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Die Vergangenheit nicht vergessen
Lokales 40 2 Min. 07.10.2018

Die Vergangenheit nicht vergessen

Die Vergangenheit nicht vergessen

Foto: Lex Kleren
Lokales 40 2 Min. 07.10.2018

Die Vergangenheit nicht vergessen

Der Zweite Weltkrieg endete vor 73 Jahren. Die Opfer sind nicht vergessen. Jedes Jahr im Oktober erinnert sich Luxemburg am nationalen Gedenktag an das wohl dunkelste Kapitel in seiner Geschichte, die Kriegsjahre von 1940 bis 1945.

Von Raymond Schmit

Der nationale Gedenktag geht zurück auf die Personenstandsaufnahme von 1941. Damals wollten die deutschen Besatzer am 10. Oktober eine Umfrage durchführen, in der sich die Luxemburger zum Deutschtum und zur deutschen Sprache bekennen sollten. Die Aktion entwickelte sich zu einem Fiasko für die Nazis. Nicht zuletzt dank der Aufklärungsarbeit der Widerstandsorganisationen bekannten sich die Einwohner mit einer überwältigenden Mehrheit von mehr als 96 Prozent zum Luxemburgischen.

Da dieses Ergebnis einer Niederlage gleichgekommen wäre, wurde die Befragung von Gauleiter Gustav Simon wieder abgeblasen, bevor das Resultat vorlag. Das Land erinnert sich am nationalen Gedenktag aber auch an die Luxemburger, die im Widerstand tätig waren, in Gefängnisse oder Konzentrationslager verschleppt wurden, umgesiedelt wurden oder völkerrechtswidrig in eine fremde Uniform gezwungen wurden.

Hier eine Bildergalerie der Zeremonien in Luxemburg-Stadt und in Diekirch.

Gedenken an Widerstand

Die Gedenkfeiern begannen in der Kathedrale von Luxemburg mit einer feierlichen Messe in Gegenwart von Großherzog Henri, die von Erzbischof Fernand Franck zelebriert wurde. Zum Beginn des Gedenkgottesdienstes betonte Mgr. Franck, dass es auch heute noch eine Pflicht sei, diejenigen zu ehren, die ihr Leben für die Heimat opferten. Und er betonte weiter, sie hätten es aus Überzeugung getan und verdienten deshalb Anerkennung und tiefsten Respekt.

Der Erzbischof erinnerte auch an das Leid, das der Krieg über zahlreiche luxemburgische Familien brachte und drückte den Resistenzorganisationen seine Anerkennung aus, die sich unermüdlich dafür einsetzen, damit die Erinnerung an diejenigen, die ihr Leben für die Heimat ließen, erhalten bleibt.

Nach dem Gottesdienst fand eine Gedenkfeier beim nationalen Solidaritätsdenkmal statt. Dort legte Großherzog Henri Blumen nieder in Anwesenheit von Parlamentspräsident Mars Di Bartolomeo, Premierminister Xavier Bettel, Vizepremier Etienne Schneider, Bürgermeisterin Lydie Polfer und General Alain Duschène, Kommandant der Armee. Nachdem er die Gedenkflamme neu entzündet hatte, begab sich der Großherzog ins Innere der Gedenkstätte, wo er sich ins goldene Buch eintrug.

An die Weltkriegsopfer erinnerte man sich auch beim Denkmal für die jüdische Bevölkerung, bei der Gëlle Fra und beim Hinzerter Kreuz. Blumen wurden dort niedergelegt von Parlamentspräsident Mars Di Bartolomeo, Premierminister Xavier Bettel, Bürgermeisterin Lydie Polfer und Albert Aflalo, Präsident des israelitischen Konsistoriums. Zum Abschluss segneten Generalvikar Léo Wagener, Großrabbiner Alain Nakache und Volker Strauß, Pastor der evangelischen Kirche, die Grabstätte beim Hinzerter Kreuz.

Anschließend fand auch eine Gedenkzeremonie im klassischen Lyzeum in Diekirch statt, bei der die Schüler den Reden der Beauftragten zuhören konnten.


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