Der Tag nach dem Brand
Nachdem am Montag der Dachstuhl eines Reihenhauses in der Rue du Canal unweit der Kreuzung mit der Rue du X Septembre während Dacharbeiten Feuer gefangen hatte und die Flammen kurze Zeit später auf den Dachstuhl des Nebengebäudes übergegriffen hatten, mussten gleich mehrere Gebäude in der Rue du Canal von Polizei- und Feuerwehrkräften umgehend evakuiert werden. Darunter auch die Maison relais und die Studentenwohnungen des Nachbargebäudes und ehemaligen Escher Polizeireviers, auf das die Flammen übergriffen.
„Die Kinder der Maison relais wurden umgehend in die Brill- Schoul gebracht und dort versorgt, bis ihre Eltern sie dort abholten“, erklärt Schöffin Mandy Ragni, die den ganzen Nachmittag vor Ort war. Auch in den kommenden Wochen und Monaten werden sie dort verweilen müssen. Im zweiten Stockwerk wurde in der Maison relais ein Raum zur Verfügung gestellt, in dem sich ursprünglich die Bibliothek befand.
Neue Unterkünfte gesucht
Wann genau das Gebäude in der Kanalstrooss wieder funktionstüchtig ist, bleibt weiterhin ungewiss. „Aber es sieht so aus, als würde es zwischen drei und sechs Monaten dauern, bis die Maison relais und die Studenten wieder in ihre Räumlichkeiten und Wohnungen in der Rue du Canal zurückkehren können. Knapp 18 Studenten werden seit gestern Abend von der Uni Luxemburg selber anderweitig untergebracht. Seitens unserer Gemeinde wurden drei Studenten in einem Hotel in Schifflingen, zwei im Escher Hôtel Renaissance und zehn in den frisch renovierten Studentenwohnungen in der Rue Dicks über dem Café Diva relogiert“, erklärt der Escher Bürgermeister Georges Mischo.
Am Abend nach dem Brand wurden sie unter anderem in der Escher Jugendherberge, Hotels in Esch, Schifflingen und Differdingen sowie in frei stehenden Wohnungen der Uni.lu untergebracht. „Inzwischen durften sie ihre Wohnungen in der Kanalstrooss kurz betreten, um ihre persönlichen Sachen abzuholen“, so die Schulschöffin.
Gutscheine verteilt
Der Escher Bürgermeister teilte zudem mit, dass die betroffenen Studenten am Tag des Brandes sofort mit einem Gutschein für Lebensmittel und Hygieneartikel sowie einem Gutschein zum Wäschewaschen in der Wäscherei des Centre d'initiative et de gestion local (CIGL) in Esch ausgestattet wurden.
Drohne aus Berdorf im Einsatz
Rund 80 Feuerwehrkräfte waren am Montag bei dem Dachstuhlbrand im Einsatz. Diese setzen sich aus den Korps aus Esch, Schifflingen, Monnerich, Düdelingen, Junglinster, Hesperingen, Petingen, Roeser und Berdorf zusammen.
Warum jedoch die Kräfte aus den Ostegemeinden Junglinster und Berdorf anstatt jener aus den Nachbarkommunen Differdingen und Sassenheim gerufen wurden, erklärt Cédric Gantzer, Pressesprecher des Corps grand-ducal d'incendie et de secours (CGDIS), folgendermaßen: „Wir hatten 30 Minuten, um den Einsatz zu planen. Es wurde zuerst auf unserer nationalen Übersichtskarte nachgeschaut, welche Kräfte aus welchen Gemeinden zu dem Zeitpunkt einsatzbereit waren. Für die getroffene Wahl gibt es somit zwei Gründe: Der Einsatzchef hat die Feuerwehr aus Junglinster alarmiert, weil diese die meisten Atemschutzgeräteträger hat. Diese wurden in der Rue du Canal gebraucht. Die Feuerwehr aus Berdorf ihrerseits wurde gerufen, weil sie eine Drohne besitzt. Diese wurde benötigt, um Luftbilder des Brandes zu machen.“
Die Wehren aus Differdingen und Sassenheim seien unterdessen nicht angefragt worden, weil sie weiterhin einsatzbereit bleiben sollten, falls es zeitgleich an einem anderen Ort im Süden zu einem Brand kommen sollte.
