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Die Wunschliste der Radfahrer
Lokales 2 Min. 27.06.2018

Die Wunschliste der Radfahrer

Getrennte und gesicherte Fahrradwege zum Arbeitsplatz: der Wunsch vieler Radfahrer.

Die Wunschliste der Radfahrer

Getrennte und gesicherte Fahrradwege zum Arbeitsplatz: der Wunsch vieler Radfahrer.
Foto: Marc Wilwert/LW-Archiv
Lokales 2 Min. 27.06.2018

Die Wunschliste der Radfahrer

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Die lëtzebuerger Velosinitiativ LVI hat zwölf konkrete Wahlempfehlungen vorgestellt. Es geht in erster Linie um mehr Platz für sanfte Mobilität.

Die lëtzebuerger Velosinitiativ LVI geht in die Offensive und verlangt endlich prioritäre Lösungen für die sanfte Mobilität. Im Vorfeld der Parlamentswahlen im Oktober hat die Interessenvertretung der Radfahrer eine insgesamt zwölf Punkte umfassenden Forderungskatalog aufgestellt. Die Planung und der Ausbau der Stadtinfrastrukturen solle demnach endlich weg von einer automobilgebundenen Priorität, die als erstes Ziel einen flüssigen Straßenverkehr hat und damit elektorale Wünsche auf populistische Weise bedient.

Ausbau des Radwegenetzes

Konkret wünscht sich die LVI die konsequente Umsetzung des Gesetzes vom 28. April 2015. Dieses sieht den Ausbau des nationalen Radwegnetzes und die Absicherung von Gefahrenpunkten vor. Dabei sollten nicht nur touristische Aspekte berücksichtigt werden, sonder auch der Gebrauch des Fahrrades als tägliches Verkehrsmittel. Dazu müssten die Randgebiete systematisch an die Nordstadt, die Stadt Luxemburg und Esch angebunden werden.

Über einen großzügigen Verteilschlüssel sollen die Gemeinden Beihilfen erhalten, um ihre eigenen Radwegenetze auszubauen. Zudem wird das Einführen einer harmonischen und kompletten Beschilderung des nationalen Radwegenetzes gefordert. Um den geplanten Modal Split von zehn Prozent für Kurzstrecken zum Arbeitsplatz beziehungsweise 15 Prozent für den Schulweg bis 2025 zu erreichen, müssten Personal und Finanzmittel in den zuständigen Verwaltungen aufgestockt werden. Ein sogenanntes "centre du cycle" soll als Anlaufstelle für jegliche Fragen betreffend den Gebrauch des Fahrrades geschaffen werden. Informationsaustausch, Reparaturanleitungen, Austausch von Erfahrungen sowie Organisation von größeren Ereignissen könnten hier an einem Ort zusammengebracht werden.

Teil der Mobilitätskette

Eine bessere Integration des Rads in die Mobilitätskette des öffentlichen Transportes und die Erreichbarkeit sämtlicher öffentlicher Gebäude per Fahrrad sind eine weitere Forderung. Parallel dazu sollen an sämtlichen öffentlichen Gebäuden sichere und leicht erreichbare Abstellplätze für Fahrräder geschaffen werden, sie sowohl für die Arbeitnehmer als auch für Besucher. Das Benutzen des Fahrrades solle zudem mit steuerlichen Vergünstigungen verbunden sein. Arbeitgeber sollten ihren Mitarbeitern Umkleide- und Waschräume zur Verfügung stellen und dafür mit steuerlichen Anreizen ermutigt werden. Zugleich könnten Vorteile für Dienstwagen abgeschafft werden.

Teil des Sportunterrichts

Damit der Spaß am Radfahren schon den Jüngsten vermittelt wird, soll es in das Sportprogramms an den Schulen eingebunden werden. Dazu gehört auch die weitere Verbreitung des sogenannten Velobus, also das gemeinsame Nutzen des Fahrrades für den Schulweg. Schließlich verlangt die Velosinitiativ eine nationale Marketingstrategie um den Radtourismus weiter voranzutreiben. So sollten zusätzliche Radverleihstationen geschaffen werden und zugleich ein Transportsystem auf die Beine gestellt werden, das das Gepäck der Radtouristen von Hotel zu Hotel bringt. Regelmäßige Sensibilisierungskampagnen sollen dafür sorgen, dass das Thema Fahrrad weiterhin in der gesellschaftlichen Diskussion akzeptiert wird.


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