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Die Strategie des Gesundheitsministeriums gegen Affenpocken
Lokales 3 Min. 04.08.2022
Impfstoffe ab August

Die Strategie des Gesundheitsministeriums gegen Affenpocken

Impfungen gegen Affenpocken stehen ab August zur Verfügung, sind aber nicht die einzige Maßnahme des Gesundheitsministeriums zum Schutz vor dem Virus.
Impfstoffe ab August

Die Strategie des Gesundheitsministeriums gegen Affenpocken

Impfungen gegen Affenpocken stehen ab August zur Verfügung, sind aber nicht die einzige Maßnahme des Gesundheitsministeriums zum Schutz vor dem Virus.
Foto: Sven Hoppe/dpa
Lokales 3 Min. 04.08.2022
Impfstoffe ab August

Die Strategie des Gesundheitsministeriums gegen Affenpocken

Frederik WEMBER
Frederik WEMBER
Ab August gibt es die ersten Impfungen gegen Affenpocken in Luxemburg. Was sind die weiteren Maßnahmen des Gesundheitsministeriums?

Am 23. Juli 2022 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Affenpocken zu einem international bedeutsamen Notfall im Bereich der öffentlichen Gesundheit. Die Affenpocken sind eine zoonotische Virenerkrankung, also eine Krankheit, die von Tiere auf Menschen übertragbar ist oder umgekehrt. Das Virus verbreitet sich in etwa seit Mai in Europa.

Meist nicht lebensbedrohlich, aber mit möglichen Komplikationen

Dabei ist der Name der Affenpocken irreführend: Primärwirte der Erreger sind sehr wahrscheinlich Nagetiere und nicht Affen, auch wenn diese Pockenerkrankung zuerst an Affen festgestellt wurde. 1970 stellten Ärzte die Infektion zuerst bei einem Menschen fest. Anders als Pocken, auch Blattern genannt, sind Affenpocken meist nicht lebensbedrohlich: Menschen, die an Affenpocken erkrankt sind, erholen sich meist innerhalb von zwei bis vier Wochen.

Es wurden jedoch Komplikationen wie bakterielle Superinfektionen, Augenschäden und Schäden am zentralen Nervensystem beschrieben. Insbesondere Kleinkinder, schwangere Frauen und Menschen mit Immunschwäche können durch Affenpocken schwer geschädigt werden. Auch das Gesundheitspersonal ist einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt, wenn sie direkten und häufigen Kontakt mit den Erkrankten haben.

Die Linie von WHO und Gesundheitsministerium

Das Gesundheitsministerium möchte die Übertragung der Affenpocken von Mensch zu Mensch durch eine Früherkennung durch fachkundige Beurteilung mit Rückverfolgung von Kontaktpersonen, Isolierung der infizierten Patienten, Maßnahmen zur Prävention und Kontrolle der Infektion im Gesundheitswesen sowie die Impfung von Risikopersonen erreichen.


Eine Krankenschwester bereitet im Krankenhaus Ramon y Cajal in Madrid einen PCR-Test zur Erkennung des Affenpockenvirus vor. Der Erreger wurde inzwischen in mehr als 20 Ländern nachgewiesen.
Insgesamt 23 Affenpocken-Fälle in Luxemburg festgestellt
Innerhalb der vergangenen Woche wurden im Großherzogtum neun Affenpocken-Infektionen festgestellt. Damit steigt die Zahl der Fälle auf 23.

Nach der epidemiologischen Bewertung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Wahrscheinlichkeit der Verbreitung des Virus bei Personen mit mehreren Partnern als hoch eingeschätzt. Noch ist die Datenlage dünn, aber bisher meldeten vor allem Männer, die gleichgeschlechtlichen Verkehr hatten, eine Ansteckung. Die Gründe dafür sind noch unklar. Die Nutzung von Kondomen zur Minimierung von Hautkontakt und Flüssigkeitsaustausch ist allen Geschlechtern zu empfehlen, um die Übertragung verschiedener Krankheiten wie der Affenpocken zu verhindern.

Der Oberste Rat für Infektionskrankheiten (SIRC) empfiehlt auf Basis der zur Verfügung stehenden Daten und gemäß den Empfehlungen der WHO derzeit die Impfung gegen Affenpocken zur Vorbeugung einer Infektion für Männer, die Sex mit Männern haben und von mehreren Sexualpartnern berichten, Transsexuelle, die von mehreren Sexualpartnern berichten, Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter.

Wer sollte sich impfen lassen?

Zwischen einem und vierzehn Tagen nach dem Kontakt sollen sich außerdem immunsupprimierte Personen, die in den letzten 21 Tagen einen Hochrisikokontakt hatten (Sexualkontakte, Kontakte mit Haut- oder Schleimhautläsionen einer infizierten Person, Kontakte innerhalb desselben Haushalts) und Pflegepersonal, das keine angemessenen persönlichen Schutzmaßnahmen ergriffen hat, impfen lassen.

Eine möglichst frühe Impfung bietet dabei einen besseren Schutz – wenn die Impfung innerhalb von vier Tagen nach dem Kontakt verabreicht wird, kann die Infektion vermieden werden, wenn sie innerhalb von 14 Tagen erfolgt, kann die Krankheit abgeschwächt werden.

Wann kann man sich impfen lassen?


ARCHIV - 11.05.2019, Nordrhein-Westfalen, Bielefeld: ILLUSTRATION - Das Wort «Impfung» ist in einem Tropfen an der Nadel einer Spritze zu sehen. Erwachsene, die engeren Kontakt mit einem Affenpocken-Infizierten hatten oder ein erhöhtes Ansteckungsrisiko haben, sollen nach dem Willen der Ständigen Impfkommission (Stiko) künftig eine Impfung gegen Affenpocken erhalten. (zu dpa «Stiko empfiehlt Affenpocken-Impfung für Risikogruppen») Foto: Friso Gentsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
EU kauft Impfstoff gegen Affenpocken
110.000 Dosen sollen ab Ende Juni geliefert werden. In Rheinland-Pfalz gibt es einen ersten Fall.

Aufgrund der Empfehlungen des SIRC zu den Affenpocken kann die Impfung gegen diese Infektion angeboten werden, sobald der Impfstoff im Land verfügbar ist. Die ersten Impfstoffe gegen Affenpocken, die über die europäische Agentur HERA bestellt wurden, werden im Laufe des Monats August ausgeliefert.  

Es gibt keinen spezifischen Impfstoff gegen Affenpocken, der in der EU zugelassen ist. Aufgrund der Ähnlichkeit der Viren schützen jedoch Impfstoffe, die zum Schutz gegen Pocken entwickelt wurden, auch gegen Affenpocken. Der Impfstoff ist für Erwachsene ab 18 Jahren zugelassen. Die Erstimpfung erfordert zwei Dosen im Abstand von 28 Tagen und eine dritte Dosis bei einer immungeschwächten Person. Ein Abstand von mindestens 28 Tagen zwischen den beiden Impfdosen ist wichtig, um eine hohe Wirksamkeit des Impfstoffs zu gewährleisten.

Die Impfung gegen Affenpocken wird vom Service national des maladies infectieuses im Centre hospitalier de Luxembourg durchgeführt. Weitere Informationen zur Impfung erhalten Sie, sobald der Impfstoff nach Luxemburg geliefert wurde. Das Gesundheitsministerium hat auf der Website sante.lu einen Abschnitt über Affenpocken eingerichtet, in dem Sie weitere Informationen finden.

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