, erklärt Ben Krethen vom „Service parachèvement“ der Gemeinde. Dort gab es weder Wasseranschluss noch eine ausreichende Belüftung. „Gegenüber von den Duschkabinen werden wir Waschbecken installieren“, erklärt er weiter und zeigt auf die kahle Mauer.

Arbeit in Eigenregie

Noch vor einigen Wochen diente dieser Raum lediglich als Lagerplatz. Auch er habe sich im ersten Moment nicht vorstellen können, wie aus dem Centre Noppeney ein Flüchtlingsheim werden sollte, gesteht er ein. Umso stolzer ist er auf die Arbeit seiner Mannschaft. Denn die Umbauarbeiten werden in Eigenregie von der Gemeinde durchgeführt. Im Januar-Februar sollen sie abgeschlossen sein.

„Der große Vorteil ist, dass wir hier mitten im Zentrum liegen und nicht irgendwo abgeschottet“, unterstreicht Roberto Traversini. Sport- und Schulzentren sind nur wenige Gehminuten entfernt. Und im Hang hinter dem Zentrum ist ein großer Spielplatz.

Eine Konvention am Mittwoch im Gemeinderat

Die Anzahl von Flüchtlingen, die im Noppeney untergebracht wird, sei nicht disproportioniert. In einer Konvention mit dem Olai („Office luxembourgeois de l'accueil et de l'intégration), über die der Gemeinderat am Mittwoch abstimmen wird, stehe eine Zahl um die 74. Wie viele es tatsächlich werden, ist aber noch nicht bekannt.

"Wir haben nicht gewartet"

Das sei, von der Größenordnung her, in etwa als wenn drei Einfamilienhäuser nebeneinander abgerissen werden, um durch eine große Residenz ersetzt zu werden, relativiert Traversini. Diese Konvention sieht auch vor, welche Kosten der Olai von den Umbauarbeiten übernehmen wird. „Darauf haben wir aber nicht gewartet“, so Traversini, sonst hätten die Arbeiten noch nicht beginnen können – mit dem Risiko, alles selbst bezahlen zu müssen.

Ein Risiko, das man aber gerne in Kauf nahm, so Traversini. Etwas überraschend hatte der Differdinger Gemeinderat Mitte September einstimmig beschlossen, aus dem Gebäude eine Flüchtlingsunterkunft zu machen. Was folgte, waren durchaus positive Reaktionen. Der große Versammlungssaal dient jetzt bereits als Aufnahmestelle für gespendete Kleider (später sollen dort Modulbauten für Flüchtlinge installiert werden).

Etwa 20 Kartons voller Kleider, zahlreiche Schuhe und Winterjacken stapeln sich dort bereits. Auch hätten sich schon viele gemeldet, um zu helfen (siehe unten). „Ich bin stolz, Bürgermeister dieser Stadt zu sein“, so Traversini. Und glaubt fest daran, dass es nicht bei einem Differdinger Wunder bleiben wird.

Hilfe organisiert sich bereits

Wer Kleider für Flüchtlinge abgeben will, kann dies von montags bis freitags zwischen 11 und 15 Uhr und zwischen 17 und 19 Uhr im Centre Noppeney. Dort werden sie u. a. mit Hilfe von Freiwilligen und Mitarbeitern des Olai sortiert und später den Flüchtlingen übergeben. Wer später den Flüchtlingen helfen will – von Hausaufgabenhilfe für Kinder bis zu gemeinsamen Aktivitäten –, kann sich beim Wok in der Kreativfabrik melden (Tel. 58 77 1-1558) melden. Ein Formular ist online auffindbar. Auf dem kann angegeben werden, welche Art von Hilfe man bereit ist zu leisten.

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