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Die Schueberfouer, die keine ist
Lokales 16 6 Min. 11.08.2021
"Fun um Glacis"

Die Schueberfouer, die keine ist

Am Glacisfeld werden im Moment zwei Achterbahnen für die Fun um Glacis aufgebaut.
"Fun um Glacis"

Die Schueberfouer, die keine ist

Am Glacisfeld werden im Moment zwei Achterbahnen für die Fun um Glacis aufgebaut.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 16 6 Min. 11.08.2021
"Fun um Glacis"

Die Schueberfouer, die keine ist

Jean-Philippe SCHMIT
Jean-Philippe SCHMIT
Die Schueberfouer wurde abgesagt, an Stelle tritt die Fun um Glacis. Am 21. August ist es so weit, dann findet die Kirmes trotz Corona statt.

Die Schueberfouer wird in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal in Folge ausfallen. Dennoch wird in den kommenden Wochen auf dem Glacis einiges los sein. „Wir mussten etwas gegen die gedrückte Stimmung unternehmen“, sagte Lydie Polfer, Bürgermeisterin der Stadt Luxemburg, am Mittwoch bei der Vorstellung des „Fun um Glacis“, wie die neue Schueberfouer, die unter Coronabedingungen stattfinden wird, genannt wird. 

„Das Coronavirus ist noch immer da. Auch wenn die Inzidenzzahlen nicht so hoch angestiegen sind, wie am Anfang des Sommers befürchtet“, so Polfer. Nun gehe es darum, dass die Besucher „zusammen und in Sicherheit Spaß haben können“. 

„Fun um Glacis“

Die Kirmes mit dem etwas sperrigen Namen wird die anderen Veranstaltungen, die auf dem Stadtgebiet unter der Bezeichnung „d'Stadt liewt“ stattfinden, ergänzen, nicht ersetzen. So werden die Quartierskiermessen wie geplant bis zum 12. September weiter funktionieren. Und die „Kiermes wei fréier“ wird wie angedacht an diesem Sonntag schließen. „Sie hatte mehr Erfolg, als am Anfang gedacht“, sagt Schöffe Patrick Goldschmidt. „Es gab sogar Anfragen, um sie zu verlängern.“ 

In zwei Wochen werden sich hier die Besucher coronakonform amüsieren können.
In zwei Wochen werden sich hier die Besucher coronakonform amüsieren können.
Foto: Gerry Huberty

Polfer fügt hinzu: „Das Programm ,d'Stadt liewt’ ist ein sehr großer Erfolg.“ Am 21. August wird die Stadt nun noch ein Stückchen lebendiger. Denn dann wird die Coronakirmes ihre sieben Tore für das Publikum öffnen. Derzeit werden zwei große Achterbahnen auf dem Glacisfeld aufgebaut. Wenn diese bis stehen, kommen noch weitere Fahrgeschäfte hinzu, wenn auch nicht so viele, wie bei einer richtigen Fouer. 

Bekannte Fahrgeschäfte

Denn die Veranstalter haben dafür gesorgt, dass es zu keinem allzu großen Gedränge kommen wird. Insgesamt wird es in diesem Jahr demnach 41 Attraktionen geben, Essensstände eingeschlossen. Dazu gehören unter anderem Fahrgeschäfte wie die Alpina Bahn, die Bayernkurve und der bekannte Shakers. „Das Riesenrad wird nicht aufgebaut werden“, meint Goldschmidt. Ohne Riesenrad sei es denn auch keine richtige Schueberfouer. „Darum nannten wir es ,Fun um Glacis’“, erklärt die Bürgermeisterin. 

Dieser neue Name ist auch für die Verantwortlichen der Stadt Luxemburg noch ungewohnt. „Ich muss mir immer auf die Zunge beißen, um nicht von der Fouer zu sprechen“, so Goldschmidt. 

Strenges Sanitärkonzept

Foto: Gerry Huberty

Für die Kirmes gilt denn auch ein strenges Sanitärkonzept. „Es wurde alles mit der Direction de la Santé abgesprochen“, so Polfer. Der größte Unterschied zur richtigen Fouer ist – neben dem Fehlen des Riesenrades – die strikte Trennung zwischen dem Bereich mit den Fahrgeschäften und der Essmeile. Beide Bereiche sind jeweils umzäunt und funktionieren nach unterschiedlichen Regeln. 

In der Zone A, dem Bereich mit den Fahrgeschäften, ist das Tragen eines Mund-Nasenschutzes Pflicht. „Die Regeln entsprechen denen, die es schon für Wochenmärkte gibt“, so Goldschmidt. Besucher ohne Maske werden nicht auf das Areal gelassen. Vor dem Zutritt zu einem Spiel müssen die Hände desinfiziert werden. „Essen und Trinken sind nicht erlaubt“, so Goldschmidt. 

Zone A und B

In der kleineren Zone B, dem Food-Village, ähneln die Regeln denen, die schon aus der Gastronomie bekannt sind. Am Einlass werden die Besucher nach dem Covidcheck-System kontrolliert. Hereingelassen werden nur Personen, die nachweisen können, dass sie geimpft, getestet oder genesen sind. „Am Eingang wird es auch eine Station geben, in denen sich die Besucher testen lassen können“, so Goldschmidt. 


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Erst, wenn der Schnelltest negativ ist, bekommt der Gast ein Armband, das ihn den Rest des Tages den Eingang zur Zone B erlaubt. „Essen und Trinken wird nur im Sitzen möglich sein“, sagte er. „Ein Takeaway wird es aber geben.“ Das Angebot entspricht, mit einigen Einschränkungen, dem auf einer richtigen Fouer. So werden die Friture Joslet und die Schwarzwaldmühle Gäste empfangen können. Liebhaber der rumänischen Spezialität Kürtös werden auch auf ihre Kosten kommen. „Und auch die, die Gyros mögen“, so Goldschmidt. 

Doch es wird auch weitere Unterschiede zu einer normalen Schueberfouer geben. So wird es wohl eine Essmeile geben, aber keine Partymeile. „Es haben auch ein paar Gaststätten aus Limpertsberg angefragt, ob sie eine freie Nacht bekommen könnten“, so Goldschmidt. Die Antwort war aber ein klares „Nein“. „Um 23 Uhr ist Schluss“, erklärt er. Ausnahmen wird es keine geben. 

Impfen auf der Kirmes 

Einen Impfbus hatte es unterdessen bisher noch nie auf einem Jahrmarkt gegeben. „Am Sonntag, dem 22. August wird der Bus am Glacis halten“, so Goldschmidt. Jeder, der will und noch nicht geimpft wurde, kann dies dann nachholen. „Wenn der Bus öfters am Glacis halten würde, wären wir darüber sehr froh“, meint Goldschmidt. Insgesamt erwarten sich die viele Besucher.

Dennoch wird die Zahl der Gäste nicht allgemein begrenzt. „Wenn zu viele Leute kommen sollten, können wir den Zugang aber temporär begrenzen“, so Goldschmidt. Probleme mit den Coronabestimmungen erwartet man sich nicht. Die bisherigen Erfahrungen, würden zeigen, dass sich 99 Prozent der Besucher an die Regeln halten. Wenn sich dennoch jemand weigern sollte die Maske zu tragen, „behalten wir uns das Recht vor, diese bis zum Ausgang zu begleiten“, sagt der Schöffe. 

Verkehrsführung wie gehabt 

Keine Änderungen gibt es bei der Verkehrsführung rund um die Kirmes. „Die Verkehrsregeln auf dem Limpertsberg sind die gleichen wie bei einer richtigen Fouer“, erklärt der Schöffe. Das heißt man „muss richtig parken und den Parkschein bezahlen“. 

Besuchern des „Fun um Glacis“ wird geraten, auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückzugreifen. Wer dennoch mit dem Auto anreisen will, soll auf dem Kirchberg parken und mit der Tram zum Glacisfeld fahren, rät Goldschmidt. „Und beim Rückweg auf der Place de l'Etoile aufpassen. Da wurde mittlerweile ein Radar installiert.“ 

Beginn am 21. August

Wenn in neun Tagen alle Fahrgeschäfte aufgebaut sind, die Beschäftigten bereit stehen und die Kühlschränke gut gefüllt sind, werden sich auch die Betreiber der Fahrgeschäfte und Essensbuden nach zwei Jahren Flaute endlich wieder über Kundschaft freuen. Für den Spaß der Besucher wurde jedenfalls gesorgt – so weit es das Coronavirus zulässt. 

„Wenn sich die Jugend nicht amüsieren kann, dann weiß ich auch nicht“, so Charles Hary, der Präsident des Verbands der Luxemburger Schausteller FNCF. „Wenn das Wetter mitspielt können die Besucher einige schöne Momente verbringen“, fasst es Goldschmidt zusammen und zeigt sich optimistisch, dass das Wetter gut sein wird: „Regen hatten wir ja schon genug.



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