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Die stets geschlossene Bahnschranke
Lokales 2 Min. 25.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Leudelingen

Die stets geschlossene Bahnschranke

Ein Gitter trennt die Schranke rechts im Bild von den Gleisen.
Leudelingen

Die stets geschlossene Bahnschranke

Ein Gitter trennt die Schranke rechts im Bild von den Gleisen.
Foto: Luc Ewen
Lokales 2 Min. 25.12.2017 Aus unserem online-Archiv
Leudelingen

Die stets geschlossene Bahnschranke

Luc EWEN
Luc EWEN
Man stelle sich vor, eine Bahnschranke, aber kein Weg führt hin. Dass diese Situation bei Schlewenhof Realität ist, ärgert manchen Autofahrer.

(L.E.) - Etwas skurril, wie aus der Zeit gefallen, mutet sie an. Die Rede ist von der augenscheinlich voll funktionsfähigen, aber ungenutzten Bahnschrankenanlage mitten im Nirgendwo, Schlewenhof und Cessingen auf dem Gebiet der Südgemeinde Leudelingen. Einst gelangten hier Autofahrer über die Rue des Celtes nach Luxemburg-Merl.

Doch seit die Bahnlinie in der Zeit zwischen 2004 und 2012 erneuert wurde, ist die Rue des Celtes, aus Richtung Merl kommend, eine Sackgasse. Aus Richtung Schlewenhof gibt es gar keine Straße mehr an der Schranke. Um letztere ist mittlerweile Gras gewachsen und sie steht sinnlos vor einem hohen Gitter, das ein Überqueren der Gleise verhindert. Eigentlich war hier eine Unterführung angedacht, doch die wurde bisher nicht gebaut.

Das Thema beschäftigt seit längerem besonders Leudelinger Autofahrer, die sich seit der Schließung der Straße einer Abkürzung Richtung Hauptstadt beraubt sehen. In einer parlamentarischen Frage an den Infrastruktur- und Nachhaltigkeitsminister François Bausch (Déi Gréng) wollten die Abgeordneten Max Hahn und Claude Lamberty (beide DP) wissen, ob der Bau einer Unterführung noch immer vorgesehen sei und wenn nicht, ob dann nicht wenigstens der Bau einer Gleisüberquerung für Fußgänger und Radfahrer denkbar wäre.

Unterführung für motorisierte und sanfte Mobilität geplant

Schon 2009 habe die Firma CFL-Immo Verhandlungen mit den Eigentümern der für den Bau notwendigen Grundstücke aufgenommen, so der Minister in seiner Antwort. Allerdings sei keine Einigung gefunden worden, so dass 2011 eine Enteignungsprozedur angelaufen ist. Bis heute läge aber kein Gerichtsurteil vor. Dies, weil die Grundeigentümer mehrere Einsprüche eingereicht hätten.

François Bausch unterstreicht, dass das Bauvorhaben besagter Unterführung noch immer aktuell sei. Die soll dann die Rue des Celtes mit dem CR 178 verbinden. Vorgesehen ist der Bau einer Brücke, unter der zwei Verkehrsspuren für motorisierte Fahrzeuge Platz finden. Zudem ist eine Piste für sanfte Mobilität, also Radfahrer und Fußgänger, geplant.

Auf LW-Nachfrage hin wollte der Minister sich aber nicht zum Zeitrahmen für die Umsetzung des Bauvorhabens äußern. Dafür sei es noch zu früh, zuerst müsse ein Gerichtsbeschluss zur Enteignung vorliegen, so Bausch.

Indes meldete sich die Bürgerliste „Zesumme fir Leideleng“ zu Wort. Das Ratsmitglied Lou Linster aus der Majorzgemeinde Leudelingen sagte im Gespräch mit dem LW, man werde an dem Thema dranbleiben und Druck ausüben, um eine schnelle Lösung zu finden. Bis dahin bleibt das Kuriosum der alleinstehenden Schranke erhalten.


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