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Die Sache mit dem Abstand zum Ufer
Lokales 2 Min. 12.10.2019

Die Sache mit dem Abstand zum Ufer

Die Baugrube auf dem Firmengelände der Firma Köhl in Wecker (hinten). Im Vordergrund sind Bauarbeiten an einem Regenüberlaufbecken zu sehen, rechts ist das Ufer der Syr.

Die Sache mit dem Abstand zum Ufer

Die Baugrube auf dem Firmengelände der Firma Köhl in Wecker (hinten). Im Vordergrund sind Bauarbeiten an einem Regenüberlaufbecken zu sehen, rechts ist das Ufer der Syr.
Foto: Anouk Antony
Lokales 2 Min. 12.10.2019

Die Sache mit dem Abstand zum Ufer

Volker BINGENHEIMER
Volker BINGENHEIMER
In Wecker will ein Unternehmen ein Parkhaus für Mitarbeiter bauen. Doch während die Bagger noch die Baugrube ausheben, erlässt das Wasserwirtschaftsamt plötzlich einen Baustopp.

Ein ganz gewöhnliches Parkhaus soll es werden, was da am Rande des Gewerbegebiets Wecker-Gare in der Gemeinde Biwer entsteht. Doch weil die Baugrube ganz dicht am Ufer der Syr liegt, zog die Angelegenheit weite Kreise. Letztendlich überprüften Bürgermeister und Gemeindetechniker mit dem Metermaß in der Hand die Abstände.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte ein Foto auf Facebook. Darauf ist die knapp einen Meter tiefe Baugrube zu sehen, begrenzt von Holzlatten, die offenbar die Umrisse des späteren Parkhauses andeuten sollen. Nur ganz knapp daneben zieht die Syr ihren gemächlichen Lauf.

Bauherr ist die Köhl AG, die im Gewerbegebiet Am Scheerleck elektrische Maschinen und Anlagen für die Industrie herstellt. Am Rand ihres Grundstücks will sie ein Parkhaus mit Platz für 140 Autos errichten. Der Plan stößt bei der Gemeinde grundsätzlich auf Zustimmung, immerhin ist die Parksituation in dem gesamten Gebiet zwischen Bahnhof und der Straße Härebierg angespannt. Aus Mangel an Parkplätzen müssen manche Mitarbeiter der dortigen Firmen mittlerweile auf Anwohnerstraßen ausweichen.


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"Passte nicht in die Realität"

Die Firma Köhl reichte die Pläne für das Parkhaus bei der Gemeinde ein. „Wir haben geprüft, ob sie konform zu dem Bautenreglement sind. Es gab keine Bedenken, deshalb habe ich die Genehmigung erteilt“, sagt Bürgermeister Marc Lentz.

Auf dem Baugrundstück hatte die Firma Köhl schon mit den Fundamenten angefangen und das Baufenster abgesteckt. „Was auf dem Plan richtig aussah, passte dann nicht in die Realität“, sagt Bürgermeister Lentz, der bei der Vermessung mit dem Gemeindetechniker selbst dabei war. Der geforderte Abstand zum Ufer von etwa sieben Metern wurde auf einem Teil der Strecke zwar eingehalten, an einem Messpunkt wurde der Abstand jedoch unterschritten.

„Ich habe das Unternehmen deshalb gebeten, einen geänderten Plan einzureichen“, erklärt der Bürgermeister. Dieser ist mittlerweile eingetroffen, die Gemeinde prüft ein zweites Mal. Wenn der Abstand eingehalten wird, habe die Gemeinde dann keine Einwände mehr, signalisiert Marc Lentz.


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Fehlende Genehmigung

Ärger gab es beim Bau des Parkhauses auch von anderer Seite. Das Wasserwirtschaftsamt hat beim Bau auch ein Wort mitzureden und muss die Veränderung des Ufers und die Einleitung von Regen- und Abwasser zuvor genehmigen. Die Behörde lehnte die Genehmigung jedoch ab. Dessen ungeachtet baute das Unternehmen aber weiter, weshalb das Wasserwirtschaftsamt den Bau stoppte. Bei einem Treffen mit dem beauftragten Ingenieurbüro wurde das weitere Vorgehen besprochen, sagte Luc Zwank, beigeordneter Direktor des Wasserwirtschaftsamts. „Eventuell muss die Firma ihre Pläne anpassen.“ Die Köhl AG gab in der Angelegenheit keine Stellungnahme ab und ließ eine Anfrage des LW unbeantwortet.

Mit den nötigen Änderungen wird der Bau nach dem Stillstand wohl weitergehen. Bürgermeister Lentz: „Wir befürworten das Parkhaus, aber jeder muss sich an die Regeln halten.“