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Diekircher Lyzeum empfängt Partnerschulen aus vier Ländern
Lokales 13 3 Min. 15.05.2022
Endlich wieder Besuch

Diekircher Lyzeum empfängt Partnerschulen aus vier Ländern

Bei der Abschlussfeier herrschte ausgelassene Stimmung.
Endlich wieder Besuch

Diekircher Lyzeum empfängt Partnerschulen aus vier Ländern

Bei der Abschlussfeier herrschte ausgelassene Stimmung.
Foto: Frank Weyrich
Lokales 13 3 Min. 15.05.2022
Endlich wieder Besuch

Diekircher Lyzeum empfängt Partnerschulen aus vier Ländern

Frank WEYRICH
Frank WEYRICH
Austausch und Kräftemessen: 300 Schüler aus fünf Ländern sind an diesem Wochenende in Diekirch zu Gast.

An diesem Wochenende war in der Sauerstadt etwas mehr los: Hunderte Jugendliche sorgten für Leben auf der Gasse. Ursache waren die sogenannten „Journées européennes“ des Diekircher Lyzeums, die während drei Tagen stattfanden.

All dies geht auf den 18. Mai 1965 zurück, als drei Gymnasien aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden sich ein erstes Mal zu einem gemeinsamen Wettkampftag trafen. Zwei Jahre später stieß das Diekircher „Kolléisch“ (LCD) dazu und organisierte im Folgejahr die erste Ausgabe der „Journées européennes“ an der Sauer. Als dann 1969 die französische Partnerschule dazu kam, war die Fünfergemeinschaft komplett und so ist sie bis heute geblieben. 

Der Name für die Veranstaltung im deutschen und im niederländischen heißt denn auch „Fünf-Länder-Treffen“. Abwechselnd trifft man sich Jahr für Jahr in einem der teilnehmenden Gymnasien. Dieses Jahr waren die vier Partnerschulen wieder in Diekirch mit von der Partie. 

Es sind dies, neben dem LCD, die „Institution Notre-Dame des Anges“ aus Saint Amand-les-Eaux im französischen Département Nord (59), die „Schoelengemeenschap Were Di“ aus Valkenswaard in der niederländischen Provinz Nordbrabant, der nur 20 Kilometer entfernten WICO Campus Sint-Hubertus aus Neerpelt in der belgischen Provinz Limburg sowie das „Städtische Mathematisch-Naturwissenschaftliche Gymnasium“ aus Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen in Deutschland.

Langes Warten hat ein Ende

Bevor es jedoch so weit war, musste zunächst eine längere Wartezeit von zwei Jahren mit in Kauf genommen werden. Ursprünglich sollte nämlich bereits im Frühjahr 2020 die jetzige Ausgabe über die Bühne gehen, doch Corona hat einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. 

In der langen Geschichte der „Journées“ war vorher nur ein einziges Mal die Begegnung verschoben worden. Das war im Jahr 2003, als weltweit die SARS-Epidemie umging. Aus Vorsorge vor einer möglichen Verbreitung hatten damals die französischen Autoritäten jegliche internationalen Treffen untersagt. 

Aber auch jetzt wurde Rücksicht auf die sanitäre Lage genommen, wie Marcel Kramer, Direktor des LCD erklärt: „Statt der gewohnten 120 Schüler pro Gymnasium wurde die Zahl auf 54 verringert.“ Diese „krumme“ Zahl hat sich aus verschiedenen Überlegungen ergeben. Beispielsweise galt zur Zeit der Entscheidung, dass das Treffen durchgeführt würde, eine Höchstzahl von 300 Personen, die an einer Veranstaltung teilnehmen durften. 

Einer der größten Anziehungspunkte für die anreisenden Schüler ist natürlich das Zusammensein mit ihren Gastfamilien. Die Spannung ist jedes Mal groß, wo man unterkommt und wie das Leben in dem für die meisten fremden Land sein wird. Und umgekehrt ist es genau so: Die Neugierde auf die Gäste für ein Wochenende steigt, je näher der Termin heranrückt. 

Für die Organisatoren stellt dies allerdings eine Herausforderung dar, wie Kramer weiß: „Obschon wir die Schule sind, mit den meisten Schülern, ist es hier am schwierigsten, Gastfamilien zu finden. Die ausländischen Partnerschulen haben da weniger Probleme.“ Dieses Jahr hat sich die Suche nach Familien besonders schwierig gestaltet, da auch trotz der reduzierten Teilnehmerzahl die Aufnahmewilligkeit zu wünschen übrig ließ.

Sport und Kunst sorgen für Stimmung

Der ursprüngliche Grundgedanke der Treffen war, sich auf sportlichem Gebiet mit den anderen Schulen zu messen. Im Laufe der Jahre reifte jedoch die Idee, auch kulturelle Aktivitäten in das Programm aufzunehmen und so dazu beizutragen, die Kommunikation und das gegenseitige Verständnis der Jugendlichen zu fördern. Der Samstag kennt demzufolge ein abwechslungsreiches Programm. 

Die Sportwettbewerbe, Wissenschaftsateliers oder gemeinsames Üben für Musik- oder Gesangseinlagen sind allerdings so organisiert, dass auch noch Zeit bleibt, die anderen anzufeuern. Schließlich soll ja für Stimmung gesorgt sein! Ganz besonders kam am Abend in der „al Seeërei“ Partystimmung auf, wo Khalid Oke, selbst ein ehemaliger LCD-Schüler zusammen mit DJ Flex Diamond den Jugendlichen einheizte, bevor um Mitternacht ein intensiver Tag zu Ende ging. 

Am Sonntagvormittag fand dann die Abschlussfeier statt, während der die Preise für die besten Sportler oder Künstler überreicht wurden. Dabei wetteiferten die Schüler mit den Sprechchören ihrer jeweiligen Schulen und die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt. 

Für Marcel Kramer besteht kein Zweifel an der Wichtigkeit solcher gemeinsamer Erlebnisse: „Für uns ist es wichtig, den europäischen Gedanken hochzuhalten, besonders in den jetzigen Zeiten.“ Im kommenden Jahr findet das Treffen in Mönchengladbach statt.

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