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Die Fledermaus ist schuld: PAG für Kennedy-Süd annulliert
Lokales 29.07.2020

Die Fledermaus ist schuld: PAG für Kennedy-Süd annulliert

Wegen unvollständiger Umweltstudien hat das Verwaltungsgericht den PAG für das Areal Kennedy-Süd in Kirchberg annulliert.

Die Fledermaus ist schuld: PAG für Kennedy-Süd annulliert

Wegen unvollständiger Umweltstudien hat das Verwaltungsgericht den PAG für das Areal Kennedy-Süd in Kirchberg annulliert.
Foto: Chris Karaba
Lokales 29.07.2020

Die Fledermaus ist schuld: PAG für Kennedy-Süd annulliert

Rita RUPPERT
Rita RUPPERT
Anrainer hatten geklagt und bekamen Recht: Das Verwaltungsgericht hat am Dienstag den PAG für das Areal Kennedy-Süd in Kirchberg annulliert.

Zwei Wochen, nachdem das Verwaltungsgericht den Allgemeinen Bebauungsplan (PAG) für das Areal Schoettermarial annulliert hatte, fiel am Dienstag das Urteil in Sachen Kennedy-Süd.  Auch hier argumentieren die Richter, dass die Umweltstudien zu oberflächlich waren und den Einwänden der Anrainer nicht ausreichend Rechnung getragen wurde.


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„Das Urteil ist ein Weckruf für den Staat, die Stadt Luxemburg und auch andere Gemeinden“, sagt Sébastien Couvreur, Mitglied der Anwaltskanzlei Krieger Associates, welche die Anrainer in beiden Fällen vor Gericht vertreten hatte. 

Das Vorhaben Kennedy-Süd sieht auf einem rund 1,5 Kilometer langen und 110 Meter breiten Gelände zwischen der Avenue John F. Kennedy und Weimershof den Bau von Wohnungen und Geschäften vor. 


Das Projekt „Kennedy Sud“ soll auf einem rund 1,5 Kilometer langen und 110 Meter breiten Landstreifen zwischen dem Boulevard Kennedy und Weimershof entstehen: auf dem Architekturmodell sind die geplanten treppenförmigen Gebäude gut erkennbar.
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Anwohner hatten sich von Beginn an gegen das Projekt gestemmt. Noch vor der Genehmigung des PAG  wurden dahingehend Änderungen vorgenommen, dass der Quotient der „Utilisation du sol“ von 1,3 auf 1,1 verringert und den Anrainern des Projektes eine begrünte Pufferzone von 20 bis 30 Meter zugestanden wurde. 

Doch auch das Umweltministerium sei im Fehler, sein Gutachten sei nicht ausführlich genug gewesen, sagt Me Couvreur. 

Me Sébastien Couvreur sieht das Urteil als Weckruf für den Staat, die Stadt Luxemburg und auch andere Gemeinden.
Me Sébastien Couvreur sieht das Urteil als Weckruf für den Staat, die Stadt Luxemburg und auch andere Gemeinden.
Foto: Chris Karaba

„Letztlich geht es um eine Fledermausart, die nicht in den Studien aufgelistet war“, so Couvreur. 

Und: „Wäre ich der Anwalt des Staates respektive der Stadt Luxemburg, würde ich zur Erstellung neuer Studien raten.“

Lydie Polfer: „Stadt fechtet Urteil an“

Wie Bürgermeisterin Lydie Polfer gestern auf Nachfrage hin mitteilte, wird die Stadt gegen das Urteil in Sachen Schoettermarial in Berufung gehen. Wie man in puncto Kennedy-Süd vorgehen will, werde noch geprüft.

Des Weiteren war zu erfahren, dass es im Zuge des PAG insgesamt 67 Klagen vor Gericht gegeben hatte. Bei 54 von bislang 63 Urteilssprechungen ging die Stadt Luxemburg als Gewinnerin in erster Instanz hervor. „Demnach haben wir gut gearbeitet“, so Polfers Fazit.

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