Wählen Sie Ihre Nachrichten​

"Die verbleibenden Züge sind nicht koordiniert"
Lokales 20.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Bahnstreik in Deutschland

"Die verbleibenden Züge sind nicht koordiniert"

Bruno Mühl versteht nicht, warum die verbleibenden Züge nicht aufeinander abgestimmt werden.
Bahnstreik in Deutschland

"Die verbleibenden Züge sind nicht koordiniert"

Bruno Mühl versteht nicht, warum die verbleibenden Züge nicht aufeinander abgestimmt werden.
Foto: Jan Söfjer
Lokales 20.05.2015 Aus unserem online-Archiv
Bahnstreik in Deutschland

"Die verbleibenden Züge sind nicht koordiniert"

Vom Streik der deutschen Lokführer ist indirekt sogar die CFL betroffen. Die Züge dürfen nur bis Trier fahren. Es ist nicht das einzige, das Bahnreisende stört. Stimmen vom Trierer Hauptbahnhof.

(jsf) - Bislang hatte sich Bruno Mühl nie sonderlich an Streiks gestört. Doch dieses Mal ist er sauer. Es fahren zwar Züge, „aber die sind nicht koordiniert“. Mühl pendelt von Bullay nach Saarbücken. Doch die Regionalexpress-Verbindungen auf der Strecke Koblenz–Trier–Saarbrücken werden bestreikt.

Nun nimmt Mühl Regionalbahnen mit Umstieg in Trier, was nicht schlimm wäre. Würden sich die Züge nicht um wenige Minuten verpassen. Um 8.10 Uhr kam er am Mittwoch in Trier an. Sein Anschlusszug fuhr allerdings sieben Minuten früher ab. „Das ist kein Problem der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), das ist ein Problem der Bahn. Es gibt einfach keine Koordination“, sagt Mühl. Neben ihm steht eine Reisetasche. Er bleibt nun direkt bis Freitag in Saarbrücken und übernachtet bei Freunden.

Die Verbindungen von Trier nach Luxemburg sind nicht vom Streik betroffen, da die CFL diese unterhält. Nach Koblenz, wie sonst üblich, fahren die CFL-Züge aber nicht, da der Ersatzfahrplan der Deutschen Bahn keine Expresszüge vorsieht. Bahnbürokratie. Daher fahren die Züge von Luxemburg aus nur bis nach Trier und kurz drauf wieder zurück. Das heißt aber nicht, dass Reisende nach Luxemburg nicht doch Probleme bekommen können. 

Problem deutsche Moselseite

Philipp Trouet ist so ein Fall. Er wohnt in Pfalzel und arbeitet in Grevenmacher. Normalerweise nimmt er von Pfalzel den Zug nach Trier und von dort einen nach Wellen, um dann über die Brücke nach Grevenmacher zu gehen. Heute fiel sein Zug nach Trier aus. Er nahm stattdessen den Bus. Zur Arbeit braucht er nun deutlich länger.

Ebenfalls nach Luxemburg wollte ein junger Assistenzarzt aus Luxemburg-Stadt, der für ein Vorstellungsgespräch in Trier war. Doch für ihn fuhr der Zug nach Luxemburg-Stadt zu pünktlich ab. Er verpasste ihn um eine Minute.

Fast zu Hause ist hingegen ein Zeitsoldat auf dem Weg nach Konz. Er kommt aus einer Kaserne in Walldürn, Baden-Württemberg. Am Montag muss er wieder zurück. Er hofft, dass der Streik bis dahin vorbei ist. „Beim letzten Streik hat die Rückfahrt ewig gedauert.“


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Mit dem Fahrplanwechsel zum 15. Dezember wird die CFL mehr Züge auf die Wasserbilliger Strecke schicken. Damit bekommen auch die kleineren Bahnhöfe mehr Verbindungen.
Die CFL-Züge vom Typ Stadler Kiss fahren bis nach Wittlich und Koblenz.
Zugausfälle zwischen Luxemburg und Koblenz
In einer Antwort auf zwei parlamentarische Fragen erklärt Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch, dass für die Strecke Luxemburg-Koblenz sieben Züge plus ein Ersatzzug vorgesehen seien. Jedoch steht ein Zug seit Mai still und die Vorfälle häufen sich.
Zu Freude der Kunden versichert die CFL, dass Zugfahrer in Trier nicht mehr umsteigen müssen.
Bahnstreik in Deutschland
Bahnreisende müssen sich in Deutschland von Mittwoch an auf den nächsten Lokführerstreik einstellen. Zwischen Luxemburg und Trier läuft der Bahnverkehr normal. Bis nach Koblenz aber nicht.
Ab Mittwoch werden erneut viele Gleise unbenutzt bleiben.
Zum Wechsel auf den Winterfahrplan am Sonntag, dem 14. Dezember 2014, ändern sich auf der Linie N10 Gouvy–Luxemburg die Zugverbindungen. Davon ist natürlich auch die Strecke von Ettelbrück in Richtung Luxemburg-Stadt betroffen.
Anforderungen an Luxemburger Zugverkehr
Zehntausende Grenzgänger kommen täglich nach Luxemburg. Viele mit der Bahn – wie dem neuen CFL-Zug „Kiss“. Kaum einer ist sich aber bewusst, welche Herausforderungen die Verbindungen ins Ausland mit sich bringen.
160 km/h schafft der "Kiss", aber mehr als 100 km/h kann er auf seiner Strecke hierzulande nicht fahren.