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Die Bettemburger Märchenwelt
Lokales 60 2 Min. 14.07.2019

Die Bettemburger Märchenwelt

Lokales 60 2 Min. 14.07.2019

Die Bettemburger Märchenwelt

Nicolas ANEN
Nicolas ANEN
Tausende Besucher zog es am Samstagabend in den Bettemburger Schlosspark. Straßenkünstler verzauberten das Areal in eine Märchenwelt.

Wird es regnen oder doch etwa nicht? Die Frage dürfte am Samstag mehrere Tausend Personen beschäftigt haben. Zumindest die, die nach Bettemburg zur Nuit des Merveilles gekommen waren. Viele hatten mehr oder weniger bunte Regenjacken genommen. Doch sollte der Abend, zur Freude von Straßenkünstler und Zuschauer, trocken bleiben.

Die Regenjacken hatten die Besucher aber nicht umsonst mitgebracht. So wurden sie am Nachmittag ausgebreitet, um es sich auf der großen Wiese im Schlosspark gemütlich zu machen. Dann galt es die Augen nach oben richten. 

Seiltanz im Schlosspark

Drei Frauen tanzten in mehreren Metern Höhe über ein gespanntes Seil. In der Hand hatten sie lange Balancierstangen. Wie es auf Nachfrage hieß, waren diese Stangen neun Kilos schwer. Doch von diesem Gewicht war während der Aufführung, für die Zuschauer zumindest, nichts zu spüren. Allein, zu zweit oder sogar eng aneinander zu dritt, geleiteten die Künstlerinnen der „Compagnie Les Chaussons rouges“ elegant über das Seil. 

Sinnlichkeit im Tuch 

Aus dem Park heraus, bei der Kirche, war ebenfalls die Farbe rot Trumpf. In dieser Farbe leuchtete das Tuch das an einem sieben Meter hohen Stahlgerüst hing. Darunter die Artisten Thomas Sauveniere und Lea Teilhet die einen teils romantischen, teils sinnlichen Tanz darin vorführten. 

Auch sie zeigten sich nach ihrer Vorführung vom Wetter erfreut. „Hitze ist für uns schlimmer als Regen“, erklärte Thomas Sauveniere. Denn beim Schwitzen sei es schwerer den Partner an den Armen festzuhalten. Vom Regen blieben sie wie gesagt verschont, dafür gab es den einen oder anderen Windstoß. Doch nichts was sie aus der Bahn, beziehungsweise aus dem Tuch, geworfen hätte. 

Apropos aus der Bahn werfen. Dafür waren am Samstagabend die Künstler des Collectif Bigbinôme zuständig. Sie zeigten wie man mit etwas Fantasie und grauen Plastikeimern ein sehenswertes Spektakel aufstellen kann. Superheldenverkleidung aus Plastikeimern und tollkühne Sprünge inbegriffen. 

Kurz, den Zuschauer wurden anspruchsvolle Spektakel geboten. Ohne die Künstler zu vergessen, die im Park oder bei der Kirche herumschlenderten. Sie wie diese Aliens, die aus einem außerirdischen Altersheim entflohen sind und sich zur Nuit des Merveilles gesellten. Und dabei augenscheinlich eine Liebe für Selfies mit Erdbewohnern entdeckten. 

Fotos wurde übrigens viele geschossen. Aber die schönsten Erinnerungen an diesem Abend dürften den Gästen im Gedächtnis gespeichert bleiben. Eine Nuit des Merveilles eben.