Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Die Volksbefragung steht bevor
Lokales 3 Min. 20.09.2021
Vom 8. November an

Die Volksbefragung steht bevor

Es geht es nicht nur darum, wie viele Einwohner wo wohnen, sondern auch um wichtige landesplanerische Erkenntnisse.
Vom 8. November an

Die Volksbefragung steht bevor

Es geht es nicht nur darum, wie viele Einwohner wo wohnen, sondern auch um wichtige landesplanerische Erkenntnisse.
Foto: Lex Kleren/LW-Archiv
Lokales 3 Min. 20.09.2021
Vom 8. November an

Die Volksbefragung steht bevor

Frank WEYRICH
Frank WEYRICH
Wirtschaftsminister Franz Fayot stellt den Ablauf der großen Bestandsaufnahme vor - und appelliert ans Mitmachen.

Nach zwei Versuchen wird nun im dritten Anlauf der Startschuss für die große Volksbefragung gegeben. In Luxemburg wird die Bevölkerung alle zehn Jahre statistisch erfasst. Ein erster Termin war für Februar dieses Jahres vorgesehen. Wegen der sanitären Maßnahmen wurde daraus zunächst Juni. Die Coronasituation führte dann aber nochmals zu einer Verschiebung.

Nun ist es aber so weit. Im November soll jeder Bewohner des Großherzogtums seine Formulare ausfüllen. Für die Statistiker ist das Recensement die einmalige Gelegenheit, ein komplettes Bild der Bevölkerung zu erhalten. Dabei geht es nicht nur darum, wie viele Einwohner wo wohnen. Wichtige landesplanerische Erkenntnisse ergeben sich aus den gesprochenen Sprachen, dem Bildungsniveau, dem Wohnungsmarkt oder den verschiedenen Behinderungen, die diesmal zum ersten Mal erfasst werden.


Volkszählung beginnt am 8. November
Die Zählung sollte an und für sich im Juni beginnen. Erstmals setzt man prioritär auf das Internet.

Gegenüber den üblichen stichprobenartigen Umfragen, wird durch diese Methode ein komplettes Bild erfasst. Durch die große Anzahl an Daten ist es auch möglich, sehr detaillierte Untersuchungen anzustellen. Um eben diese Vollständigkeit zu erreichen, ergeht von Minister Fayot denn auch der Aufruf: „Es ist wichtig, dass jeder angeschriebene Einwohner mitmacht, damit unsere Ergebnisse so repräsentativ werden wie möglich.“ Es sei darauf hingewiesen, dass es sich bei dem Ausfüllen der Fragebögen um eine Bürgerpflicht handelt.

Digitale Antworten

Im Gegensatz zu den bisherigen Recensements setzt der Statec dieses Mal voll auf Digitalisierung, wie Serge Allegrezza vom Statec erklärt: „Der elektronische Weg hat viele Vorteile. Nicht nur, dass es viel praktischer ist, als umfangreiche Formulare auszufüllen, es ist auch einfacher.“


Knackt eine Kommune die Schwelle der 10.000 Bewohner, so erhöht sich auch die Anzahl ihrer Gemeinderatsmitglieder
Drei Gemeinden kratzen an der 10.000-Einwohner-Marke
Die kommende Volkszählung hat für drei Gemeinden ganz praktische Konsequenzen: Sie könnten die Marke von 10.000 Einwohnern überschreiten.

Ein zusätzlicher Punkt ist die Gewohnheit, die die Menschen in den vergangenen anderthalb Jahren im Umgang mit den elektronischen Kommunikationsmitteln erlangt haben. Bedingt durch die Pandemie und das damit verbundene Home-Office hat sich der Gebrauch von MyGuichet.lu verallgemeinert. So spielt die staatliche Plattform auch bei der diesjährigen Befragung eine Schlüsselrolle. Zudem ist der Umgang mit persönlichen Codes durch die Einladungen zum Large Scale Testing mittlerweile jedem Haushalt bekannt. Die Einladungen zur Volksbefragung werden ganz ähnlich versandt.

Wie sich das für Luxemburg gehört, sind die Formulare in fünf Sprachen verfügbar. Neben Luxemburgisch, Deutsch und Französisch kann man auf Englisch sowie Portugiesisch antworten.

Kombinierte Erhebung

Luxemburg gehört zu den europäischen Ländern, die bei der Erhebung auf eine sogenannte kombinierte Methode setzt. In skandinavischen Ländern oder auch Belgien und Österreich sind die verschiedenen Einwohnerregister miteinander vernetzt, sodass dort die Erhebung ohne besondere Befragung erfolgt.

In Luxemburg hingegen greift man nur auf die Dateien der Gemeinden sowie der Sozialversicherung zurück. Alle anderen Informationen müssen durch die Volksbefragung erhoben werden. Serge Allegrezza wünscht sich aber, dass auch in Luxemburg der Weg der Datenerhebung über die verschiedenen Register erfolgen kann.


Lokales, Wiedereröffnung der Geschäfte, Covid-19, Coronavirus, foto: Chris Karaba/Luxemburger Wort
Viel mehr als nur Einwohner zählen
Vom 1. Juni an findet im Großherzogtum wieder eine Volkszählung statt.

Auf die LW-Nachfrage, inwieweit diese Bemühungen mit dem Personen- oder Datenschutz vereinbar sind, herrschte zunächst eine betretene Stille. Minister Fayot ließ sich schließlich zu der Aussage verleiten, dass dies sicherlich ein Thema ist, das es zu beachten gilt. Für die Statistiker hingegen würde das Leben dadurch deutlich einfacher.

Bei der nun anstehenden Volksbefragung ist das jedoch keine Frage: Sämtliche persönlichen Daten werden anonymisiert, so dass keine Rückschlüsse auf bestimmte Personen möglich sind. Der Aufruf ergeht also an alle Bewohner, sich der Aktion anzuschließen. Der Slogan heißt nicht umsonst: „Mir zielen, well Dir zielt.“

Folgen Sie uns auf Facebook, Twitter und Instagram und abonnieren Sie unseren Newsletter.