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Die Mischung macht's
The Disliked: Ska-Punk aus Luxemburg.

Die Mischung macht's

Carlos Almeida
The Disliked: Ska-Punk aus Luxemburg.
Lokales 3 Min. 19.03.2012

Die Mischung macht's

Es ist wohl das bekannteste aller luxemburgischen Open-Air-Festivals und besteht seit 19 Jahren: das kostenlose Rock-Festival im Herzen der Hauptstadt. Auch am Sonntag hatten sich wieder mehr als 15 000 Besucher vor den zwei Bühnen der Place Guillaume II eingefunden.

Von Eric Hamus

Es ist wohl das bekannteste aller luxemburgischen Open-Air-Festivals: das Rock um Knuedler. Seit 19 Jahren zählt das kostenlose Rock-Festival im Herzen der Hauptstadt zu den unumgänglichen Events im Terminkalender eines Kultur- und Musikfans. Und in jenen 19 Jahren hat das Rock um Knuedler nichts an Beliebtheit eingebüßt, ganz im Gegenteil: Auch gestern wieder hatten sich mehr als 15 000 Besucher vor den zwei Bühnen der Place Guillaume II eingefunden.

Belohnt wurden die zahlreichen Besucher nicht nur mit erstklassigen Headlinern sondern vor allem auch mit dem Besten, das die luxemburgische Musikszene derzeit zu bieten hat. Denn neben all den hochkarätigen, internationalen Künstlern, die in den vergangenen Jahren auf die Bühne neben dem Rathaus steigen durften, hat das Veranstaltungsteam ums Luxembourg City Tourist Office stets Wert darauf gelegt, den einheimischen Musikern die Plattform zu bieten, die ihnen auch zusteht. So konnte schon so manche „Dorfband“ durch ihren Auftritt am Knuedler landesweit auf sich aufmerksam machen.

So wurde den Luxemburger Bands mit den Jahren auch immer mehr Platz im Programm eingeräumt. Die zweite Bühne, die vor sechs Jahren eingeführt wurde, war nur eine logische Konsequenz der Bemühungen des Veranstalters, sowohl Einheimischen als auch Touristen ein ganz besonderes Festival-Flair im Zentrum der Luxemburger Hauptstadt zukommen zu lassen. Der Luxemburger Musikszene kam dieses Bemühen entgegen, schlummerte sie doch jahrelang in einer Art Dornröschenschlaf. Seit mehreren Jahren nun geht es aber wieder deutlich bergauf mit dem Rock aus Luxemburger Landen, nicht zuletzt dank des Rock um Knuedler, bei dem die Künstler aus dem Großherzogtum nach wie vor eine der beiden Hauptrollen übernehmen.

Treffpunkt der hiesigen Musikszene

So avancierten die Lion Stage und die Horse Stage auch gestern wieder zum Treffpunkt der hiesigen Musikszene – auf der Bühne die besten Rockbands, die das Land zu bieten hat und vor der Bühne die eingefleischten Fans, die dem Luxemburger Rock bereits seit Jahren die Treue halten. Eine dritte Partei hatte sich aber auch eingefunden: jene Menschen, die einen stressfreien, mit guter Musik angereicherten Tag im Volke verbringen wollten. Zehn Stunden Musik standen gestern auf den beiden Bühnen auf dem Programm. 13 Bands hatten sich angekündigt, darunter die Schotten von Simple Minds, die in den letzten 25 Jahren mehr als 25 Millionen Alben verkaufen konnten.

Zwar können Quentin Lagonza, Daniel Balthasar oder Spleen von solchen Verkaufszahlen derzeit nur träumen, doch konnten sie bei Konzerten hierzulande und sogar im Ausland in den vergangenen Jahren ebenso wie Mutiny on the Bounty und The Disliked mehr als nur Achtungserfolge erzielen. War die Lion Stage in Anfangsjahren eher den internationalen Künstlern vorbehalten, so wurde doch zuletzt immer mehr luxemburgischen Formationen die Ehre zuteil, die Stimmung auf der großen Bühne anzuheizen. Quentin Lagonza, Mutiny on the Bounty, The Disliked, Daniel Balthasar und Spleen hießen die einheimischen Vertreter gestern auf der Hauptbühne, bevor Arno Carstens und Ray Wilson mit Stiltskin den internationalen Musikreigen eröffneten. Auf der Horse Stage durften hingegen die „jungen“ Bands wie Sug(r)cane, Artaban, Dandy Robots, Minipli und très.b. ihr Können unter Beweis stellen. Dabei fiel auf, dass sich in diesem Jahr noch mehr Menschen als zuvor vor der „kleinen“ Bühne eingefunden hatten. „Für mich ist das Rock um Knuedler die ideale Gelegenheit, neue Bands aus Luxemburg kennenzulernen“, meinte z.B. Sarah, die mit ihren Freunden aus Clerf angereist war.

„Seit zehn Jahren habe ich keine Auflage ausgelassen. Auch wenn die Radiostationen immer mehr Musik aus Luxemburg spielen, so sind das doch meist die gleichen Bands, die sich einen gewissen Namen machen konnten. Richtig neue Bands bekommen nur hier eine Chance“, so die angehende Wirtschaftsprüferin. Und diese „Chance“ hätten Minipli, Artaban und Co. zu nutzen gewusst. Beweisen mussten sich Ray Wilson oder die Simple Minds aber nicht mehr. So hatten sich am Abend wieder tausende Menschen vor der Hauptbühne eingefunden, um ihre Helden der Achtziger hochleben zu lassen. Ob die Fans denn nun auch zum Nachsitzen im „Breakfast Club“ verdonnert wurden, erfahren Sie in unserer morgigen Ausgabe.




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