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„Dëse Musée ass d'Geschicht vum Land“
Lokales 3 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

„Dëse Musée ass d'Geschicht vum Land“

Ministerin Françoise Hetto im Gespräch mit Metty Franzen (l.), der selbst noch in der Walert-Grube als Bergmann arbeitete.

„Dëse Musée ass d'Geschicht vum Land“

Ministerin Françoise Hetto im Gespräch mit Metty Franzen (l.), der selbst noch in der Walert-Grube als Bergmann arbeitete.
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Lokales 3 Min. 15.03.2012 Aus unserem online-Archiv

„Dëse Musée ass d'Geschicht vum Land“

Anlässlich der ersten Auflage des „Ënnerirdesche Festival“ am Wochende stattete Tourismusministerin Françoise Hetto dem beliebten Ausflugsziel in der südlichsten Stadt des Landes einen Besuch ab.

(RoNa/LuWo) - Anlässlich der ersten Auflage des „Ënnerirdesche Festival“ mit breit gefächertem Rahmenprogramm stattete Tourismusministerin Françoise Hetto dem beliebten Ausflugsziel in der südlichsten Stadt des Landes einen Besuch ab.

Die Regierungsvertreterin nahm sich viel Zeit für eine ausgiebige Führung über das Gelände des nationalen Grubenmuseums und entlang der Stände, an denen sich verschiedene Bergbau-Vereinigungen vorstellten. Mit Interesse verfolgte sie auch die Eröffnung der Ausstellung „Megateuthis gigantea“ und unterhielt sich mit ehemaligen Grubenarbeitern. Das zweitägige Festival hatte bereits am Samstag mit einer „Marche gourmande“ begonnen.

165 Personen hatten sich am Samstag zur zweiten Auflage auf dem Parkplatz des Cimalux-Werkes (ehemals Intermoselle) eingefunden, um gleichzeitig den Wander- und Gaumenfreuden zu frönen.

„Gamelle du mineur“ und Grubenwasser

Entlang des Weges waren sieben „Gourmet“-Stationen eingerichtet, an denen die Teilnehmer kulinarisch verwöhnt wurden. Als einzige Voraussetzung mussten die Wanderer Hunger mitbringen, denn nicht weniger als sieben Gänge galt es zu verspeisen.

Bei der früheren „Rembuer“-Quelle ging es mit einem Begrüßungstrunk los, ehe der Rundgang bergauf zur „Heed“ führte. Hier tischte das lokale CIGL-Team eine luxemburgische Platte samt gutem Tropfen auf. Zum ersten Mal öffnete das Klinkerwerk Cimalux die Tore zu seinem Steinbruch für das Publikum. Bei dieser einmaligen Aussicht schmeckte die Königinpastete noch besser.

Wieder im Tal angekommen, wurden die Lebensgeister der Wanderer mit „Grubenwasser“ geweckt, ehe die Schmalspurbahn sie ins Innere des Berges brachte. Bei elf Grad Innentemperatur fand die „Gamelle du mineur“ – eine nahrhafte Eintopfsuppe – großen Anklang bei den Teilnehmern. Auf dem Zechengelände erwartete die Wanderer als kulinarischer Abschluss Käse, Nachtisch und Kaffee.

Für Unterhaltung auf dem neun Kilometer langen Schlemmermarsch sorgten die Rümelinger Stadtmusik sowie der slowenische Grubenarbeiterchor aus Aumetz. Höhepunkt am gestrigen Sonntag war die Grubenlampenbörse, eine recht ungewöhnliche Verkaufsveranstaltung der „Biergleit vun Kayl“, die altes Zubehör aus der Zeit des aktiven Bergbaus anboten.

Das Gold aus den „roten Bergen“

Ministerin Françoise Hetto wurde am späten Morgen vom Rümelinger Bürgermeister Will Hoffmann in seiner Eigenschaft als Präsident der Museumskommission willkommen geheißen. Will Hoffmann erläuterte bei dieser Gelegenheit die Bedeutung des Grubenmuseums und wies darauf hin, dass hier, in den roten Bergen des Südens, der Ursprung des heutigen Wohlstandes Luxemburgs zu finden ist.

Von 1868 bis 1981 wurde im „Minette“ das Eisenerz abgebaut. Insgesamt wurden der Erde in diesen 113 Jahren 500 Millionen Tonnen an „rotem Gold“ entrissen. 6 000 Bergleute schufteten in dieser Zeit in Zwölf-Stunden-Schichten, 1 400 von ihnen verloren dabei ihr Leben. „Die Erinnerung an diese Ära und ihre Menschen muss erhalten bleiben. Es ist wichtig, der Jugend zu vermitteln, unter welchen für heutige Verhältnisse unvorstellbaren Arbeits- und Lebensbedingungen ihre Vorfahren sich einst abrackerten“, so Will Hoffmann.

Françoise Hetto bezeichnete das Grubenmuseum als einen der wichtigsten touristischen Standorte überhaupt in Luxemburg. „Dëse Musée ass d'Geschicht vum Land“, so die Ministerin. Sie bedankte sich insbesondere bei den vielen freiwilligen Helfern, ohne die es nicht möglich wäre, den Museumsbetrieb aufrechtzuerhalten. Anerkennung zollte sie in erster Linie den ehemaligen Grubenarbeitern, die sich heute eine Ehre daraus machen, die Besucher durch ihr einstiges Reich unter Tage zu führen.

Ausstellung bis zum 5. Oktober geöffnet

Insgesamt habe das Tourismusministerium bereits 3,6 Millionen Euro in das Rümelinger Museum investiert. Die Verantwortlichen könnten auch weiterhin mit staatlicher Unterstützung rechnen, so Françoise Hetto, die aber auch anregte, zukünftig noch mehr Wert auf die Vermarktung des Museums zu legen. Anschließend besuchte die Ministerin die verschiedenen Stände, u. a. jenen der „Entente Mine Cockerill“ und der Hephaistos-Bruderschaft, sowie die „Grubenlampenbörse“.

Die Ausstellung „Megateuthis gigantea“ ist noch bis zum 5. Oktober auf dem Museumsgelände geöffnet. Gezeigt werden Fossilien, die im Steinbruch des Cimalux-Werkes ausgegraben wurden und teils bis zu 170 Millionen Jahre alt sind. Sogar Dinosaurierspuren können in ihnen nachgewiesen werden. Die Ausstellung ist von donnerstags bis sonntags jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet.