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Dicke Luft im urbanen Raum
Lokales 2 Min. 06.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Dicke Luft im urbanen Raum

Dieselmotoren gehören zu den Hauptproduzenten von Stickoxiden.

Dicke Luft im urbanen Raum

Dieselmotoren gehören zu den Hauptproduzenten von Stickoxiden.
AFP
Lokales 2 Min. 06.06.2019 Aus unserem online-Archiv

Dicke Luft im urbanen Raum

Jacques GANSER
Jacques GANSER
Stickoxid-Messkampagne bestätigt Belastungsspitzen in Ballungsgebieten

Die zweite Stickoxid-Messkampagne in den Gemeinden bestätigt die Resultate der ersten, vom 10. Januar bis zum 4. April 2018 durchgeführten Kampagne: In Luxemburg bestehen einige Hotspots, an denen die Stickoxid-Grenzwerte regelmäßig überschritten werden. Die Umweltverwaltung hat die Resultate der insgesamt 41 Messgeräte nun ausgewertet. Der Schlussbericht wurde den Kommunen am Dienstag während des nationalen Klimapakttages vorgestellt.

Fünf Hotspots

Insgesamt wurden fünf Hotspots ausfindig gemacht, an denen der mittlere Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft plus einem Unsicherheitsfaktor von fünf Mikrogramm deutlich überschritten wird. Zu den Hotspots gehören die Rue de Gasperich in Hesperingen, der Boulevard Kennedy in Esch/Alzette, die Rue des remparts in Echternach, die Avenue de la liberté in Niederkorn sowie der Boulevard Royal in Luxemburg. Zudem wurden elf weitere Orte identifiziert, an denen der Grenzwert zumindest zeitweise erreicht wird. Die Messwerte können über die Internetseite des Geoportal abgerufen und eingesehen werden.


Abgase aus Dieselmotoren sind eine der größten Stickoxid-Quellen.
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Dabei ist die Liste der sogenannten Hotspots nicht komplett, da die Gemeinden nur ausgewählte Orte an stark befahrenen Straßen vorgeschlagen haben. Allerdings ist laut Umweltamt davon auszugehen, dass die gemessenen Werte der reellen Belastung der Einwohner dieser Viertel entsprechen. Die Kampagne war im Zuge des nationalen Programms zur Verbesserung der Luftqualität organisiert worden. Mit sogenannten Passivmessern, kleinen Glasröhrchen, die in einer gewissen Höhe entlang von Verkehrsadern abgebracht wurden, konnten die Konzentrationen während mehrerer Monate gemessen werden.


Bessere Bürgerinformation

Ziel ist eine bessere Information der Bürger über die effektive Luftqualität in ihrer Wohngemeinde sowie die Sensibilisierung der Kommunen um Verbesserungen herbei zu führen. Zugleich entsteht für die zuständigen Behörden aber auch ein übersichtliches Gesamtbild der Luftbelastung, die punktuell sehr stark schwanken kann. Immerhin wurde an 25 der insgesamt 41 Messstellen kein bedenklicher Wert festgestellt. Sämtliche Hotspots lagen wenig überraschend innerhalb von dicht bebauten Ortschaften mit relativ hohem Verkehrsaufkommen.

Besonders im Winter und je nach Wetterlage wird die Luft dort regelrecht dick. Die Stickoxidkonzentrationen überschreiten dann zumindest punktuell den erlaubten Höchstwert und belasten damit die Gesundheit. Die Verursacher sind bekannt: Heizanlagen und vor allem Dieselfahrzeuge produzieren das stechend riechende Gas. In der Lunge kann es Entzündungen hervorrufen und langfristig zu Schädigungen führen. Neben dem Zurückdrängen des Individualverkehrs, dem Anbieten von alternativen Transportmöglichkeiten und der Aufklärung durch Informationskampagnen soll aber auch eine gesicherte Datenbasis helfen, die Problematik anzugehen. So kann zum Beispiel auch auf bauliche Maßnahmen zurückgegriffen werden um punktuelle Spitzenbelastungen zu verhindern.


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