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Die Armee zum Greifen nah
Lokales 2 Min. 23.09.2016 Aus unserem online-Archiv
In der Hauptstadt

Die Armee zum Greifen nah

Das neue Büro befindet sich auf Nummer 15 am Boulevard Royal.
In der Hauptstadt

Die Armee zum Greifen nah

Das neue Büro befindet sich auf Nummer 15 am Boulevard Royal.
Foto: Gerry Huberty
Lokales 2 Min. 23.09.2016 Aus unserem online-Archiv
In der Hauptstadt

Die Armee zum Greifen nah

Maxime LEMMER
Maxime LEMMER
Die luxemburgische Armee tut sich schwer damit, neue Rekruten zu gewinnen. Um potenzielle Anwärter bestmöglich zu informieren, wurde am Freitag ein Informationsbüro in der Hauptstadt eröffnet.

(ml/dho) -  Ausreichend neue Rekruten zu finden, macht der luxemburgischen Armee zunehmend zu schaffen. Die niedrige Erfolgsquote bei den Aufnahmeprüfungen, um Zugang zu der viermonatigen Grundausbildung zu bekommen, verschlimmert die Lage. Lediglich knapp die Hälfte der Kandidaten schafft das schriftliche Examen. Bei den restlichen Bewerben liegt die Durchfallquote bei den Medizin- und Fitnesstests bei 30 Prozent.

Um dem Mangel an Rekruten entgegenzuwirken, wurde am Freitag am Boulevard Royal in der Hauptstadt ein Informationsbüro eröffnet, das dazu dienen soll, Jugendlichen, die eine militärische Karriere einschlagen möchten, zur Seite zu stehen. Das Büro ist täglich von 8 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.

Die Initiative wird nicht überall wohlwollend aufgenommen. "Es ist geradezu pervers, dass darauf spekuliert wird, dass junge Arbeitslose, denen man zuvor weder eine Ausbildung, noch einen Arbeitsplatz anbot, sich besonders leicht anwerben lassen werden", ärgerte sich diese Woche die Kommunistische Partei in einer Pressemitteilung. Während der Eröffnung des neuen Büros protestierte auch eine handvoll junger Aktivisten, die die Autofahrer aufforderten, für den Frieden zu hupen. Auf ihrem Plakat stand: "D'Arméi sicht jonkt Kanounefudder".

Neue Laufbahnen

Ab diesem Schuljahr bietet die Armee in Zusammenarbeit mit dem Lycée Technique d'Ettelbruck einen speziellen Vorbereitungskurs an. 115 Leute hatten sich gemeldet. 45 Kandidaten (davon acht junge Frauen) wurden zurückbehalten und konnten mit den neuen Kursen beginnen. Die Ausbildung („cours préparatoire à l'Armée luxembourgeoise“) soll 17- bis 24-jährigen Interessenten helfen, sich auf die Aufnahmeprüfungen vorzubereiten.

Damit die Armee für junge Menschen wieder attraktiver wird, sollen neue Laufbahnen eingeführt werden, sagte am Freitag Verteidigungsminister Etienne Schneider dem Sender 100,7.

Für Personen, die einen Abiturabschluss haben oder über ein Bachelor-Diplom verfügen, sind derzeit innerhalb der Armee keine eigenen Laufbahnen vorgesehen. Das soll sich in Zukunft ändern, so Schneider.

Bis Ende des Jahres soll über die neuen Karrieren verhandelt werden. Diese Woche fand bereits eine erste Unterredung zwischen der Personaldirektion der Armee und der Gewerkschaft SPAL statt.

Verteidigungsbudget steigt

Aufgrund der neuen Herausforderungen, die auf die Armee zukommen, drängt sich eine Reorganisation auf. Die internen Prozeduren sollen beschleunigt werden. Des Weiteren sollen Teile des Generalstabs von Luxemburg-Stadt nach Diekirch verlegt werden.

"Bis 2020 sollen die Verteidigungsausgaben 0,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmachen", sagt Staatssekretärin Francine Closener bei der Eröffnung des neuen Büros. Derzeit liegt der Anteil bei 0,4 Prozent. Vor allem gegen diesen Punkt wollten die jungen Aktivisten am Freitag protestieren.

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