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"Die Erinnerung wach halten"
Lokales 14 2 Min. 09.10.2022
Journée de la Commémoration Nationale

"Die Erinnerung wach halten"

Xavier Bettel, Fernand Etgen, François Bausch und der Großherzog Henri bei der Journée de la Commémoration Nationale.
Journée de la Commémoration Nationale

"Die Erinnerung wach halten"

Xavier Bettel, Fernand Etgen, François Bausch und der Großherzog Henri bei der Journée de la Commémoration Nationale.
Foto: Chris Karaba
Lokales 14 2 Min. 09.10.2022
Journée de la Commémoration Nationale

"Die Erinnerung wach halten"

Frank WEYRICH
Frank WEYRICH
Am Sonntag fand der „Nationale Commemoratiounsdag“ statt. An mehreren Orten wurde an den Zweiten Weltkrieg gedacht.

Seit 1946 findet jedes Jahr im Oktober der „Nationale Commemoratiounsdag“ statt. An diesem Tag erinnert sich das Land an alle Einwohner, die während der Naziherrschaft im Widerstand aktiv waren, in Gefängnisse oder Konzentrationslager verschleppt wurden, umgesiedelt oder ab 1942 völkerrechtswidrig in die deutsche Wehrmachtsuniform gezwungen wurden. 

Die Gedenkfeierlichkeiten haben dieses Jahr am nationalen Monument der Solidarität am Kanounenhiwwel in Anwesenheit von Großherzog Henri begonnen. Anschließend wurde den Opfern der Shoah gedacht, bevor an der „Gëlle Fra“ Kränze niedergelegt wurden. Am „Mémorial de la Déportation“ in Hollerich wurde der Zwangsumsiedlung gedacht. 

Abschluss am Hinzerter Kreuz

Der Abschluss der Gedenkfeierlichkeiten fand auf dem Liebfrauenfriedhof am Hinzerter Kreuz statt. Das Kreuz wurde aus Material aus dem ehemaligen SS-Sonderlager Hinzert im Hunsrück hergestellt. Als „Monument national de la Résistance et de la Déportation“ symbolisiert es das Leid aller, die sich zwischen 1940 und 1945 der Politik der Nazi-Besatzer widersetzt haben. 

In Anwesenheit von Fernand Etgen, Präsident der Abgeordnetenkammer sowie Stadtbürgermeisterin Lydie Polfer, haben Staatsminister Xavier Bettel und Vizepremierminister François Bausch in Namen der Luxemburger Regierung einen Blumenkranz in Gedenken an die Opfer des Nazismus abgelegt. In seiner Ansprache unterstrich der Premierminister einige wichtige Gedanken zum nationalen Gedenktag: 


Lokales, online.de, Nationalfeiertag, Feier place Guillaume, Armee, Parade  Foto: Anouk Antony/Luxemburger Wort
So begeht die Armee ihren Nationalfeiertag
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„Diese Zeremonie war bis vor einigen Jahren rein katholisch. Wenn wir heute hier zusammen sind mit Vertretern aller Glaubensgemeinschaften, ist dies ein Zeichen von Weiterentwicklung und Zusammenleben im Respekt einer vor dem anderen. Dieses Jahr markiert das 80. Jubiläum des Generalstreiks von 1942, ein Augenblick unserer Geschichte, den wir nicht vergessen dürfen und den wir uns in diesen Zeiten immer wieder vor Augen führen sollen. In Folge der Verordnung der Zwangsrekrutierung durch den damaligen Besatzer, traten an vielen Stellen des Landes die Menschen in den Generalstreik. Es betraf Männer und Frauen, Schülerinnen und Schüler. Es war ein mutiger Entscheid in Zeiten von brutaler Verfolgung von Kritik und Opposition.“ 

Zusammen für ein freies Luxemburg

In den Widerstandsorganisationen, die bereits im Vorfeld die Weichen gestellt hatten, waren Leute mit verschiedenen Hintergründen im Einsatz, die alle als Kämpfer ein gemeinsames Ziel hatten: ein freies Luxemburger Land, so Xavier Bettel. 

Mit seinen abschließenden Worten schaute er dann nach vorne: „Heute steht unser Land und unsere Gesellschaft vor neuen Herausforderungen, die wir zusammen angehen müssen und uns dabei genauso solidarisch und mutig benehmen wie die Generationen vor uns. Wir dürfen nicht wegschauen und müssen uns engagieren für Frieden, für Demokratie und Recht, und das zusammen.“

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