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Der steinige Weg zum Hörgerät
Lokales 14.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Der steinige Weg zum Hörgerät

6.903 Menschen stellten im vergangenen Jahr einen Antrag für einen Hörapparat.

Der steinige Weg zum Hörgerät

6.903 Menschen stellten im vergangenen Jahr einen Antrag für einen Hörapparat.
Foto: Guy Jallay
Lokales 14.09.2019 Aus unserem online-Archiv

Der steinige Weg zum Hörgerät

Immer mehr Menschen benötigen ein Hörgerät. Lange Wartezeiten und komplexe Vorgehensweise stellen Patienten aber vor Herausforderungen.

(SH) - Die Zahl der Menschen mit Hörschwierigkeiten nimmt im Großherzogtum zu. Und so wenden sich Jahr für Jahr mehr Patienten an die nationale Gesundheitskasse (CNS), weil sie einen Hörapparat benötigen. Gingen 2009 bei der CNS noch 4.326 Anfragen für Kostenrückerstattungen ein, so waren es deren im Vorjahr exakt 6.903 – also rund 60 Prozent mehr.

Damit es jedoch zu einer Kostenrückerstattung kommen kann, muss sich der Antragsteller erst zum audiofonologischen Dienst der Gesundheitsdirektion begeben. Denn diese entscheiden über den Betrag, der einer für den Fall nützlichen und notwendigen Ausrüstung entspricht. Bis es hier zu einem Termin kommt, vergehen jedoch oft viele Wochen.

92 Tage Wartezeit

Wie Gesundheitsminister Etienne Schneider (LSAP) in seiner Antwort auf eine parlamentarische Frage der DP-Abgeordneten Carole Hartmann und André Bauler erklärt, beträgt die Wartezeit auf einen ersten Termin bei einem Hörgeräteakustiker im Durchschnitt 92 Tage.

Dabei eingerechnet ist die Periode, die der behandelnde Arzt benötigt, um das Attest weiterzuleiten (im Schnitt elf Tage), die administrative Bearbeitungsfrist bei der CNS (neun Tage) sowie die eigentliche Wartezeit auf den Termin (72 Tage). Schneider betont jedoch auch, dass Notfälle – etwa junge Kinder und Tinnituserkrankungen – prioritär behandelt werden.


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Der Minister gibt zu, dass die Wartezeiten Unzufriedenheiten hervorrufen. „Es gibt in der Tat einige Beschwerden von Betroffenen, die nicht nur die Fristen betreffen, sondern auch die komplexe Vorgehensweise, die eingehalten werden muss“, so Etienne Schneider.

Einige Maßnahmen seien daraufhin bereits getroffen worden. So sei einer der obligatorischen Termine durch eine Aktenüberprüfung ersetzt worden, dies, da die Rolle des audiophonologischen Dienstes darin bestehe, sowohl eine Stellungnahme zur Rückerstattungspauschale abzugeben als auch die Angemessenheit des Gerätes zu überprüfen.

Administrative Frist verkürzen

„Diese Maßnahme wurde einer Aufstockung des Personals vorgezogen, um die Fristen zu verkürzen, ohne aber die Staatskasse zu belasten. Aber auch, um die Prozedur zu vereinfachen“, erklärt Etienne Schneider.

Derzeit sind im audiophonologischen Dienst 10,5 Vollzeitstellen von Orthofonisten besetzt, 4,5 Ganztagesstellen von Hörgeräteakustikern, eine halbe von Psychologen und 4,25 von administrativem Personal.

Auch eine Digitalisierung der Dokumente soll künftig dazu beitragen, die administrative Frist zu verkürzen.

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