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Die Juli-Sintflut und die Radwege
Lokales 3 Min. 31.08.2021
Schadensbilanz nach dem Unwetter

Die Juli-Sintflut und die Radwege

Schadensbilanz nach dem Unwetter

Die Juli-Sintflut und die Radwege

Foto: Tristan Schmurr
Lokales 3 Min. 31.08.2021
Schadensbilanz nach dem Unwetter

Die Juli-Sintflut und die Radwege

Steve REMESCH
Steve REMESCH
Auf den Radwegen ist längst noch nicht alles wie vor dem Unwetter vom 14. Juli - auch wenn sie weitgehend wieder befahrbar sind.

78,8 Liter Regen waren am 14. Juli an der Wetterstation am Findel pro Quadratmeter gemessen worden. In Godbringen zählte die AgriMeteo-Station gar 105,8 Liter binnen 24 Stunden. Das hat Spuren hinterlassen. 


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Nachdem zunächst Menschen in Not geholfen wurde, dann dringender Schadensbegrenzung und Behebung bei Privatpersonen und Unternehmen sowie im Eisenbahn- und Straßenverkehrsnetz Priorität gewährt wurde, hat sich die Straßenbauverwaltung nach einer ersten aber dennoch zeitraubenden Bestandsaufnahme auch mit Schäden im nationalen Radwegenetz befasst. 

Denn während Verschmutzungen durch Schlamm, Sand und Geröll nach Erdrutschen und Überschwemmungen an den meisten Orten recht einfach zu beseitigen waren, stellten die Nachwehen die Verantwortlichen bei Staat und Kommunen mancherorts auch vor größere Herausforderungen – etwa dann, wenn der Asphaltbelag unterspült wurde, oder die Böschung gleich am Weg von den Wassermassen abgetragen wurde. 

„Schäden, die zunächst technische Studien erfordern.“ 

Besonders problematisch war dies, wie die Straßenbauverwaltung auf LW-Nachfrage hin erklärt, beispielsweise am Radweg PC3, der Piste cyclable des Trois Rivières, die von Vianden nach Schengen führt. Zwischen Echternach und Weilerbach wurde ein ganzer Hang unter dem Radweg weggespült. 

„Das sind Schäden, die nicht kurzfristig behoben werden können“, meint die Verwaltung dazu. „Hier müssen zunächst technische Studien durchgeführt werden, um erst einmal die Reparaturmethode bestimmen zu können, um dann beispielsweise den Hang wieder aufbauen zu können.“ 


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Der Radverkehr wird auf dem betroffenen Abschnitt vorerst über rund 100 Meter über die anliegende Nationalstraße N10 geleitet. Die Dauer der anstehenden Arbeiten ist derzeit nicht absehbar. 

Der Radweg PC3 wurde aber auch an zwei anderen Orten schwer in Mitleidenschaft gezogen. So haben die Wassermassen die Fahrbahn in Wasserbillig unterspült. Und auch zwischen Vianden und Bettel gab es größere Schäden am Bankett des Radwegs, dem Randstreifen. 

Der Radweg PC2, der von der Hauptstadt nach Echternach führt, wurde im Gefälle zwischen Scheidgen und Lauterborn beschädigt. Und auf dem Attert-Radweg PC12 zwischen Noerdingen und Useldingen war die Unterführung der Nationalstraße N12 oberhalb von Rippweiler-Barrière betroffen. 


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Auf dem Radweg der Weißen Ernz, der PC5, wurde in Fels zudem die Zugangsbrücke beschädigt. Auf der PC14 durch das Eisch- und das Mamertal war wiederum der Randstreifen weggeschwemmt worden – ebenso an der PC21, dem Nordradweg, zwischen Kautenbach und Schüttburg. 

An der Mittelsauerstrecke, der PC16, waren an gleich zwei Orten Instandsetzungsarbeiten erforderlich. Zwischen Reisdorf und Moestroff hatte das Hochwasser die Böschung und unterirdische Leitungen abgetragen.  Zwischen Bettendorf und Gilsdorf wurden Bankett, Leitplanken und Fahrbahn beschädigt. 

 Weitere Instandsetzungsarbeiten stehen noch an 

In der Hauptstadt war zudem vor der Eisenbahnunterführung der Radweg zwischen Merl und Helfent unpassierbar geworden, nachdem die Wassermassen die Fahrbahn weggespült hatten. Zwischen der Stadt und Hesperingen waren auf der PC1 zudem mehrere Bäume auf den Radweg gestürzt. Diese hatten in der Rue de Pulvermuhl auch die Leitplanken mitgerissen. 


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Während zunächst hier nur Gefahrenstellen abgesichert wurden, wird die Leitplanke hier, zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt, ersetzt werden, wie eine Sprecherin der Stadtverwaltung bestätigt. Während dieser Arbeiten kann es auch zu einer punktuellen Sperrung des viel genutzten Radwegs kommen. 

Etwas weiter auf der PC 1, zwischen Gantenbeinmühle und Itzigersté, hatte es zudem einen umfangreichen Erdrutsch gegeben. Diesen hatte die Hesper Gemeinde allerdings schon kurz nach dem Unwetter geräumt. 

„Alle Radwege wieder befahrbar“

Laut Straßenbauverwaltung sind inzwischen alle nationalen Radwege wieder befahrbar. Dennoch sei es nun an einigen Stellen vorerst etwas enger. Weitere Instandsetzungsarbeiten infolge des Unwetters von Juli seien aber absehbar – und damit auch weitere punktuelle Sperrungen möglich. 

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