Wählen Sie Ihre Nachrichten​

„Die Kinder sollen in Freiheit leben“
Lokales 3 Min. 03.12.2013

„Die Kinder sollen in Freiheit leben“

Maggy Barankitse und Großherzogin Maria Teresa sprechen im Exklusivinterview mit dem "Luxemburger Wort" über die gute Zusammenarbeit zwischen der "Maison Shalom" und der "Fondation grand-ducale".

„Die Kinder sollen in Freiheit leben“

Maggy Barankitse und Großherzogin Maria Teresa sprechen im Exklusivinterview mit dem "Luxemburger Wort" über die gute Zusammenarbeit zwischen der "Maison Shalom" und der "Fondation grand-ducale".
Foto: Marc Wilwert
Lokales 3 Min. 03.12.2013

„Die Kinder sollen in Freiheit leben“

Die „Fondation grand-ducale“ unterstützt seit 2010 die „Maison Shalom“ und hat in diesem Zusammenhang in Burundi ein Projekt ins Leben gerufen, um Minderjährige aus den Gefängnissen zu befreien und ihnen eine Aussicht auf eine bessere Zukunft zu geben.

Madame, Sie haben Burundi im Jahr 2009 besucht. An welche beeindruckenden Momente können Sie sich noch erinnern?

Großherzogin Maria Teresa: Im Burundi hat mich alles besonders berührt. Ich war zu einer schwierigen Zeit dort und zwar direkt nach dem Bürgerkrieg. Ich besichtigte das Land, besuchte die Gefängnisse und traf den Präsidenten der Republik sowie wichtige Politiker des Landes, um sie zu überzeugen, den Minderjährigen in den Strafvollzugsanstalten die Freiheit zurückzugeben und sie auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft zu begleiten. Ich habe auch Maggy und die „Maison Shalom“ besucht und bewundere sie für ihr Lebenswerk. Alles was sie geschaffen hat: die Hilfe für Familien in Not, das Krankenhaus, die Werkstätten und die Ausbildung der Kinder. Ich habe nur positive und starke Eindrücke von diesem Aufenthalt.

Wie kam die Idee vom „Projet de la Main tendue“ zustande? Wurde dieses Projekt im Anschluss an Ihren Besuch im dortigen Gefängnis geboren? Und worin besteht das Konzept?

Großherzogin Maria Teresa: Ja, denn nach meiner Rückkehr wurde mir bewusst, dass ich etwas unternehmen musste, um diesen Kindern zu helfen. Ich wusste, dass ich bei diesem Projekt nur mit Maggy zusammenarbeiten konnte. Zu diesem Zeitpunkt haben wir beide gemeinsam dieses verrückte Vorhaben begonnen. Zuerst wurden wir vom Präsidenten empfangen, damit Maggy in die Gefängnisse gehen konnte, um sich um diese Kinder zu kümmern. Und ich habe Spenden der „Fondation grand-ducale“ an sie geschickt, damit sie Anwälte beauftragen konnte, damit ihr Plan, die Minderjährigen wieder frei zu bekommen, gelingt. Außerdem beschäftigt sie Sozialarbeiter und Psychologen, die den Kindern im Gefängnis beistehen, sie nach ihrer Entlassung betreuen und sie bei ihrer Reintegration in eine Familie und somit in die Gesellschaft unterstützen. Wir hatten immer eine ganzheitliche Vision unseres Projekts, das heißt den Weg des Jugendlichen von der Entlassung aus dem Gefängnis bis hin zu seiner Unabhängigkeit zu begleiten.

Maggy Barankitse: Wir müssen sicherstellen, dass der Minderjährige in einem gesunden Umfeld aufwächst, damit er nicht rückfällig wird. Es reicht nicht, ihnen Essen zur Verfügung zu stellen, sondern wir müssen sie bei ihrer Entwicklung unterstützen, damit sie ihr Leben in Würde meistern können. Dank dieses Projektes können wir den Traum verwirklichen, diesen Jugendlichen all diese notwendigen Dienste anzubieten.

Welche Schwierigkeiten mussten Sie bei der Umsetzung des Projekts bewältigen?

Maggy Barankitse: Das erste Problem bestand darin, dass es sich um ein neues Konzept gehandelt hat. Burundi ist ein sehr katholisches Land und da ist es normal, dass die Straftäter zwar Hilfestellung in den Gefängnissen bekommen, aber auch dort bleiben sollen. Wir mussten die Gesellschaft überzeugen, dass der Platz eines Kindes nicht im Gefängnis ist, sondern dass es zur Schule gehen und frei sein soll. Sogar die katholischen Schwestern, die die Kinder mit Essen versorgen, haben unsere Argumente nicht verstanden. Des Weiteren verstand auch die Regierung unsere angestrebten Ziele nicht. Zuerst musste das Strafgesetz zugunsten der Kinder, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, geändert werden. Auch wurden wir nicht von anderen Hilfsorganisationen unterstützt. Sie stellten unser Konzept in Frage und wollten lediglich die Bedingungen innerhalb der Gefängnisse verbessern, aber ich habe ihnen erklärt, wofür ich mich einsetze: dass die Kinder in Freiheit leben sollen.

Lesen Sie das ganze Interview in der Mittwochausgabe des "Luxemburger Wort".


Lesen Sie mehr zu diesem Thema

Maggy Barankitse: „Die Liebe siegt immer über den Hass“
Da die „Maison Shalom“ von drei luxemburgischen Organisationen, der Stiftung „Bridderlech Deelen“, der Vereinigung „CSI Lëtzebuerg“ und der „Fondation grand-ducale“, unterstützt wird, wird das 20-jährige Bestehen des Hilfswerks auch im Großherzogtum gefeiert.
Lust auf noch mehr Wort?
Lust auf noch mehr Wort?
7 Tage gratis testen
E-Mail-Adresse eingeben und alle Inhalte auf wort.lu lesen.
Fast fertig...
Um die Anmeldung abzuschließen, klicken Sie bitte auf den Link in der E-Mail, die wir Ihnen gerade gesendet haben.