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"Die Luxemburger werden stolz auf ihre Tram sein"
Lokales 3 Min. 02.05.2014 Aus unserem online-Archiv

"Die Luxemburger werden stolz auf ihre Tram sein"

Straßburg und Nice bekamen unter seiner Aufsicht ihre jeweiligen Trams. Luxtramdirektor André Von Der Marck bringt viel Erfahrung mit, im Elsaß nannte man ihn nur noch Mr.Tram.

"Die Luxemburger werden stolz auf ihre Tram sein"

Straßburg und Nice bekamen unter seiner Aufsicht ihre jeweiligen Trams. Luxtramdirektor André Von Der Marck bringt viel Erfahrung mit, im Elsaß nannte man ihn nur noch Mr.Tram.
Foto: Luxtram
Lokales 3 Min. 02.05.2014 Aus unserem online-Archiv

"Die Luxemburger werden stolz auf ihre Tram sein"

Luxtram Direktor André Von Der Marck gibt sich im Interview optimistisch was Planung, Bau und Akzeptanz der zukünftigen Tram betrifft. Der Elsässer war für die Tramway-Projekte in Straßburg und Nice zuständig.

(jag) -  Mr. Tram wurde er in Straßburg genannt, André Von Der Marck ist von Natur aus Optimist. Er kennt Bürgerversammlungen, Protestaktionen und Prozesse. Nun soll er als Direktor von Luxtram die luxemburger Straßenbahn auf die Schiene bringen.

Der optimistische Elsässer ist sozusagen geeicht in Sachen Tram. Er begleitete den Bau der Tram in Straßburg ab 1990 als Verkehrsdirektor, später war er für den Bau der Tram in Nice zuständig. Von der Marck mußte dabei viele Hürden überwinden, besonders in Straßburg wurden die Pläne der sozialistischen Bürgermeisterin Cathérine Trautmann argwöhnisch beäugt. Die Geschäftswelt befürchtete Umsatzeinbußen durch jahrelange Baustellen, es gab wegen mangelnder Koordination und Planung teilweise Chaos. Viele wollten die Tram, aber eben nicht vor der eigenen Haustür,Von der Marck musste eine Menge Prozesse überstehen.

Aber Von Der Marck ist wie gesagt Optimist, vor kurzem wurde er Direktor von Luxtram, dem Konsortium von Staat und Stadt Luxemburg das für die Planung, die Konzeption und die Umsetzung des Tramprojektes verantwortlich zeichnet.

Einsteigen und Umsteigen

„Das Auto ist das Fortbewegungsmittel des 20.Jahrhunderts“, so Von der Marck. „Moderne europäische Städte, die sich weiter entwickeln wollen, brauchen ein modernes, vernetztes System des öffentlichen Personentransportes. Früher galt die Regel daß die Städte sich dem Autoverkehr anpassen mußten, heute gelten andere urbanistische Überlegungen“ .

Ob Mulhouse, Grenoble, Nantes, Clermand-Ferrand, Brest oder Nancy, Frankreich hat in den letzten 10 Jahren einen regelrechten Tram-Boom erlebt. Die Bilanz ist, jedenfalls nach Abschluß der Bauarbeiten, durchweg positiv.

„Das Projekt in Luxemburg ist mit 16 Kilometern Länge und 9 multimodalen Pools,verkehrstechnischen Umsteigknoten also, ein Modell das sich in die allgemeine Verkehrspolitik eingliedert. Praktisch alle zwei Kilometer kann der Benutzer vom Auto, vom Bus,vom Zug, zu Fuß oder per Rad auf die Tram umsteigen. Ein solches Modell steht für mich zwangsläufig für Erfolg. Den Luxemburgern wird ein Transportmittel zur Verfügung gestellt werden das zuverlässig, effizient und sicher sein wird.“

Klagen und Bürgerversammlungen

Klar dass der Mann kein schlechtes Wort über das Transportmittel verlieren kann, das er praktisch gelebt hat. Zu den weniger angenehmen Seiten gehörten die langjährigen Bauarbeiten mit ihren Beeinträchtigungen für die Anwohner und die Geschäftswelt.Von der Marck hat viel schlechte Laune gesehen, besonders in den Anfangsjahren als das Straßburger Stadtzentrum eine einzige Baustelle war. Es regnete Klagen und Bürgerversammlungen. Doch der Elsässer ließ sich genau wie die damalige Bürgermeisterin Cathérine Trautmann nicht beirren.

„Alle Tramprojekte führen im Vorfeld zu Diskussionen und Streitigkeiten, heute haben wir in Straßburg ein 54 Kilometer langes Schienennetz und täglich 300.000 Nutzer. In Nice und in der elsässischen Hauptstadt fürchteten die Geschäftsleute um ihre Kunden. Letzten Endes wurde die Steigerung der Lebens-und der Mobilitätsqualität aber als klarer Standortvorteil empfunden. Jedes Modell wurde nach Abschluß der Arbeiten und der Behinderungen gelobt. Wie in anderen Städten auch werden die Luxemburger zufriedene und stolze Nutzer des neuen Transportsystem sein.“

Von Der Marck verweist in diesem Zusammenhang auch auf die optimierten Informationsmöglichkeiten die Probleme im Vorfeld verhindern können.

„Wir haben mittlerweile viele Erfahrungen bei ähnlichen Bauprojekten gesammelt,die einzelnen Bauphasen mit ihren Beeinträchtigungen können deshalb sehr präzise geplant werden.Das Internet bietet zudem die Möglichkeit quasi in Echtzeit über die aktuelle Lage zu informieren“.

Mr. Tram verschweigt nicht daß die ganze Bauphase negative Seiten haben wird. Deshalb verbürgt er sich dafür dass die genannten Zeitrahmen eingehalten werden, auch die Kostenvoranschläge seien nach neuesten Erkenntnissen ausgestellt worden.