Wählen Sie Ihre Nachrichten​

Deutsche Bahn bestreikt: Pendlerverkehr Richtung Luxemburg rollt
Am Mittwoch ab 14 Uhr wird die Bahn bestreikt. Züge dürften aber schon vorher ausfallen.

Deutsche Bahn bestreikt: Pendlerverkehr Richtung Luxemburg rollt

REUTERS
Am Mittwoch ab 14 Uhr wird die Bahn bestreikt. Züge dürften aber schon vorher ausfallen.
Lokales 2 Min. 15.10.2014

Deutsche Bahn bestreikt: Pendlerverkehr Richtung Luxemburg rollt

Die Lokführer der Deutschen Bahn streiken am Mittwoch und Donnerstag. Zahlreiche Züge fallen aus oder sind verspätet. Der Pendlerverkehr nach Luxemburg ist am Morgen kaum beeinträchtigt.

(dpa/ks) - Tausende Pendler und Bahnreisende in Deutschland müssen an diesem Mittwoch zum zweiten Mal binnen acht Tagen auf massive Zugausfälle einstellen. Die Fahrgäste trifft der zweite bundesweite Lokführer-Streik. Bereits seit Mitternacht gilt ein eingeschränkter Fahrplan im Fernverkehr - zahlreiche Züge fallen aus. Mit einem weiteren Notfahrplan versucht die Bahn, die Auswirkungen des Streiks zu mildern.

„Ab Mittwochmorgen fahren nicht nur die Züge des Fernverkehrs nach einem Ersatzfahrplan, ab 9.00 Uhr gibt es auch im Regionalverkehr einen eingeschränkten Fahrplan“, sagte Bahn-Sprecher Matthias Franke am Morgen. Ziel sei es, trotz des Streiks so viele Reisende wie möglich ans Ziel zu bringen. Kunden können sich im Internet über Störungen auf ihrer Strecke informieren.

Der Pendlerverkehr aus Trier ins Großherzogtum war am Mittwochmorgen kaum beeinträchtigt. Nach Angaben der CFL fielen je zwei IC-Verbindungen von Luxemburg nach Norddeich-Mole sowie in die Gegenrichtung aus. Ersatzbusse wurden zwischen Trier und Luxemburg eingesetzt. "Wir gehen davon aus, dass alle anderen Züge auf dieser Strecke in den kommenden Stunden fahren. Allerdings könnte sich die Situation im Verlauf des heutigen Tages ändern. Daher raten wir Pendlern, sich über unsere App oder unsere Internetseite darüber zu informieren, ob ihr Zug fährt, bevor sie sich auf den Weg zum Bahnhof machen", sagte Pressesprecher Tom Jurcevic am Morgen auf Anfrage.

Der eigentliche Streik der Lokführer-Gewerkschaft GDL soll am Mittwoch um 14.00 Uhr beginnen und bis 4.00 Uhr am Donnerstagmorgen dauern. Dann sollen flächendeckend die Züge stehen bleiben - im Fern- und Regionalverkehr wie auch bei den S-Bahnen.

"Eine Dreistigkeit und Unverschämtheit"

Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber kritisierte den Streikaufruf scharf. Er habe sich mit GDL-Chef Claus Weselsky verabredet, um am Mittwoch und Donnerstag Lösungen für den Konflikt zu suchen, sagte Weber im ZDF-Morgenmagazin. „Und das Stunden, bevor diese Gespräche überhaupt erst beginnen, die GDL zum Streik aufruft - das ist schon eine Dreistigkeit und Unverschämtheit.“

Auch nach dem Ende des Streiks dürfte es Zugausfälle und Verspätungen geben. „Wir werden Donnerstagmorgen so schnell wie möglich versuchen, wieder den Normalbetrieb aufzunehmen“, sagte ein Bahnsprecher. Pendler sollten am Donnerstagmorgen aber mehr Zeit einplanen, um rechtzeitig an den Arbeitsplatz zu kommen. Auch der Güterverkehr ist von dem Ausstand betroffen.

Die GDL verlangt für die Beschäftigten fünf Prozent mehr Geld und zwei Stunden weniger Wochenarbeitszeit. Sie will zudem auch für das übrige Zugpersonal verhandeln. Die Bahn will verhindern, dass die Lokführergewerkschaft auch für Zugbegleiter, Bordgastronomen und Disponenten verhandelt und so in Konkurrenz zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft tritt. Das Unternehmen fürchtet konkurrierende Tarifverträge. Es verweist darauf, dass es schon mehrere Angebote gemacht habe.


Lesen Sie mehr zu diesem Thema