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Die Fieberkurve steigt
Lokales 1 3 Min. 31.10.2013 Aus unserem online-Archiv

Die Fieberkurve steigt

Der auffällig gezeichnete i3 ist das erste Modell der eigens gegründeten Elektro-Marke BMW i.

Die Fieberkurve steigt

Der auffällig gezeichnete i3 ist das erste Modell der eigens gegründeten Elektro-Marke BMW i.
Foto: BMW
Lokales 1 3 Min. 31.10.2013 Aus unserem online-Archiv

Die Fieberkurve steigt

Am 16. November bringt BMW mit dem i3 sein erstes Elektroauto auf den Markt. Während andere Hersteller diese Übung bereits längst hinter sich gebracht haben, fiebert man dem Start des i3 beim Autobauer aus München regelrecht entgegen.

(MB) - Am 16. November bringt BMW mit dem i3 sein erstes Elektroauto auf den Markt. Während andere Hersteller diese Übung – ohne viel Aufhebens – bereits längst hinter sich gebracht haben, fiebert man dem Start des i3 beim Autobauer aus München regelrecht entgegen und neigt auch schon mal zu Übertreibungen. „Es ist ein größerer Schritt als damals der von der Kutsche zum Auto“, so BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer.

Dass man in München in Bezug auf das neue Modell derart dick aufträgt, liegt nicht zuletzt daran, dass kein anderer Großserienhersteller bei der Entwicklung eines Elektromobils so viel Aufwand betrieben hat wie eben BMW.

Der im BMW-Werk Leipzig klimaneutral hergestellte i3 – der Strom für die Fertigung wird aus Windkraft gewonnen – entstand vor sechs Jahren auf einem weißen Blatt Papier und wurde von Anfang als ganzheitliches Konzept entwickelt. Um den Stellenwert des i3 und künftiger BMW-Modelle mit E-Antrieb zu untermauern, hat der Autobauer aus München gar eine eigene Marke – BMW i – gegründet.

Aufwendiger Leichtbau

Um das Gewicht des i3 möglichst gering zu halten, setzt man bei BMW auf eine Fahrgastzelle – in München spricht man vom Life-Modul – aus carbonfaserverstärktem Kunststoff (CFK). Die Antriebstechnik, die Hochvoltbatterie sowie aufwändige Crash- und Strukturfunktionen sind im sogenannten Drive-Modul aus Aluminium integriert. Durch die Leichtbaukomponenten konnte das Gewicht des i3 auf unter 1,2 Tonnen gedrückt werden – als DIN-Leergewicht (ohne Fahrer und Gepäck) werden 1 195 Kilogramm genannt.

Der von einem 125 kW (170 PS) starken E-Motor angetriebene i3 bringt damit zwar in der Tat einige Hundert Kilogramm weniger Gewicht auf die Waage als etwa die Konkurrenz von Nissan (Leaf) oder Renault (Zoe), aber immerhin 56 Kilogramm mehr als der etwas kleinere – ebenfalls viersitzige – VW e-up!, der mit seiner konventionellen Karosserie auf ein DIN-Gewicht von lediglich 1 139 Kilogramm kommt.

Völlig vergebens war die Idee mit dem Leichtbau aber nicht. In puncto Fahrdynamik und Fahrleistungen bewegt sich der i3 nämlich in einer eigenen Liga. Die von BMW propagierte „Freude am Fahren“ soll schließlich auch an Bord des i3 erfahrbar sein. Wie sportlich der knapp vier Meter lange Viersitzer unterwegs ist, belegt beispielsweise der Wert von 7,2 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h. Tempo 60 erreicht der i3 aus dem Stand in 3,7 Sekunden und den Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h erledigt er in 4,9 Sekunden. Auch kurvenreiche Strecken liegen dem i3 weitaus mehr als manchem Konkurrenten.

Bis zu 160 Kilometer Reichweite

Ob es die Kunden am Ende honorieren werden, bleibt abzuwarten. Die Grundidee eines E-Autos besteht schließlich nicht darin, Ampelstarts zu gewinnen oder möglichst sportlich durch Kurven zu hetzen. Wer sich für ein Elektromobil entscheidet, will in der Regel besonders effizient – und zumindest lokal emissionsfrei – von A nach B gelangen. A und B können im Fall des i3 bis zu 160 Kilometer auseinanderliegen. Die Alltagsreichweite des i3 liegt laut BMW nämlich bei 130 bis 160 Kilometern – ein Wert, der nach ersten Testfahrten durchaus realistisch erscheint.

Käufer, denen die 18,8 kWh nutzbare Energiekapazität der Lithium-Ionen-Hochvoltbatterie nicht ausreicht, können den i3 auch mit einem Reichweitenverlängerer ordern. Der Range Extender in Form eines 25 kW (34 PS) starken Zweizylinder-Benzinmotors erhöht die Reichweite auf rund 300 Kilometer.

Zum besonderen Fahrerlebnis im i3 trägt vor allem das sogenannte One-Pedal-Feeling bei. Wer vorausschauend fährt, kann in der Stadt, aber auch über Land weitestgehend ohne Bremsbetätigung auskommen. So mussten wir während der von uns gefahrenen knapp 200 Kilometer in und um Amsterdam lediglich dreimal das Bremspedal aktivieren.

Ab 33 750 Euro

Ein günstiges Vergnügen ist der i3 leider nicht. Das Basismodell kostet bereits 33 750 Euro. Wer sich für die Variante mit Range Extender entscheidet, muss mindestens 38 050 Euro investieren. Die staatliche Prämie von 5 000 Euro für die Anschaffung eines Elektromobils ist da nur ein schwacher Trost, weil BMW bei den Extras auch für den i3 zahlreiche – preistreibende – Verlockungen bereithält ...

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